Jahrgang 
1927
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2.. Untersuche sie besonders auf Symmetrieverhält- nisse, Nullstellen, Maxima, Minima und Verhalten im Un- endlichen. Zeichne die Funktion für das Intervall

S2 4= Xx=+ 4. Einheit 2 cm. Freigestellt ist die Zeichnung der ersten Ableitung für das oben angegebene Intervall.

OIb. 1. Die Parabel= 12 x wird von der Ge- raden y= 2 X△ 12 geschnitten. Welches sind a) die Gleichungen der Tangenten in den Schnittpunkten P. und P., b) die Koordinaten des Schnittpunkts der Tan- genten(Pa), des Mittelpunkts der abgeschnittenen Sehne (P.) und des Berührungspunktes der zu der Geraden parallelen Tangente(P.)? Es ist dabei zu zeigen, daß Pa, P. und P. in gleicher Höhe liegen, und zwar P; in der Mitte zwischen Pa und P.. 2. Zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche wurde die Sonne in Kassel(= 510190) vormittags in einer Höhe von 22⁰ 22 beobachtet. Welches Azimut hatte sie, und welches war die wahre Zeit der Beobachtung? 3. Welche von allen geraden Pyramiden mit quadratischer Grundfläche, die einer Kugel vom Halb- messer r einbeschrieben werden können, hat den größten Rauminhalt? Die Zeichnung ist in schiefer Parallel- projektion zu entwerfen. Freigestellt ist die Bestimmung der Pyramide vom größten Mantel.

9) Musikunterricht. Die lehrplanmäßigen 20 Stunden wurden wie folgt, verteilt: je zwei Stunden für VI und V, je eine Stunde für die Nichtchorsänger in IV, UIlll und OlIl, je eine Stunde für UIl und OIIl(Musikgeschichte, Formenlehre, Tonbildung der jungen Männerstimmen), zwei Stunden Instrumentalunterricht und drei Stunden Chorgesang. Der Schülerchor umfaßte rund 100 Sänger.

An dem Instrumentalunterricht beteiligten sich durch- schnittlich 21 Schüler der Anstalt und einige Musikfreunde. Man spielte nur Kompositionen für Streichorchester, z. T. mit Klavierbegleitung, und pflegte da besonders die alten Meister. Am 20. Juni wirkte das Orchester zum ersten Mal im Kasseler Rundfunksender. Nach einleitenden Worten von Studienrat Lehmann wurden gespielt: 1. Conerto grosso in F-Dur von Corelli. 2. 22. Präludium von Bach. 3. Trio in F-Dur von Stamitz. Am 12. Dezem- ber spielte das Orchester wiederum im Sender, und zwar: 1. Suite a. d. Lustigen Feldmusik von Krieger. 2. Trauersinfonie von Locatelli. 3. Sinfonie in E-moll von Torelli. 4. Weihnachtskonzert von Manfredini. Bei der Abendunterhaltung des T.-R-V. am 3. Februar kamen zum Vortrag: 5. Ungarischer Tanz von Brahms und 2 Schwälmer Tänze von Lewalter. Am 26. März fand in der Aula unter freundlicher Mitwirkung von Frl. Marie Schaefer(Alt), Herrn Heinr. Fischmann (Klavier), dem Unterprimaner Fritz Katzenstein(Cello), den Herren Michel, Thielert, Jordan und mehreren Vätern von Schülern eine Beethovenfeier mit folgender Vortragsfolge statt: 1. Ansprache. 2. Streichorchester, Andante aus der 1. Sinfonie. 3. Bitten, einstimm. Männer- chor mit Klavierbegleitung. 4. Cello-Solo, Sonate op. 69 Nr. 3, 3. Satz. 5. Alt-Solo, a) Wachtelschlag, b) Stumme Liebe, neues Leben. 6. Verlesung desHeiligenstädter Testaments. 7. Klavier, E-Dur Sonate, op. 14, Nr. 1. 8. Schülerchor, a) Gott ist mein Lied, b) Heil'ge Nacht, o gieße du. 9. Streichquartett op. 18, Nr. 6, in B-Dur. 10. Sextett. 11. Streichorchester, MarschZapfenstreich. Die Proben fanden regelmäßig am Dienstagabend im Gesangsaal der Schule statt. Die Leitung ſag in den Händen von Studienrat Lehmann.

