Jahrgang 
1926
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geheißen. Dieser Aufruf hatte guten Erfolg, und wir danken allen Gebern herzlich. Die einmaligen und vor allem die regelmäßig einlaufenden Beträge ermöglichten es, den Neuaufbau der Bücherei zu beginnen und sie ihren neuen Aufgaben anzupassen. Es war aber nur ein Beginn, und wir rechnen auch für die kommenden Jahre auf dieselbe Hilfsbereitschaft aller, denn es kommt ja allen Kindern zu gute.

Im letzten Jahre konnten nur die zwölf Klassen- büchereien der Mittel- und Unterstufe gesichtet, teilweise neu gebunden und katalogisiert, dazu soweit ergänzt werden, daß sich die Schüler am Erfolg ihrer Beihilfe schon selbst freuen konnten. Im nächsten Jahre tritt die Bücherei der Oberklassen an die erste Stelle, die ebenfalls gesichtet und neu aufgebaut werden muß, vor allem in ihren Fachabteilungen. Im dritten Jahre sollen dann die Mittel- und Unterklassenbüchereien auf Grund der inzwischen gesammelten Erfahrungen und Wünsche endgültig ausgebaut werden.

Die Hilfsbücherei wurde durch Anschaffungen und Geschenke um 500 Bände vermehrt.

Die Sammlung der Geschichtskarten wurde gesichtet und ergänzt, ebenso die der Anschauungsbilder. Die meisten Karten mußten gründlich ausgebessert werden.

Für die erdkundliche Sammlung wurden neu be- schaft: je eine physikalische Wandkarte von Osteuropa, den britischen Insein, Frankreich, Italien, Südamerika, Afrika, Asien, Deutschland, sowie eine Karte der bib- lischen Länder; außerdem eine BildermappeDer deutsche Rhein, ein Westermannscher Umrißstempel von Deutsch- land, vierzig Blätter der Karte des Deutschen Reiches 1:100 000 zu Unterrichtszwecken ausgewählt, dreißig ausgewählte BlätterDeutsche Landschaften in topo- graphischen Aufnahmen 1:25 000.

Die Schulbilderei wurde weiter ausgebaut durch gute Wiedergabe nach Kupferstichen, Holzschnitten und Hand- zeichnungen von Dürer und seiner Zeit, aber auch der folgenden Jahrhunderte, durch Photographien der Naum- burger Bildwerke und durch einige gute Wiedergaben von bedeutenden Gemälden.

Zahlreiche alte Rahmen wurden zu Wechselrahmen umgearbeitet, eine Anzahl von neuen dazu angeschafft, sodaß wenigstens die Flure durch gute Bilder geschmückt werden konnten. Im nächsten Jahre werden hoffentlich die Klassenzimmer folgen. Leider war es aus Zeitmangel nicht möglich, diese Arbeiten so zu fördern, daß die Bilder im Schulleben voll benutzt werden konnten.

Eine Klasse, die Untertertia b, stiftete aus ihren Einnahmen beim Schulfest mehrere Bilder und Rahmen, ebenso die Oberprima a zur Erinnerung an ihre Reife- prüfung einen Stich Piranesis aus dem alten Rom. Es wäre schön, wenn das zur Regel würde und die Schule zueh so in dauernder Verbindung mit ihren alten Schülern

iebe.

Geschenke. An Spenden von Eltern und Freunden der Schule gingen ein: 1) Henschel& Sohn: Eine Drehbank. 2) Paul Stiegel, Werkstätten für Feinmechanik: Ein Spektralapparat mit zwei Prismen und zwei Fernrohren für Messungen und Interferenzversuche. Zwei Meb- instrumente für Vermessungsübungen bezw. astronomische Messungen. 3) Verein für Elektrotechnik: Eine Dreh- bank und 100 Mark für ein Meßinstrument für astro- nomische Messungen. 4) Harburger-Gummiwarenfabrik: Eine Tafel, Vom Rohgummi zum Fertigfabrikat.

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7. Chronik der Schule.

In dem vorigen Jahresbericht sind die Gründe des näheren dargelegt, die es zweckmäßig erscheinen ließen, unseren Schülern die Möglichkeit zu gewähren, sich von Untersekunda an je nach ihren Fähigkeiten und Neigungen für eine Weiterbildung auf einem Real- gymnasium oder einer Oberrealschule zu entscheiden. Dieser Plan ist nunmehr in Erfüllung gegangen. Von Ostern 1926 an wird die Anstalt von Untersekunda an in zwei Zweige gegabelt, von denen der eine das Haupt- gewicht auf die neueren Sprachen legt unter Aufnahme des Lateinischen, der andere degegen die mathematisch- naturwissenschaftlichen Fächer in den Vordergrund stellt. Die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Maß- regel erhellt am besten aus dem Umstande, daß sich nicht weniger als 33 Schüler für die Oberrealschul- abteilung gemeldet haben, nachdem die Eltern der Ober- tertianer am 3. März von dem Direktor über die Unter- schiede der beiden Schularten aufgeklärt worden waren. In den folgendenMitteilungen an die Eltern sind die Unterschiede zwischen diesen beiden Zügen deutlich zu ersehen. Die Gabelung wird nun von Jahr zu Jahr auf die Obersekunda, Unterprima und Oberprima aus- gedehnt werden.

Der Dezernent der Anstalt, Herr Oberschulrat Dr. Grau, wohnte dem ÜUnterricht bei allen Mitgliedern des Lehrkörpers und den Klassen am 3., 4. und 5. Fe- bruar bei.

In zahlreichen Gesamt- und Fachkonferenzen wurden dieRichtlinien für die Lehrpläne der höheren Schulen Preußens einer eingehenden Erörterung unterzogen und neue Lehrpläne für sämtliche Fächer entworfen.

Uber Schulfeiern, Vorträge usw. gibt die nach- stehende Ubersicht Auskunft:

8. Mai: Vortrag von Stud.-Rat Dr. Melchers über das Gemeindebestimmungsrecht.

Mai: Feier zur Einführung des Herrn Reichspräsi- denten(O.-St.-Rat Dithmar).

Mai: Rheinlandfeier(St.-R. Dr. Knatz).

Juni: Wettkämpfe um das Banner der Stadt Cassel. August: Verfassungsfeier(St.-R. Kappe).

August: Schulfest der Anstalt unter den Eichen,

bestehend aus Chorgesängen, turnerischen und anderen Darbietungen.

Oktober: Teilnahme der evangelischen Schüler an der kirchlichen Reformationsfeier.

November: Vortag von Pfarrer Bürk über Lebens- fragen der Jugend.

Dezember: Konzert des Schülerchors und des Schüler- orchesters im großen Saale der Stadthalle. Februar: Abendunterhaltung des Turnrudervereins unter Mitwirkung des Schülerchors und des Schüler- orchesters im großen Stadtparksaal.

März: Entlassung der Abiturienten durch den Direktor.

An den von der städtischen Schulverwaltung ver- anstalteten Filmvorstellungen nahmen die Schüler der oberen, mittleren und unteren Klassen in je zwei Vor- stellungen teil. Die Schüler der oberen Klassen hatten am 20. November Gelegenheit, die englischen Vorträge von Miss Heepe und am 3. Dezember die Vorträge Goethescher Gedichte von Lektor Dr. Drach zu hören.

Am 18. März wurde für die Schüler der oberen und mittleren Klassen die Jungfrau von Orleans als Schüler- vorstellung im Staatstheater gegeben.

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