Jahrgang 
1895
Einzelbild herunterladen

. 13 unterricht in sämtlichen Abteilungen erteilt hatte, verliels Cassel, und an seine Stelle trat als wissenschaftlicher Hilfslehrer für den katholischen Religionsunterricht Herr Kaplan Braun.

Der Kandidat des höheren Schulamtes Herr Edmund Stange hatte Michaelis 1894 sein Probejahr beendet und ging an die Königl. Turnlehrer-Bildungsanstalt zu Berlin über. Von dem genannten Zeitpunkte an wurde Herr Dr. Schwerdtfeger der Neuen Realschule zur Ab- leistung seines pädagogischen Probejahres überwiesen.

Somit setzte sich das Kollegium im Winterhalbjahre wie folgt zusammen: 1. Direktor Dr. Quiehl, 2. Prof. Dr. Höbel, 3. Oberlehrer Dr. Pohler, 4. Oberlehrer Dr. Kreſsner, 5. Oberlehrer Dr. Schreiber(zugleich Turnlehrer), 6. Oberlehrer Zergiebel(zugleich Turn- lehrer), 7. Oberlehrer Beinhauer(zugleich Turnlehrer), 8. Oberlehrer Theisen, 9. Kandidat des höheren Schulamtes Dr. Schwerdtfeger, 10. Zeichenlehrer Allwohl, 11. Kaplan Braun (als katholischer Religionslehrer), 12. Dr. Stein(als israelitischer Religionslehrer).

Mit Schluſs dieses Schuljahres wird der Berichterstatter die Anstalt verlassen, um an die hiesige Ober-Realschule überzugehen. Der Abschied wird ihm nicht leicht fallen. Hat doch der Unterzeichnete während der 6 Jahre, die er an der Anstalt wirken durfte, die Schule sich aus- bauen und, soweit Klassenzahl und Raumverhältnisse es gestatteten, sich entwickeln sehen; bringt doch der Abschied die Trennung von einem Kollegium, das dem Direktor seine Thätigkeit zu einer leichten und fröhlichen machte, und zugleich die Trennung von einer Schülergemeinde, deren Zahl es gestattete, jeden Einzelnen näher kennen zu lernen und an der gedeihlichen Entwicklung jedes Einzelnen Anteil zu nehmen.

Zum Nachfolger des Unterzeichneten ist der Leiter der Realschule in Quedlinburg, Herr Dr. Harnisch, ausersehen.

An den Geburts- und Todestagen der beiden ersten deutschen Kaiser hielten vor Beginn des Unterrichtes die Herren Oberl. Dr. Schreiber, Oberl. Beinhauer, Oberl. Zergiebel und Oberl. Theisen Ansprachen an die im Saale versammelten Schüler. Da der 2. September diesmal auf einen Sonntag fiel, so feierte die Schule das Sedanfest am 1. September. Am Vor- mittage fand eine Schulfeier statt, deren Ordnung die folgende war:

1. Weihgesang:Brüder weihet Herz und Hand von Franz Abt. 2. Vorträge: a) Oberst Emmerich von Adolf Bube(Otto Wenderoth, IV); b) Ein Wort vom alten Blücher von Georg Hesekiel(Karl

Breda, V). 3. Vaterlandslied:Und hörst du das mächtige Klingen? von Marschner. 4. Vorträge:

a) Am 3. September 1870 von Emanuel Geibel(Georg Winter, III); b) Die Geister der Helden von Karl

Gerok(Gustav Adams, II); c) Zur Heimkehr 1871. Ein preuſsisches Festspiel von Max Jähns(Otto

Hurttig, Hermann Born. Hans Scheld, I). 5. Chorgesang:Sie sollen ihn nicht haben von Robert

Schumann. 6. Ansprache von Herrn Oberlehrer Beinhauer. 7. Allgemeiner Gesang:Es braust ein

Ruf wie Donnerhall von Max Schneckenburger.

Am Nachmittage zog die Schule bei prachtvollem Wetter mit Musik und Fahnen auf den Festplatz an der Rasenallee, wo bei grosser Beteiligung seitens der Angehörigen unserer Schüler unter fröhlichem Spiel, Wettturnen und Gesang die Stunden schnell dahinflogen. Bei dem Wett- laufen der Schüler der unteren Klassen erhielten Preise die Sextaner Erich Fischer und Willi Hartung, die Quintaner Ludwig Wissemann und Adolf Bosse und die Quartaner Ernst Wey- mann und Wilhelm Klein; bei dem Wettspringen der besten Turner der drei obersten Klassen gingen als Sieger hervor: Hugo Nissen und Gustav Grau(III), Hermann Golze, Christof Klein und Hans Cönning(II), Hans Schaub, Walter Weymann und Fritz Ehrhardt(h.