Jahrgang 
1894
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14. 4. Decbr. 1893. Das K. P. S. C. teilt einen Ministerialerlass vom I1. November betr. die Prüfung zum Nachweis der Reife für Prima mit. Hiernach erstreckt sich an Real- gymnasien die schriftliche Prüfung künftig auf einen deutschen Aufsatz, je eine Ubersetzung aus dem Deutschen in das Französische und Englische, eine Ubersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche und drei mathematische Aufgaben, die mündliche auf die französische und englische Sprache, die Geschichte und Erdkunde, die Mathematik und Naturlehre.

15. 29. Decbr. 1893. Das K. P. S. C. teilt eine Verfügung an das Königliche Consistorium mit, wonach im Bedürfnisfalle zugestanden werden soll, dass auch an den höheren Lehranstalten Schüler zu einer dritten Konfirmandenstunde von 11 12 Uhr vormittags herangezogen werden.

16. 9. Jan. 1894. Das K. P. S. C. teilt einen Ministerialerlass mit, wonach der für das Ein- jährigenzeugnis notwendige einjährige Besuch der Sekunda sich auf je zwei öffent- liche Anstalten der drei Kategorieen: Gymnasium, Realgymnasium und Realschule voll- ständiger oder unvollständiger Form verteilen kann, während militärberechtigte sechsstufige Privat- anstalten hierbei nicht in Betracht kommen können.

17. 9. Jan 1894. Das K. P. S. C. ordnet an, dass die bisherige Ferienordnung auch für 1894/95 Geltung behalte, womit die Sommerferien auf den 2. 30. Juli fallen.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr begann am 10. April mit der Aufnahmeprüfung. Am 10. Mai, dem Tage der Jahresversammlung des Provinzialvereins von Lehrern höherer Unterrichtsanstalten, brauchte kein Unterricht auszufallen, da nur der Direktor nach Homburg v. d. H. reiste. Die Pfingstferien dauerten vom 23. bis 24. Mai, die Sommerferien vom 3. bis 31. Juli, die Herbstferien vom 25. September bis 9. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. December 1893 nachmittags bis 8. Januar 1894. Am 30. Oktober war wegen der Urwahlen zum Abgeordnetenhause kein Unterricht; am 6. Februar, als am Fastnachtstage, war ein schulfreier Tag. Am Nachmittag des 16. Juni, am 19. von der fünften Unter- richtsstunde an, am Nachmittag des 17. August, am 18., 19., 21. und 22. Aug. von der fünften Unter- richtsstunde an fiel der Unterricht wegen der grossen Hitze aus. Schülerausflüge wurden von allen Klassen unternommen, von IV, V und VI für einen halben, von den übrigen Klassen für einen ganzen Tag. Im Januar wurde ein Nachmittag zum Eislauf freigegeben. Während im Sommerhalbjahr die Unter- richtsstunden von 7 ½ 11 ½, 2 ½ 4 ½ abgehalten wurden, ging man im Winterhalbjahr wieder zu den vollen Stunden 8 12, 2 4 über; in der Zeit vom 13. Novbr. bis 3. Febr. wurde nur um 8 ½ Uhr begonnen und zur Verringerung des Zeitverlustes etwas an den Pausen gekürzt.

Die Festrede an Kaisers Geburtstag hielt Prof. Stange. Die Gedächtnisfeiern für weiland Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. wurden, soweit sie in die Schulzeit fielen, in herkömmlicher Weise abgehalten. Am 2. September fand in der Schule die Sedanfeier mit Chorgesängen, Schülervorträgen und der vom Direktor gehaltenen Festrede statt; der Ausflug wurde des schlechten Wetters wegen verschoben und am 5. Sept. ausgeführt.