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Leibesübungen. Das Reichsjugendabzeichen, das der deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen verleiht, ist eine Anerkennung für vielseitige Leistungen. Es ist eine Leistungsprüfung auf Herz- und Lungenkraft, auf Spannkraft, auf den Besitz allgemeiner Körperfertigkeit, Schnelligkeit und Ausdauer. Jeder männliche Deutsche bis zum vollendeten 18. Lebensjahre kann durch gute Leistungen in fünf Gruppen(Schwimmen, Sprung, Lauf, Wurf oder Reck-, Barrenturnen, Dauerübung im Lauf oder Schwimmen oder Rudern oder Radfahren) das Reichsjugendabzeichen erwerben.

28 Schüler erwarben das Abzeichen.

An dem Staffellauf Wilhelmshöhe-Kassel nahmen unsere Schüler auch in diesem Jahre teil und wurden zum vierten Male 1. Sieger in ihrer Klasse(höhere Schulen).

Die Schulwettkämpfe fanden nach Art der Reichs- jugendwettkämpfe statt. 31 Schüler erhielten die Ehren- urkunde des Reichspräsidenten.

Bei den Bannerwettkämpfen der höheren Knaben- schulen wurde unsere Schule Dritter, nach ORI und ORII. Hier zeigte sich, daß unsere Unterstufe der Mittel- und Oberstufe stark überlegen ist.

140 Schüler unserer Anstalt erhielten das Frei- schwimmerzeugnis.

Von 81 Quartanern, die am pflichtmäßigen Schwimm- unterricht teilnahmen, erlernten 58 das Schwimmen, von denen 28 das Freischwimmerzeugnis erhielten. Die Zahl der Schüler, die Dauerkarten für das Städtische Schwimm- bad nahmen, ist auf 60 zurückgegangen. 15 Freikarten wurden ausgegeben. Am Sonderturnen für Rücken- schwächlinge nahmen 38 Schüler der Unterstufe teil, von denen 9 im Herbste und 11 zu Ostern entlassen werden konnten. Der Unterricht wurde in 2 Wochenstunden am Vormittag erteilt.

Zwei Anfängerkurse der Reichskurzschrift leitete St.-R. Michel in der Zeit von Oktober bis Ostern in je 2 Stunden. 40 Schüler nahmen daran teil.

Eine Tanzstunde fand für die Unterprimaner in den Monaten Mai bis Juli bei Tanzlehrer Riebeling statt.

3. Bericht über die Lehrer.

a) Zu Beginn des Schuljahres wurde Studienreferendar Steinbock der Anstalt zur Ableistung des zweiten Vorbereitungsjahres überwiesen, desgl. die Zeichenlehr- amtskandidaten Rümenapf zu Ostern, sowie Wotschke und Schüßler Herbst 1926, welch letzterer aber bereits am 18. November dem hiesigen Wilhelmsgymnasium zu- geteilt wurde. Studienrat Dr. Hollstein wurde vom 1. Oktober ab zum Oberstudienrat und Fachberater ernannt.

Infolge Erreichung der Altersgrenze traten Ober- schullehrer Krämer am 1. Oktober und Studienrat Dr. Krüger am Schluß des Schuljahres in den Ruhestand. Herr Krämer hat in den 16 ½ Jahren, die er dem Lehr- körper angehörte, den Zeichenunterricht an der einen Anstaltshälfte erteilt und die Augen seiner Schüler für die Schönheiten in Natur und Kunst zu öffnen verstanden. Herr Dr. Krüger hat in 37 Jahren nahezu seine ganze Lebensarbeit dem Dienst der Schule gewidmet und sich um den neusprachlichen Unterricht, in früheren Jahren auch um den Turnunterricht besonders wertvolle Ver- dienste erworben. Beiden Herren gebührt für ihr treues und erfolgreiches Wirken der herzlichste Dank der Schule.