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b. Ostern 1892: 1. Eine schiefe Ebene ist gegen den Horizont unter dem Winkel 40⁰ 30 geneigt. Wie lang muss dieselbe sein, damit eine Kugel auf ihr in derselben Zeit herunterrollt, in welcher ein einfaches Pendel von der Länge 1= 0,75 m 2 Schwingungen macht? Wie ändert sich die Sache, wenn die Reibung
in Rechnung gezogen wird? 2: Die Brennweite eines Hohlspiegels sei f= 1 m, auf der Axe desselben senk- recht stehe ein h= 0,63 m hoher Gegenstand um a= 100 m vom Spiegel entfernt. Wie g oss ist das Bild, und wie gross erscheint es, durch eine Lupe von ½%= 1,5 em Brennweite betrachtet, einem Beobachter,
dessen Weite des deutlichen Sehens d= 20 cm beträgt?
9. Chemie und Mineralogie. 2 Std. Professor Dr. Hornstein. Aluminium und die Schwer- metalle und deren wichtigste künstliche und natürliche Verbindungen unter besonderer Berücksichtigung der technischen Beziehungen. Rüdorff, Elemente der Chemie; Hornstein, kleines Lehrbuch der Mineralogie.
10. Zeichnen. 2 Stunden. Karbiner. Zeichnen nach Gipsornamenten. Projektives Zeichnen.
Unterprima.
Klassenvorstand: Oberlehrer Stange. Wöchentlich 32 Stunden(ohne Turnen und Gesang). Lehrgang einjährig.
1. Religion. 2 Std. Oberlehrer Dr. Schantz. Kirchengeschichte des Mittelalters. Wieder- holungen aus der Geschichte der alten Kirche. Erklärung des Evangeliums des Johannes. Das Augsburgische Glaubensbekenntnis und im Anschluss an dasselbe das Wichtigste aus der christlichen Glaubens- und Sittenlehre. Hollenberg, Hilfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht.
2. Deutsch. 3 Std. Oberlehrer Dr. Schantz. Gelesen und besprochen wurde das Nibelungen- und Gudrunlied, Lessings Emilia Galotti, Schillers Maria Stuart, Göthes Iphigenie in Tauris, ebenso die Iphigenie von Euripides. Gelegentliche Berücksichtigung der Verslehre und Grammatik. Deklamationen und freie Vorträgs.
Aufsätze: 1. Segen des Bergbaus. 2. Siegfried und Brunhild(Probearbeit). 3. Leben der Ritter und Fürsten im Mittelalter. Nach dem Nibelungenlied. 4. Neid und Nacheiferung, 5. Vorfabel in Emilia Galotti. 6. Welche Umstände ermöglichten es Friedrich d. Gr., im siebenjährigen Krieg seine Feinde zu besiegen? (Probearbeit). 7. In grosses Unglück lernt ein edles Herz sich endlich finden, aber wehe thut's, des Lebens
kleine Zierden zu entbehren. 8. Ist der Vorwurf gegen Schiller gerechtfertigt, er sei ein Feind der römischen Kirche?(Nach Schillers Maria Stuart).
3. Latein. 5 Std. Oberlehrer Zwirnmann. Gelesen wurden Verg. Aen. lib. VII. u. VIII. und Ciceros Reden gegen Catilina. Übersetzungen aus Süpfle, Aufgaben zu lateinischen Stil- übungen, Teil I, Nr. 244 ff. Exercitien und Extemporalien.
4. Französisch. 4 Std. Dr. Danker. Grammatik nach Plötz, Schulgrammatik, Lekt. 70— 75, sowie Zusammenfassung und Erweiterung früherer Abschnitte. Aufsätze, häusliche und Klassenarbeiten. Gelesen wurden Abschnitte aus Kreyssig: Trois siècles de la Littérature française, und Molière: L'Avare. Sprechübungen im Anschluss an das Gelesene.
Aufsätze: 1. Troisième guerre médique. 2. Deuxième guerre punique.(Probearbeit.) 3. Henri premier. 4. Causes, développement et marche de la guerre de Trente ans jusqu' à la période suédoise(Probe-
arbeit). 5. Pierre le Grand. 6. La guerre du Nord.. Englisch. 3 Std. Prorektor Prof. Heuser: Gruppenweise Wiederholungen aus dem gesamten
Gebiet der englischen Grammatik nach Zimmermann. Lektüre aus Washington Irvings Sketch Book und Shakespeares Julius Caesar. Sprechübungen über das Gelesene. Exercitien, Extemporalien und Diktate.


