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Rettigbänken wurde weitergeführt. In einigen Klassenzimmern fanden Versuche mit einem staubdämpfenden Fussbodenanstrich statt.
Der Gedächtnisstoff für Religion und Deutsch erfuhr eine Neuordnung; ausserdem wurde für Schreiben und Singen ein neuer Lehrplan in Angriff genommen.
Zur Erinnerung an den Geburts- und Todestag Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs hielten die Herren Oberlehrer Dr. Koniecki, Zeichenlehrer Allwohl, Lehrer Markert und Probekandidat Dr. Dohse Ansprachen an die im Saale versammelten Schüler. Gemäſs der von Sr. Majestät dem Kaiser getroffenen Bestimmung wurden die Schüler aller Klassen am 5. Mai auf die Bedeutung der am nächsten Tage eintretenden Grofsjährigkeit des Kronprinzen hingewiesen. Das Gleiche geschah an Moltkes hundertjährigem Geburts- tag. Am Reformationsfeste sprach Herr Zeichenlebhrer Allwohl.
Zwei auf Veranlassung des Herrn Staatssekretärs des Reichsmarineamts übersandte Ab- züge des Werkes„Deutschlands Seemacht sonst und jetzt“ von Kapitänleutnant a. D. Wislicenus wurden in der Schlufsfeier Ostern 1900 an die Schüler Wilhelm Wenzel(II a) und Karl Badenhausen(IIb) verliehen.
Die Sedanfeier wurde am 1. September, 9 Uhr morgens, nach folgender Ordnung ab- gehalten:
1. Allgemeiner Choralgesang:„Sei Lob und Ehr“, Str. 1 und 2.— 2. Vortrag:„Heil, Hohenzollern!“ von Wolfgang Müller von Königswinter(HNeinrich Dietrich Vb).— 3. Vortrag:„Jung Deutschland auf der See“. Aus dem Kladderadatsch(vom 19. August 1900)(Hans Haller IVa).— 4. Chorgesang: Motette „Herr, Deine Güte reicht so weit“, von Grell.— 5. Vortrag:„Auf den Tod Kaiser Wilhelms I.“, von Ernst v. Wildenbruch(Wilhelm Mergard la).— 6. Vortrag:„Bismarcklied“, von Eugen Schwetschke (Franz Bernhardt VIa).— 7. Gesang der Quinten:„O du Deutschland, ich muss marschieren“.— 8. Vortrag:„Die Brüder“. Eine deutsche Mär, von Julius Lohmeyer(Heinrich Nickel IIb).— 9. Vortrag:„Meister Erwins Heerschau“, von Otto Hörth(Kudolf Boye III a).— 10. Chorgesang: „Vaterlandslied“, von Marschner.— 11. Ansprache: Herr Dr. Dohse.— 12. Gemeinsamer Gesang:„Die Wacht am Rhein“, Str. 1—3.
Am Nachmittage des 3. September zog die Schule, wie in den Vorjahren, mit Musik und Fahnen, unter Vorantritt der Trommler- und Pfeiferabteilung zum Waldfeste auf den schattigen Festplatz an der Rasenallee. Die Beteiligung seitens der Angehörigen unserer Schüler und soustiger Freunde der Anstalt war auch diesmal wieder eine sehr zahlreiche. Unter turnerischen Ubungen, Gesangsvorträgen sowie allerhand volkstümlichen Übungen und Spielen(Sackhüpfen, Topfschlagen, Plumpsack, Russisch-Laufen, Eierlauf, Tauziehen, Dritten abschlagen, Jagdball, Kreisball u. dergl.) flogen der munteren Schar die Stunden schnell dahin.
Den Mittelpunkt des Waldfestes bildete ein turnerischer Dreikampf, zu dem jede Klasse ihren besten Turner als Wettturner gestellt hatte. Die beiden Primen und Sekunden bildeten die erste, die beiden Tertien und Quarten die zweite, die beiden Quinten und Sexten die dritte Abteilung. Zunächst malfsen die Preisturner jeder Abteilung ihre Kräfte im Hochsprung und im Wettlauf über 100 m. Nachdem auf diese Weise die beiden besten Turner jeder Abteilung ermittelt worden waren, wurde zwischen diesen beiden der Wettbewerb um den ersten Preis durch einen Ringkampf entschieden; dieser blieb in der ersten und dritten Abteilung unentschieden. Nach dem Spruch der Preisrichter(der Direktor, die Herren Oberlehrer Dr. Heuser und v. Hanxleden) wurden folgende Preise zuerkannt:
III. Abteilang: 1. Preis Georg Urff(VIa) mit 1,05 m hohem Sprung;
2. Preis August Diez(Va);


