Jahrgang 
1896
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12

Untersekunda.

Klassenvorstand: In a Prof. Dr. Siebert, in b Prof. Stange. Wöchentlich 30(+ 1) Stunden

(ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig.

Religion. 2 Std. In a und b Prof. Dr. Ulrici. Kurze Wiederholung der Geschichte des Reiches Gottes im A. B. Lesen von Psalmen und Stellen aus den Propheten. Geschichte des Reiches Gottes im N. B. im Anschluss an das Evangelium des Markus wiederholt und erweitert. Aus dem Katechismus Wiederholung des früher Gelernten. Sprüche, Lieder und Psalmen wurden wiederholt, neu gelernt Psalm 110, 121, 130. Hollenberg, Hilfsbuch; Bibel, Katechismus, Gesangbuch.

Deutsch. 3 Std. In a Prof. Dr. Siebert, in b Prof. Dr. Schantz. Lesebuch von Muff, ausgewählte Stücke gelesen und erklärt. Balladen von Schiller und Göthe. Die Glocke, Hermann und Dorothea, Tell, Minna von Barnhelm. Gedichte und Dichterstellen auswendig gelernt, früher gelernte wiederholt. UÜbung in freier Wiedergabe des Gelesenen. Verslehre im Anschluss an das Gelesene. Der grammatische Stoff wurde wiederholt und erweitert. UÜbung im Disponieren. Halbjährig 4 Aufsätze, darunter ein Klassenauſsatz.

Aufsätze in a: 1. Gliederung des Gedichtes: die Kraniche des Ibykus(Klassenarbeit). 2. Ein Ausflug zum Heldrastein. 3. Ein Tag aus den Ferien. 4. Uber Inhalt und Zusammenhang des Lieds von der Glocke. 5. Lob der Blätter. 6. Vergleichung der Bäume mit dem Menschen. 7. Eintracht macht stark. 8. Wie bethätigt sich dic Herrschaft des Menschen über die Natur?(Prüfungsaufsatz.)

Aufsätze in b: 1. Labienus' Kampf gegen die Treverer. 2. Drei Blicke thu' zu Deinem Glück, blick aufwärts, vorwärts, blick zurück. 3. Cäsars Vernichtungskrieg gegen die Eburonen. 4. Inwiefern begleitet die Glocke mit ihrem Schwunge des Lebens wechselvolles Spiel?(Schulaufsatz.) 5. Wichtigkeit der Buchdruckerkunst. 6. Das Besitztum des Wirtes zum goldenen Löwen. 7. Die Burg des Sonnengottes. 8. Inwiefern ist das Meer der Freund und Feind des Menschen?(Prüfungsarbeit.)

Latein. 3, später 4 Std. In a Prof. Dr. Siebert, in b Prof. Dr. Schantz. Die Formenlehre und die Syntax wurden wiederholt. 20 schriftliche UÜbersetzungen in das Lateinische, darunter die Hälfte Klassenarbeiten; einige UÜbersetzungen aus dem Lateinischen. Gelesen in a: Caes., bell. Gall., VI und Anfang von I, in b: Caes., bell. Gall., V, 24 37. VI; in a und b: Ovid, Metamorph. I und II zum Teil.

Französisch. 4 Std. In a Oberlehrer Dr. Stehlich, in b wiss. Hilfslehrer Veith. Die Haupt- regeln über die Anwendung des Infinitivs und Particips, des Artikels, des Eigenschaſtswortes, des Adverbs, des Fürwortes und der Präpositionen wurden eingeübt(Plötz-Kares, Sprachlehre, § 75 132, und Plötz-Kares, Übungsbuch, Ausgabe B., Nr. 50 76). Die Sprechübungen schlossen sich an das Gelesene(Erckmann Chatrian, Histoire d'un Conscrit de 1813, in der Ausgabe von Velhagen und Klasing) und an den grammatischen UÜbungsstoff an. Es wurden 24 schriftliche Arbeiten geliefert, darunter 12 häusliche.

Englisch. 3 Std. In a Oberlehrer Dr. Stehlich, in b Oberlehrer Dr. Meyer. Syntax des Artikels, Hauptwortes, Eigenschaftswortes und Zahlwortes; die Fürwörter, Umstandswörter, Verhältniswörter und Bindewörter.(Zimmermann, Lehrbuch II). Gelesen wurde aus Chambers's English History.(Ausg. Gärtner). Hieran wie an den grammatischen UÜbungsstoff schlossen sich Sprechübungen. Es wurden 20 schriftliche Arbeiten gelieſert, davon 10 häusliche.