13
Ferien: Die Pfingstferien dauerten vom 29. Mai bis 5. Juni, die Sommerferien vom 3. Juli bis 4. August, die Michaelisferien vom 29. September bis 15. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 5. Januar. Der Schluß des Schuljahres findet am 31. März 1915 statt.
Verwaltungskommission: Die Verwaltungskommission der Anstalt bestand bis Neu- jahr aus den Herren: Bürgermeister Jochmus(Vorsitzender), Stadtschulrat Bobritz, Kauf- mann Schoppach und Oberstleutnant z. D. Henrici(vom Magistrat), Justizrat Dr. Bartels, Hofapotheker Nagell, Sanitätsrat Dr. med. von Wild(vom Stadtverordneten-Kollegium) und dem Direktor. Am 1. Januar 1915 kam an die Stelle des in den Ruhestand getretenen Herrn Bürgermeister Jochmus Herr Oberbürgermeister Koch.
Lehrerkollegium: Es waren beim Beginn des Schuljahres 1914 folgende Verände- rungen zu verzeichnen: Am 31. März hatten uns verlassen: Der anstellungsfähige Kandidat Erich Fischer, der dem hiesigen Realgymnasium überwiesen wurde, der Probekandidat Ernst Weidenmüller, der an das Garnier'sche Institut zu Friedrichsdorf i. T. ging, und der englische Lehramtsassistent C. Sh. Musgrave, der an die Liebig-Oberrealschule i. E. zu Frankfurt a. M. berufen worden war.
Zum 1. April wurden überwiesen: Die wissenschaftlichen Hilfslehrer August Koehler und Dr. Eduard Schubotz sowie zur Ableistung seines Probejahres der Kandidat Johannes Bergermann. Oberlehrer Dr. Heß, bis Anfang August zu Studienzwecken beurlaubt, wurde vom Hilfslehrer Koehler vertreten. An die Stelle des Kaplans Dr. Schäfer trat als katho- lischer Religionslehrer der Kaplan Himmelmann. Der Probekandidat Heinrich Fenner setzte seine Tätigkeit zu Anfang des Schuljahres an der Oberrealschule i. E. zu Oberursel fort und wurde dann, vom 11. Juni an, dem hiesigen Königl. Friedrichsgymnasium überwiesen.
Bei Ausbruch des Krieges gingen zum Heere: Professor Dr. Hoebel“*),(Hauptmann der Landwehr beim Bekleidungsamt, Cassel), Oberlehrer Dr. Pfister(Res.-Inf.-Reg. 83), Oberlehrer Gass(Offiz.-Stellvertr. im Res.-Inf.-Reg. 251), Oberlehrer Dr. Küster(Leutnant im Res.-Inf.-Reg. 88), wissenschaftlischer Hilfslehrer Koehler(Vizefeldwebel i. d. 11. Ers.-Div. gem. 43. Ers.-Brigade), Probekandidat Bergermann, Seminarkandidat Siebert(beide Kriegs- freiwillige im Feldartill.-Reg. 11) und Mittelschullehrer Kühnemuth(Landst.-Bat. 43).
Zu Michaelis kam Dr. Schubotz an die Realschule zu Gelnhausen. Zur gleichen Zeit wurden uns überwiesen: Der Kandidat Dr. Karl Heilig und der Kandidat des Zeichenlehr- amts Oskar Hirsch zur Ableistung ihres Probejahres, die Seminarkandidaten Wilhelm Rein- mold und Dr. Jakob Rehs zur praktischen Beschäftigung. Ersterer mußte indessen schon zum 10. Dezember am Realgymnasium i. E. zu Arolsen eine Vertretung übernehmen.— Im Dezember war Dr. Rehs auf kurze Zeit dem hiesigen Königl. Wilhelmsgymnasium überwiesen. Zu Neujahr trat Professor Hintz noch ins Heer ein(Fußartill.-Reg. 18 in Mainz). Am 5. März wurden auch Lehrer Eimer, Dr. Rehs und Kandidat Hirsch noch zum Landsturm bzw. zur Ers.-Reserve einberufen.
Reifeprüfung und andere Prüfungen: Nach dem Min.-Erl. vom 1. VIII. 1914 wurde Anfang August mit 13 Primanern, die sämtlich— bis auf einen als Kriegsfreiwillige— ins Heer eintraten, die Notreifeprüfung abgehalten. Königl. Kommissar war der Direktor. Die 13 Schüler wurden für reif erklärt, sechs unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.
Während des Schuljahres wurden infolge ergangener Verfügungen eine Anzahl von Unter-Primanern und Sekundanern, die ins Heer eintraten, auf ihre Notreife für die nächst-
*) Derselbe versah aber sein Amt an unserer Anstalt noch bis Michaelis.


