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§ 5. Fällt die Prüfung günstig aus, so erhält der Schüler ein Zeugnis über die bestandene chluss- prüfung. § 6. Diese Bestimmungen treten mit dem 1. Januar 1902 in Kraft.
III. Jahresbericht.
Das laufende Schuljahr begann am 16. April 1901 mit der Aufnahmeprüfung von 122 angemeldeten Schülern und schliesst am 22. März 1902. Die Pfingstferien dauerten vom 26. bis zum 29. Mai, die Sommerferien vom 7. Juli bis zum 5. August, die Herbstferien vom 29. September bis zum 13. Oktober und die Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1901 bis zum 6. Januar 1902.
Ein Kuratorium bestand für die Realschule auch während des verflossenen Schul- jahres noch nicht; Vertreter der Patronatsbehörde bei den Reifeprüfungen war Herr Stadtschulrat Bornmann.
Im Lehrerkollegium sind folgende Veränderungen eingetreten: Herr Dr. Dohse verliess uns nach Beendigung seines Probejahres, um einem Rufe als Oberlehrer an die Sachsen- häuser Realschule zu Frankfurt a/ M. Folge zu leisten. An seipe Stelle trat Ostern 1901, nachdem die bisherige wissenschaftliche Hülfslehrerstelle in eine Oberlehrerstelle umgewandelt worden war, Herr Oberlehrer Weber, bisher am Kgl. Realprogymnasium zu Biedenkopf.
Karl Weber, geboren am 15. Februar 1871 zu Kindenheim in der Pfalz als Sohn des Gutsbesitzers
Jakob Weber, mennonitisch, besuchte die Lateinschule zu Grünstadt, dann die Realschule in der Altstadt und zuletzt das Realgymnasium in Bremen und verliels diese Anstalt Herbst 1890 mit dem Zeugnis der Reife. Er studierte auf den Universitäten München und Marburg neuere Sprachen und Erdkunde. Am 30. Juli 1897 bestand er in Marburg seine Staatsprüfung, nachdem er am 26. Februar 1895 an der Kgl. Turn- lehrerbildungsanstalt zu Berlin sein Turnlehrerexamen gemacht hatte. Vom 1. Oktober 1897 bis 1. Oktober 1898 genügte er seiner Militärpflicht in Stralsburg i. Els. Michaelis 1898 wurde er dem pädagogischen Seminar zu Weilburg als Seminarkandidat zugeteilt. Von Michaelis 1899 bis Michaelis 1900 war er an dem Realprogymnasium zu Arolsen als Probekandidat und wissenschaftlicher Hilfslehrer thätig. Von Michaelis 1900 bis Ostern 1901 war er wissenschaftlicher Hilfslehrer an dem Kgl. Realprogymnasium in Biedenkopf und wurde zu Osiern 1901 an die Realschule zu Kassel berufen.
Somit setzte sich das Kollegium wie folgt zusammen: 1. Direktor Dr. H arnisch, 2. Professor Dr. Hoebel, 3. Professor Dr. Pohler, 4. Professor Dr. Kressner, 5. Oberlehrer Dr. Wetzell, 6. Oberlehrer Zergiebel, 7. Oberlehrer Vollhase, 8. Oberlehrer Theisen(zugleich Turn- lehrer), 9. Oberlehrer Dr. Heuser(augleich Turnlehrer), 10. Oberlehrer Schröder, 11. Ober- lehrer v. Hanxleden(zugleich Turplehrer), 12. Oberlehrer Ripeke, 13. Oberlehrer Dr. Koniecki, 14. Oberlehrer Hintz(zugleich Turnlehrer), 15. Oberlehrer Weber(zugleich Turnlehrer), 16. Zeichen- lehrer AIlwohl, 17. Lehrer Grün(zugleich Turnlehrer), 18. Lehrer Markert, 19. Kaplan Weber(katholischer Religionslehrer), 20. Seminarlehrer Kat⸗z(israelitischer Religionslehrer).
Das Innere des Schulgebäudes erfuhr zum gröfsten Teil eine Erneuerung des Anstrichs. Sämtliche Fussböden erhielten einen staubdümpfenden Fussbodenanstrich. Die Aus- stattung der Klassenzimmer mit zweisitzigen Rettigbänken wurde weitergeführt. Sämtliche Klassenzimmer wurden mit Klassenschränken zur Aufnahme der auf die einzelnen Stufen verteilten Schülerbibliothek ausgestattet. Die beiden Zeichensäle erhielten die langentbehrte Wasserleitungsanlage.
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