Jahrgang 
1903
Einzelbild herunterladen

32

Die Notwendigkeit von Vertretungen trat wieder stark und in ganz besonders empfindlicher Weise zutage. Eine militärische Ubung von 8 Wochen hatte Oberlehrer Dr. Kugel, wie im jJahre vorher, abzuleisten, nur dass diesmal 4 Wochen davon in die Ferien fielen, Oberlehrer Kratsch eine von 4 Wochen. Wegen Krankheit musste Oberlehrer Dr. Meyer während des ganzen Schuljahres fehlen, Prof. Dr. Ulrici vom 25. August an, Oberlehrer Dr. Peters seit dem 22. Oktober. Herr Karbiner musste, nachdem er nach seiner schweren Operation in den ersten acht Tagen des Schuljahres Dienst getan, noch einmal über 4 Wochen aussetzen. Der Direktor bedurfte eines fünfwöchentlichen Urlaubs vor den Sommerferien, um durch eine Badekur und Aufenthalt im Gebirge sich von der immer steigenden Uberlastung mit Arbeit zu erholen, wie dies auch für das kommende Schuljahr nôtig sein wird. Ausserdem fehlten mehr als 20 Stunden im Laufe des Schuljahres die Herren: Oberlehrer Siebert II, Dr. Krüger und Kratsch.

Geleistet wurden die Vertretungen nur teilweise durch Hilfskräfte. Im Sommerhalbjahr stand noch der Seminarkandidat Dr. Jürgens zur Verfügung, der für Dr. Meyer in II, la Französisch und Englisch, in III, la Englisch, in III, 2a Französisch während des ganzen Halbjahrs, in III, 2 b Deutsch, Französisch und Turnen für Dr. Kugel und in VIb Deutsch für Herrn Kratsch während der militärischen UÜbung dieser beider Herren und schliess- lich Deutsch in IVb für Prof. Ulrici übernahm. Ferner wurde vom Friedrichsgymnasium der Seminarkandidat Pfarrer Möhl entliehen, um im August Herrn Kratsch in VIb in Latein und vom 25. August an auch Herrn Prof. Ulrici in II, 2a in Religion und in IVb in Latein zu vertreten. Für das Winterhalbjahr wurde zur Vertretung der Herren Prof. Dr. Ulrici und Oberlehrer Dr. Meyer die Herren Oldörp und Wieckert der Anstalt als Probanden und Hilfslehrer zugewiesen, was eine starke Anderung des Stundenplanes für einzelne Klassen zur Folge hatte, da die beiden Herren nach ihren Lehrfächern nicht ohne weiteres in den Unterricht der Herren Ulrici und Meyer eintreten konnten. Ein grosser Teil der längeren Vertretungen musste durch Uberstunden geleistet werden, wobei die Herren Prof. Siebert, Oberlehrer Siebert, Dr. Peters, Dr: Krüger, Dithmar, Kratsch, Bauer, Dr. Fuckel, Kunze, Jürgens, Erdmann und der Direktor, und zwar dieser nebst den Herren Peters und Krüger in zwei Fällen, die Herren Dithmar und Erdmann in drei Fällen beteiligt waren, Herr Jürgens in vier Fällen. Es waren dies bedenkliche Mehrbelastungen, die bei dem augenblicklichen Mangel an Lehrkräften leider unvermeidlich waren, auf alle Fälle aber dazu angetan sind, die Leistungsfähigkeit des einzelnen auf die Dauer stark zu beeinträchtigen.

Die mündliche Reiteprütung fand im Herbst am 23. September statt, für den Ostertermin, wieder unter dem Vorsitze des Herrn Ober-Regierungsrat D. Lahmeyer, am 6. Maàrz; im September bestanden 4, im März 10 die Prüfung.

Einer Prüfung in Latein für Obersekunda unterzog sich mit Erfolg ein früherer hiesiger Realschüler, Wilh. Schäfer.

Am 25. Februar fand nach mehrjahriger Unterbrechung wieder eine Abendunter- haltung statt, um die sich Herr Oberlehrer Menges und Herr Erdmann besonders ver- dient gemacht haben.

Die Vortragsordnung brachte einen Festmarsch von Ruhl und ein Gondellied von Kreutzlin,

vorgetr. von Mitgliedern unseres Musikvereins, die Zampa-Ouverture, vorgetr. von Oskar Hering, II, 2 a, ein Larghetto aus einem Mozartschen Quintett und eine Romanze von Albin Müller, vorgetr. von Hans