Jahrgang 
1898
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III. Jahresbericht.

Das laufende Schuljahr begann am 12. April 1897 mit der Aufnahmeprüfung und schlieſst am 2. April 1898. Die Pfingstferien dauerten vom 6. bis 9. Juni, die Sommerferien vom 4. Juli bis 2. August, die Herbstferien vom 26. September bis 11. Oktober und die Weih- nachtsferien vom 24. Dezember 1897 bis zum 6. Januar 1898.

Ein Kuratorium bestand für die Realschule leider auch während des verflossenen Schuljahres nicht; Vertreter der Patronatsbehörde bei den Reifeprüfungen war Herr Stadtschulrat Bornmann.

In den Sommerferien wurde ein grölserer Anbau an das Schulgebäude für die Zwecke der neuerrichteten Kgl. Baugewerkschule in Angriff genommen. Ohne dals dadurch für die Kgl. Baugewerkschule irgend etwas gewonnen wurde, erwuchsen aus diesem vorzeitigen Bau für den äufseren Schulbetrieb der Realschule mannichfache Störungen. Für die Zeit von den Sommerferien bis Ende Oktober konnte der Schulhof von den Schülern nicht benutzt werden. Dieselben ver- brachten die grofse Vormittagspause auf dem Akazienweg, die übrigen Pausen in den Klassen- zimmern. Der Hofeingang wurde erst Neujahr 1898 frei. Nur der entgegenkommenden Haltung der Bauleitung war es zu verdanken, dals wenigstens erheblichere Störungen des Unterrichts ver- mieden werden konnten.

Im Lehrerkollegium sind folgende Veränderungen eingetreten. Herr wiss. Hilfs- lehrer Wagner bedurfte zur Wiederherstellung seiner Gesundheit für August und September eines zweimonatlichen Urlaubs. Er wurde zum 1. Oktober 1897 auf seinen Antrag von der Weiterversehung seiner Hilfslehrerstelle entbunden. An zseine Stelle trat Herr wiss. Hilfs-

lehrer v. Hanxleden.

v. Hanxleden, Erich, geboren am 29. Juli 1868 auf der Oberförsterei Netzer-Tiergarten in Waldeck, evang. Konfession, besuchte das Gymnasium zu Corbach und erhielt Herbst 1887 das Zeugnis der Reife. Er widmete sich dem Studium der Mathematik und Naturwissenschaften auf den Universitäten Jena und Marburg. An letzterer bestand er Oktober 1893 die Prüfung für Mathematik, Physik, Erdkunde, Zoologie und Botanik. Seine praktische Ausbildung als Seminar- und Probekandidat erfolgte am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Cassel. Sodann war er ein Jahr in Dortmund und ½ Jahr in Marburg thätig.

Der katholische Religionslehrer, Herr Kaplan Braun, dessen Thätigkeit für kirchliche Zwecke anderweitig in Anspruch genommen wurde, schied zum ,1. April 1897 aus seiner bis- herigen Wirksamkeit. Seine Stunden übernahm von dem angegebenen Zeitpunkt ab Herr Kaplan Lammeyer.

Somit setzte sich das Kollegium wie folgt zusammen: 1. Direktor Dr. Harnisch, 2. Pro- fessor Dr. Hoebel, 3. Professor Dr. Pohler, 4. Oberlehrer Dr. Krefsner, 5. Oberlehrer Dr. Schreiber(zugleich Turnlehrer), 6. Oberlehrer Zergiebel(zugleich Turnlehrer), 7. Ober- lehrer Theisen(zugleich Turnlehrer), 8. Wissenschaftlicher Hilfslehrer v. Hanxleden, 9. Zeichenlehrer Allwohl, 10. Kaplan Lammeyer(als katholischer Religionslehrer), 11. Seminar- lehrer Katz(als israelitischer Religionslehrer).

Herr Probekandidat Güngerich verliels die Anstalt am 21. Mai 1897, um den Rest seines Probejahres im Ausland zu verbringen. Er kehrte Neujahr 1898 als unbesoldeter wissen- schaftlicher Hilfslehrer an die Realschule zurück und übernahm 6 Std. Französisch in Quinta.