— 17—
2. Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums zu Cassel vom 15. Januar 1907: Die Ferienordnung für das Schuljahr 1907 wird festgesetzt wie folgt:
Schluß: Anfang: Ostern 1907 Sonnabend, den 23. März, Dienstag, den 9. April, Pfingsten Freitag, den 17. Mai, Donnerstag, den 23. Mai, Sommer Freitag, den 5. Juli, Dienstag, den 6. August, Michaelis Sonnabend, den 28. September, Dienstag, den 15. Oktober, Weihnachten Montag, den 23. Dezember, Dienstag, den 7. Januar, Ostern 1908 Sonnabend, den 11. April, Dienstag, den 28. April.
III. Jahresbericht.
Das laufende Schuljahr begann am 23. April 1906 mit der Aufnahmeprüfung der neu- angemeldeten Schüler und schließt am 23. März 1907. Die Pfingstferien dauerten vom 2. bis zum 6. Juni, die Sommerferien vom 7. Juli bis zum 6. August, die Herbstferien vom 30. September bis zum 14. Oktober und die Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1906 bis zum 7. Januar 1907.
Die Verwaltungs-Kommission der Oberrealschule i. E. bestand unverändert aus den Herren Oberbürgermeister Müller als Vorsitzendem, Stadtschulrat Bornman n, Stadtrat Schoppach und Kommerzienrat Vogt als Mitgliederh des Magistrats. Hofapotheker Nagell, Rechnungsrat Stippich und Dr. med. von Wild als Stadtverordneten, und dem Direktor.
Im Lehrerkollegium sind folgende Veränderungen eingetreten: Der Direktor wurde von dem Herrn Minister zum Mitgliede der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission der Universität Marburg ernannt. Den Herren Professoren Zergiebel und Theisen wurde von Sr. Majestät dem Kaiser und König mittels Allerhöchsten Erlasses vom 12. März 1906 der Rang der Räte vierter Klasse verliehen. Herr Oberlehrer Dr. Heuser erhielt durch Patent vom 18. De- zember 1906 den Charakter als Professor und mittels Allerhöchsten Erlasses vom 21. Januar 1907 den Rang der Räte vierter Klasse. Die zu Ostern 1906 freigewordene Oberlehrerstelle wurde Herrn Dr. Hitzeroth, bisher am Kgl. Gymnasium Philippinum zu Marburg, übertragen, der zum 1. Juli als Oberlehrer angestellt wurde. Da infolge Eröffnung der Obersekunda eine weitere Lehr- kraft gebraucht wurde, so trat Herr Lehrer Kühnemuth von der anderen hiesigen Oberrealschule zu uns über. Zu Michaelis 1906 wurde Herr Kandidat des höheren Lehramts Benkert der An- stalt zur Ableistung des Probejahres überwiesen.
Karl Hitzeroth, geboren zu Waldkappel im Jahre 1879, besuchte die Gymnasien zu Eisenach und Hersfeld. Die letztere Anstalt verließ er Ostern 1899 mit dem Zeugnis der Reife. Er studierte dann an der Universität Marburg Theologie und Germanistik und bestand am 12. Dezember 1904 das Examen pro fac. docendi. Von der Universität Mar- burg wurde er auf Grund einer Arbeit über„Johann Heermann(1585— 1647)“ zum Dr. phil. promoviert. Von Ostern bis Ilerbst 1904 war er Mitglied des pädagogischen Seminars am Goethegymnasium zu Frankfurt a. Main. Während der zweiten Hälfte des Seminarjahres und der ersten Hälfte des Probejahres war er mit der Vertretung eines erkrankten Ober- lehrers am Gymnasium zu Eschwege beauftragt. In derselben Weise war er in der zweiten Ilälfte des Probejahres(von Herbst 1905 bis Ostern 1906) am Gymnasium Philippinum zu Marburg beschäftigt. Am 1. April 1906 trat er in das Lehrerkollegium der Oberrealschule i. E. zu Cassel ein und wurde am 1. Juli 1906 zum Oberlehrer an dieser Anstalt ernannt.
Otto Kühnemuth, geboren am 6. Februar 1876 zu Frankershausen, Kreis Eschwege, als Sohn des Landwirts Joh. Ed. Kühnemuth, besuchte von 1890— 96 die Präparandenschule bezw. das Kgl. Lehrer-Seminar in Homberg. Der praktischen Lehrerprüfung unterzog er sich im Jahre 1898. Nachdem er an verschiedenen Orten als Lehrer tätig gewesen NXar, fand er im Jahre 1900 Anstellung an der Bürgerschule 5 in Cassel. In demselben Jahre bestand er die Turnlehrer-
3


