Jahrgang 
1903
Einzelbild herunterladen

20

richs Ib). 5. Gesang der Quinten:Flamme empor. 6. Chorgesang:Festgesang an die Turner, von Stuntz. 7. Ansprache: Herr Markert. 8. Gedichtvortrag:An Strassburg von Karl Stieler (Paul Hoeber Hla). 9. Gedichtvortrag:Der Adler von Metz, von Heinrich Vierordt(Heinrich Breul IIIa). 10. Gemeinsamer Gesang:Die Wacht am Rhein, Str. 13.

Zur Vorfeier des Sedantages wurde am Nachmittage des 1. September das beliebte Wald- fest veranstaltet. Unter Vorantritt der Trommler- und Pfeiferabteilung zog die Schule mit Musik und Fahnen um 2 Uhr auf den schönen Festplatz an der Rasenallee(Wilhelmshöhe). Nachdem sich die Schüler geruht und erfrischt hatten, begann um 4 Uhr der turnerische Teil des Festes. Eine grosse Abteilung von 250 Schülern der unteren Klassen führte zunächst unter Leitung des Herrn Oberlehrers Weber eine Gruppe von Freiübungen aus. Sodann traten die besten Turner aus jeder Klasse als Preisturner zu einem Dreikampf im Weitsprung, Wettlauf und Steinstossen an. Die Vorturner-Abteilung turnte am Reck. Nach dem Spruch der Preisrichter(die Herren Ober- lehrer v. Hanxleden, Hintz und Weber) wurden folgende Preise zuerkannt:

Weitsprung Wettlauf Steinstossen III. Abteilung: 1. Preis Martin Trost(Va)....... 3,65 m 16 4,75 m 2. Preis Heinrich Ackermann(Vb).... 3,40 m 152 ⁄5 4,55 m II. Abteilung: 1. Preis Heinrich Mettger(IIIa) 4,40 m 13 9,45 m 2. Preis Paul Jaeger(IIIb)....... 3,80 m 14 5 8,20 m I. Abteilung: 1. Preis Julius Lieberg(Ib)...... 4,60 m 12% 10,20 m 2. Preis Fritz Kautz(Ia)........ 4,50 m 13 5 9,85 m

Vorturner-Abteilung: 1. Preis Karl Polaschek(Ia); 2. Preis Fritz Kautz(Ia).

Die Sieger wurden durch Eichenkränze mit den deutschen Farben ausgezeichnet, die der Direktor mit einer Ansprache verteilte. Nach dem Kaiserhoch und dem allgemeinen Gesang der Nationalhymne kehrten die einzelnen Klassen auf ihre Lagerplätze zurück, wo sich unter Leitung der Herren Klassenlehrer bald ein äusserst fröhliches Leben und Treiben entwickelte(Topfschlagen, Tauziehen, Sackhüpfen, Eierlaufen, Luftballon. Russischlaufen, Dritten Abschlagen, Katze und Maus), an dem sich auch die Angehörigen der Schüler, die wiederum sehr zahlreich der Einladung zum Waldfest gefolgt waren, beteiligten. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Stocklaternen ange- zündet, und die Schule kehrte zu dem festlich beleuchteten Schulgebäude in der Hedwigstrasse zurück, wo das schöne Fest mit dem gemeinsamen Gesang vonDeutschland, Deutschland über alles seinen Abschluss fand.

Die Feier von Kaisersgeburtstag fand am 27. Januar, 9 ½ Uhr, statt. Infolge des dankenswerten Entgegenkommens der Städtischen Behörden, die der Schule den grossen Stadtbausaal zur Verfügung gestellt hatten, konnten diesmal auch die Angehörigen unserer Schüler zu der Feier eingeladen werden. Die Beteiligung war eine sehr zahlreiche. In der Festrede zeigte Herr Ober- lehrer Ripcke, wie der deutsche Kaisergedanke, ursprünglich an alte volkstümliche, heidnische und christliche Uberlieferungen anknüpfend, sich allmählich weiter entwickelte, wie er sich mit der Zeit zur Kyffhäusersage verdichtete und schlieſslich in der Herrlichkeit des neuerstandenen deutschen Reiches unter der Führung der Hohenzollern seine Verwirklichung fand. Die vorgetragenen Dich- tungen waren wieder von Herrn Oberlehrer Zergiebel ausgewählt und eingeübt worden; be-