Jahrgang 
1903
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vom Rhein, von Max v. Schenkendorf, vorgetragen von Karl Wippermann, II, 1b;Dem Vaterland, von Rob. Reinick, vorgetragen von Hugo Cramer, I, 2; Festrede, von Heinrich Hofmann, I, 1. 7) Chor- gesang:Heil Dir im Siegerkranz, von Carey.

Die Kaisersgeburtstagsfeier am 27. Januar hatte folgenden Verlauf:

1) Chorgesang:Vater, kröne du mit Segen, von Beckmann. 2) Vorträge:Deutsches Matrosen- lied, von Reinhold Fuchs, vorgetragen von Karl Kessler, VIa;Mein Vaterland, von I. Sturm, vor- getragen von Martin Blum, Va;Du Adlerland!, von Th. Fontane, vorgetragen von Karl Felix, IV a; Im März 1871, von E. Geibel, vorgetragen von Karl Faure, III, 2 a;Zum 27. Januar, von F. Brunold, vorgetragen von Otto Klüppel, III, 1a. 3) Chorgesang:Deutsches Weihelied, von Methfessel. 4) Vorträge:Die Strassburger Tanne, von Friedrich Rückert, vorgetragen von Fritz Völler, II, 1 a; Dem Kaiser, von Julius Lohmeyer, vorgetragen von Otto Deichmann, l, 2 a;Auf Theodor Körners Grab, von einem Ungenannten, vorgetragen von Fritz Pfeiffer, I, 1;Das Lied vom Stein, von E. M. Arndt, vorgetragen von Harry Sandermann, II, 2 a.

Durch die beiden letzten Vorträge war den Zuhörern die Zeit und die Person des Mannes bereits nahe gebracht, über den, nach dem Chorgesang:Wanderlust, der Festredner, Oberlehrer Ernst Siebert, sprach, indem er von dem Wesen und dem Werk des Wiedererweckers Deutschlands in grossen Zügen ein scharfumrissenes Bild entwarf und in ihm den Schülern den echten Deutschen als glänzendes Vorbild vor Augen stellte. An das Kaiserhoch schloss sich dasHeil Dir im Siegerkranz. Hierauf teilte der Direktor die Namen von etwa 100 Schülern nach der Reihenfolge des Wertes ihrer Weihnachtszeugnisse mit. Ein von Sr. Majestät zur Abgabe an besonders gute Schüler bestimmtes Werk,Deutschlands Seemacht von Wislicenus, erhielt der Oberste der Oberprima; 26 andere Schüler, deren Zeugnisdurch- schnitt von einem Drittel über Gut bis einem Drittel unter Gut reicht, bekamen als Zeichen der Anerkennung eine an sich sehr unbedeutende Gabe, einen Tierschutzkalender, die erst durch den Eintrag:Inhaber des besten, zweitbesten siebenundzwanzigstbesten Weihnachtszeugnisses ihren

besonderen Wert erhielt.

Die Gedâächtnisfeiern für Ihre Majestäten Kaiser Wilhelm I. und FriedrichlII. wurden in herkömmlicher Weise abgehalten.

Herr Provinzialschulrat Dr. Kaiser wohnte am 13. Mai dem Unterricht des Seminarkandidaten Herrn Dr. Jürgens bei. Am 15. und 16. sowie am 29. und 30. Mai nahm er eine eingehende Revision der ganzen Anstalt vor; an den beiden erstgenannten Tagen war auch Herr Stadtschulrat Bornmann als Vertreter des Kuratoriums zugegen. Das Ergebnis bezüglich der Unterrichtstätigkeit wie der Erfolge der Lehrer muss im allgemeinen als durchaus befriedigend bezeichnet werden, wenn der Revisionsbericht hierüber besagt: Erheblichere Mângel in den Unterrichtsergebnissen wie beim Unterrichtsverfahren sind nur vereinzelt zutage getreten. Demgegenüber darf hervorgehoben werden, dass die Lehrer die Mehrzahl derselben mit anerkennenswertem Eifer ihrer Aufgabe gewissenhaft und nach Kraâften gerecht zu werden suchen und dass die Leistungen der Schüler billigen Anforderungen im allgemeinen entsprechen. Die Reifeprüfung im Herbst fand ebenfalls unter dem Vor- sitz des Herrn Provinzialschulrates Dr. Kaiser statt. Vom 1. Oktober an öänqderte sich in Cassel wieder die Unterstellung der Schulen unter die Râte des Provinzialschulkollegiums, in- dem von da ab der Direktor dieser Behörde, Herr Oberregierungs- und Geheimrat D. Dr. Lahmeyer, die Oberaufsicht über alle fünf höheren Schulen in der Stadt übernahm.

Die städtische Verwaltung führte vom 1. Oktober an, dem Beispiel des Staates folgend, den dort für den l. April in Kraft getretenen 5. Nachtrag zum Normalbesoldungs- etat vom 4. Mai 18902 ein, wonach das Höchstgehalt künftig mit 21 statt bisher mit 24 Dienstjahren erreicht wird. Eine Schulgelderhöhung, für einheimische Schüler auf 120 Mark, wie bei den Staatsanstalten, für ortstremde auf 180 Mark, wird am 1. April d. J.

eintreten.