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bisher von Herrn Lehrer Grün versehene Stelle wurde in eine Oberlehrerstelle verwandelt und Herrn Oberlehrer Laubert, ebenfalls von der Realschule zu Wittenberge, übertragen. Da Herr Oberlehrer Laubert bei dem herrschenden Lehrermangel zur vollen Einhaltung seiner Kündigungsfrist genötigt ist, kann er sein neues Amt erst zu Ostern 1903 antreten. Für das Winterhalbjahr wurde die Stelle vertretungsweise durch Herrn Lehrer Krause versehen, der zu Michaelis 1902 von Eschwege eigentlich an die hiesige Bürgerschule 13 berufen war.— Ostern 1902 wurde Herr Seminarkandidat Loewe der Anstalt überwiesen, der auch Michaelis zur Ableistung seines Probejahres an der Real- schule verblieb.
Somit setzte sich das Kollegium wie folgt zusammen: 1. Direktor Dr. Harnisch, 2. Pro- fessor Dr. Hoebel, 3. Professor Dr. Pohler(im Winter Oberlehrer Pietschker), 4. Professor Dr. Kressner, 5. Oberlehrer Dr. Wetzell, 6. Oberlehrer Zergiebel, 7. Oberlehrer Theisen, 8. Oberlehrer Dr. Heuser, 9. Oberlehrer Schröder, 10. Oberlehrer v. Hanxleden. 11. Ober- lehrer Ripcke, 12. Oberlehrer Dr. Koniecki, 13. Oberlehrer Dr. Gaebel, 14. Oberlehrer Hintz, 15. Oberlehrer Weber, 16. Zeichenlehrer Allwohl, 17. Lehrer Grün(im Winter ver- treten durch Lehrer Krause), 18. Lehrer Markert, 19. Kaplan Goebel(katholischer Reli- gionslehrer), 20. Seminarlehrer Katz(israelitischer Religionslehrer), 21. Lehrer Schwab(katho- lischer Religionslehrer), 22. Kandidat des höheren Schulamts Loewe.
Das Dezernat der Anstalt ging im Laufe des Schuljahres an den Direktor des hiesigen Königlichen Provinzial-Schulkollegiums, Herrn Oberregierungs- und Geheimen Regierungsrat D. Dr. Lahmeyer über, der am Freitag, den 7., und Sonnabend, den 8. November, den Unterricht in sämtlichen Klassen und bei sämtlichen Lehrern einer Besichtigung unterzog. Am 11. September wohnte Herr Kgl. Provinzial-Schulrat Dr. Kaiser mit den Mitgliedern des hiesigen Kgl. Oberlehrer- Seminars dem französischen Unterricht des Herrn Oberlehrer Zergiebel bei.
Die Erneuerung des gesamten Innenanstrichs des Schulgebäudes zurüo durch Inangriffnahme der beiden Treppenhäuser und der Gänge weitergeführt. Die Ausstattung der ganzen Schule mit neuen zweisitzigen Rettigbänken gelangte zum Abschluss.
Zu eingehenden Erörterungen der Städtischen Behörden führte im verflossenen Jahre die Frage des Ausbaues der Realschule zur zweiten Oberrealschule. Der Plan ging dahin, die Parallel-Obersekunda und die Parallel-Prima von der hiesigen Oberrealschule schrittweise abzuzweigen und diese überzähligen Klassen an die Realschule anzugliedern. Nachdem den Ober- realschulen zu den bisherigen Berechtigungen auch noch die Berechtigung zum gesamten philo- logischen Studium, zum juristischen Studium und zur Offiziers- und Marinelaufbahn verliehen worden sind und die Gleichberechtigung aller höheren Lehranstalten damit im wesentlichen durchgeführt ist, zeigt sich allerorten ein wachsender Zudrang zu diesen Anstalten, besonders zu den Oberklassen. Dieser wird noch dadurch verstärkt, dals die meisten Laufbahnen überfüllt sind und durch die grosse Zahl von Bewerbern mit weiterreichender Schulbildung die Einjährigen-Berechtigung gegen früher an Wert verloren hat. Diese veränderte Sachlage hat bereits eine grofse Zahl von(selbst kleineren) Städten bestimmt, ihre Realschulen zu Vollanstalten auszubauen. In kurzer Zeit ist die Zahl der Oberrealschulen bis auf 62 angewachsen, davon 36 in Preussen. Während in den Jahren 1883— 1892 von den Untersekundanern der Oberrealschulen nur 23% nach Obersecunda übertraten, stieg diese Zahl in den Jahren 1892— 1900 bis auf 56%.— Zu diesen allgemeinen Gründen kamen für die hiesigen Verhältnisse noch örtliche Gründe von besonderer Wichtigkeit. Die Beibehaltung einer besonderen förmlichen Schlussprüfung an den Realschulen statt der Versetzungsprüfung der


