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Drosten, IVa(Geige), und Heinr. Riebold, II, 1b(Klavier). Dann folgte das französische Lustspiel DAvocat Patelin, von Brueys, in gekürzter Form, dargestellt von den Schülern der II, 1b: Bohne, Hans Müller, Hildner, Maternus, Bunge und Wilh. Müller, eingeleitet durch eine von Luis, II, 2 b, vorgetr. Inhaltsangabe in deutschen Knittelversen. Den Schluss bildete die Vorführung der Märchen- dichtung„König Goldner“, von Hermann Müller, durch unsern Sängerchor. Der Reinertrag der gutbesuchten Abendunterhaltung, deren Abhaltung im Hanusch- saal wohl auch zu zahlreichem Besuch aufgefordert hatte, wurde mit 143,85 Mk, der Preime- stiftung überwiesen.
Das Kuratorium der Schule besteht aus den Herren: 1) Oberbürgermeister Müller, als Vorsitzendem, 2) Kommerzienrat Vogt, als Vertreter des Magistrats, 3) Ober- regierungsrat Landgrebe, als Vertreter der Stadtverordneten, 4) Fabrikant Thorbecke, 5) Stadtrat Rütz, 6) Stadtschulrat Bornmann, 7) Pfarrer Opper, 8) Direktor Dr. Wittich.
Das Lehrerkollegium setzte sich folgendermassen zusammen: Direktor Dr. Wittich; Professoren IV: Dr. Siebert, Dr. Kramm, Stange, Dr. Schantz, Dr. Ulrici, Völler, Dr. Danker, Heydenreich; Oberlehrer: Krauth, Siebert, Dr. Meyer, Dr. Peters, Dr. Krüger, Dithmar, Kratsch, Grebe, Menges, Bauer, Dr. Fuckel, Kunze, Dr. Kugel; Wissenschaftliche Hilfslehrer: Kaplan Goebel, Seminarlehrer Katz, Lehrer Schwab; Zeichenlehrer Karbiner; Lehrer am Realgymnasium: Jürgens, Erdmann; Probekandidaten: Oldörp, Wieckert, beide zugleich als Hilfslehrer tätig; Seminarkandidat: Dr. Jürgens(bis Herbst).
Mit dem Schluss des Schuljahres tritt Herr Prof. Dr. Ulrici an die Oberreal- schule über; gleichzeitig tritt Herr Oberlehrer Dr. Knatz wieder in unser Lehrer- kollegium ein. Herr Dr. Jürgens verliess nach Ablauf seines Seminarjahres die Anstalt, um zunächst seiner Militärpflicht zu genügen. Ostern wird Herr Oldörp von uns scheiden, um die zweite Hälfte seines Probejahrs im Auslande zuzubringen. Herr Wieckert ist für eine Lehrerstelle in Rheidt gewählt, wo er im nächsten Herbst, nach Ablauf seines Probejahres, Oberlehrer zu werden hofft.
Neu traten ein, zu Ostern: Herr Kaplan Goebel und Herr Schwab als katholische Religionslehrer; im Herbst: Herr Oldör p und Herr Wieckert als Probe- kandidaten, zugleich mit Vertretung von Lehrern der Anstalt beauftragt.
Goebel, Heinrich, Kaplan, geb. zu Fulda den 27. August 1877, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt; Ostern 1896 bestand er die Reifeprüfung und bezog darauf die Universität Erlangen, um sich dem Studium der Chemie zu widmen. Herbst 1896 wandte er sich der Theologie zu, besuchte die philosophisch-theologische Lehranstalt zu Fulda und wurde Ostern 1000 zum Priester geweiht. Nach zweijähriger Thätigkeit als Kaplan und beauftragter Religionslehrer am Gymnasium in Hanau wurde er Februar 1902 in gleicher Eigenschaft nach Cassel versetzt, wo ihm städtischerseits der katholische Religionsunterricht in den oberen und mittleren Klassen der drei höheren Schulen städtischen Patronats übertragen wurde.
Schwab, Heinrich, Sohn des Hauptlehrers a. D. W. Schwab zu Kleinschwalbach, Kr. Ober- taunus, kath. Konfession, geb. den 26. Januar 1863 zu Villmar afL., besuchte von 1879— 1880 die König- liche Präparandenanstalt zu Fritzlar und von Ostern 1880 bis dahin 1883 das Königliche Lehrerseminar zu Montabaur. Seine erste Anstellung erhielt er in Villmar afL. Nach bestandener zweiter Prüfung wurde er am 1. Oktober 1887 zum Hilfslehrer am Königlichen Lehrerseminar zu Montabaur ernannt. In dieser Stellung verblieb er, bis er Ostern 1800 eine Anstellung als Lehrer an den städtischen Schulen Cassels erhielt. Im April 1902 wurde er mit Genehmigung des Königlichen Provinzialschulkollegiums von der städtischen Schulverwaltung mit der Erteilung des kath. Religionsunterrichtes in den 3 unteren Klassen der städtischen höheren Lehranstalten beauftragt.


