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Zu Michaelis 1897 wurde Herr Probekandidat Stoll der Anstalt zur Ableistung des pädagogischen Probejahres überwiesen.
Die auf den inneren Ausbau der Anstalt gerichtete Thätigkeit des Lehrerkollegiums hatte in dem verflossenen Schuljahre in erster Linie die Vere infachung des Gedächtnis- stoffe'’s und die Ausmerzung der entbehrlichen Fremdwörter aus der Schulsprache zum Ziel. Für Deutsch, Geschichte und Gesang wurde die Einführung neuer Lehrbücher beschlossen.
An den Geburts- und Todestagen Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs hielten vor Beginn des Unterrichts die Herren Professor Dr. Hoebel, Professor Dr. Pohler, Ober- lehrer Dr. Kreſsner und Probekandidat Stoll Ansprachen an die im Saale versammelten Schüler. Am Reformationsfeste sprach Herr Oberl. Dr. Schreiber.
Die Sedanfeier wurde am 2. September, 9 Uhr morgens, nach folgender Ordnung abgehalten:
1. Allgemeiner Choralgesang: Wie grols ist des Allmächt'gen Güte.— 2. Vortrag:„Die Trompete von Vion- ville“ von Freiligrath(Georg Beuermann, IV).— 3. Vortrag:„Die Rosse von Gravelotte“ von Gerok(Hugo Jeschke, V).— 4. Gesang:„Barbarossa“, zweistimmig(Sexta und Quinta).— 5. Vortrag:„Des deutschen Knaben Tischgebet“ von Gerok(Rudolf Boye, VI).— 6. Vortrag: Abschnitt aus der„Schlacht von Sedan“ von Dahn(Ludwig Wissemann, III).— 7. Chorgesang:„An das Vaterland“(Uhland) von Kreutzer, vierstimmig.— 8. Vortrag: Abschnitt aus der„Schlacht von Sedan“ von Wildenbruch(Emil Preising, J). — 9. Vortrag:„Die Fahne der Einundsechziger“ von Wolff(Friedrich Hess, ID.— 10. Chorgesang: „Der deutsche Rhein“(Becker) von R. Schumann, vierstimmig.— 11. Ansprache: Herr Oberlehrer Dr. Schreiber.— 12. Gemeinsamer Gesang:„Die Wacht am Rhein“ Str. 1—3.
Am Nachmittage des 1. September zog die Schule, wie in den Vorjahren, mit Musik und Fahnen, unter Vorantritt der Trommler- und Pfeiferabteilung zum Waldfeste auf den schattigen Festplatz an der Rasenallee. Die Beteiligung seitens der Angehörigen unserer Schüler und sonstiger Freunde der Anstalt war auch diesmal wieder eine sehr zablreiche. Unter turnerischen UÜbungen, Gesangsvorträgen und volkstümlichen Wettübungen flogen der munteren Schar die Stunden schnell dahin.
Für die volkstümlichen Wettübungen waren die Schüler nach dem Lebensalter in drei Abteilungen geteilt; die Beteiligung war erfreulicherweise eine sehr lebhafte und der Sieg in den meisten Fällen hart umstritten. Folgende Schüler gingen als Sieger hervor:
I. Hochspringen.
1. Abteilung(14 Jahre alt und darüber): Ludwig Wissemann(III) mit 1,50 m hohem Sprung; 2. Abteilung(12 und 13 Jahre alt): Friedrich Fischer(III) mit 1,30 m hohem Sprung; 3. Abteilung(11 Jahre alt und darunter): Valentin Stiegel(V) mit 1,20 m hohem Sprung; II. Wettlaufen über die 130 m lange Bahn. 1. Abteilung: Sieger Georg Rüdiger(III) in 19 Sekunden; 2. Abteilung: Sieger Robert Biehl(III) in 22 Sekunden; 3. Abteilung: Sieger Max Reinach(IV) in 20 Sekunden. III. Musterriege am Pferd. Sieger: Harry Hopf(D, Karl Richter(I) und Edgar Worch(D.
Nach Beendigung der Wettspiele wies der Direktor in einer Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin; jeder Sieger erhielt einen Eichenkranz mit den deutschen Farben. Mit einem Hoch auf den Kaiser und dem gemeinsamen Gesang des„Heil dir im Siegerkranz“ fand dieser Teil der


