Jahrgang 
1893
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Die Geburts- und Todestage der in Gott ruhenden Kaiser Wilhelm I. und Friedrich wurden in der durch den Ministerialerlass vom 27. Juli 1888 vorgeschriebenen Weise begangen. Am

Sedantage veranstaltete die Anstalt vormittags eine Schulfeier, deren Ordnung die folgende war.

1. Chorgesang: Deutsche Volkshymne von W. Kleefeld: Für Kaiser und Reich.(4-stimmig). Vorträge:

a) Soldatenlied aus dom Jahre 1870 von Wolrad Kreusler(Alfred Nippoldt, V); b) Das Lied vom General

Staff von Karl Schönbardt(Gustav Adams, IV). 3. Chorgesang: Des deutschen Knaben Gelübde von

Franz Abt(2-stimmig). 4. Vorträge: a) Das braune Ross von Fricke(Franz Bialas, VI); b) Die Fahne

der Einundsechziger von Julius Wolff(Moritz Goldschmidt, II). 5. Chorgesang: Zuruf an das Vaterland

von Nägeli(4-stimmig). 6. Vorträge: a) Die Trompete von Gravelotte von Ferd. Freiligrath(Otto Hurttig, III);

b) Schlussscene aus der Schlacht von Sedan von Felix Dahn(Ferdinand Löwenthal, I). 7. Ansprache, gehalten von Herrn Allwohl. 8. Gemeinschaftlicher Gesang: Es braust ein Ruf. Str. 1 u. 2.

Der Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs wurde am 27. Januar morgens im festlich geschmückten Saale der Austalt durch eine öffentliche, sehr zahlreich besuchte Schulfeier begangen, von welcher die Behörden, Eltern und Freunde der Schule durch gedruckte Einladungen in Kenntnis gesetzt worden waren. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Richard Beinhauer, welcher über Kaiser Wilhelm I. sprach.

Am Mittwoch den 25. Mai fiel der Unterricht aus, da sich sämtliche Lehrer der Anstalt an der Jahresversammlung des Vereins der Lehrer an den höheren Schulen der Provinz Hessen- Nassau beteiligten.

Der Nachmittagsunterricht musste im Laufe des Sommers häufiger wegen grosser Hitze ausfallen, einige Male auch der Unterricht von 11 1; und zwar fielen Stunden aus am 27. und 31. Mai, am 28. Juni, am 17., 18., 19., 22., 23., 24., 25. und 30. August.

Abgesehen von dem Befinden des Herrn Oberlehrers Förtsch, der durch sein Leiden gezwungen wurde, das ganze Jahr der Schule fern zu bleiben, war der Gesundheitszustand der Lehrer ein günstiger, so dass nur geringe Unterbrechungen des stundenplanmässigen Unter- richtes zu verzeichnen sind. Der Unterzeichnete musste zweimal, im ganzen 7 Tage, vertreten werden, weil er in seiner Eigenschaft als Mitglied der Prüfungskommission für Mittelschullehrer und Rektoren abwesend war.

Der Gesundheitszustand der Schüler war ebenfalls günstig. Wegen einer an- steckenden Krankheit fehlten drei Schüler, wegen einer ansteckenden Krankheit in der Familie weitere drei Schüler.

Am 13. Januar d. J. forderte der Königliche Kommissar für die Weltausstellung in Chicago im Unterrichtsministeriumin dem Wunsche, auch die Ergebnisse der Reformmethode im neusprachlichen Unterrichte zur Geltung zu bringen, den Unterzeichneten auf, je drei englische und französische Hefte jeder Klasse für die Ausstellung einzusenden. Dieselben gingen am 21. desselben Monats ab.

Am 24. März von 11 bis 1 Uhr wird ein Abturnen sämtlicher Turnabteilungen unter Leitung der Turnlehrer im Beisein des Kollegiums in folgender Ordnung stattfinden:

Sexta: Aufmarsch mit Gesang; Barren. Quinta: Reigen und Leiter. Quarta: Freiübungen und Bock.

Tertia: Eisenstabübungen; L'ferd. Sekunda und Prima: Hantelübungen; Riegenturnen in 4 Riegen an 4 Geräten (Barren. Schaukelringe, Streckschaukel und Springen). Vorturnerabteilung: Sturmspringen und Kürübungen am Reck. Ostern 1891 erhielten den Berechtigungsschein für den einjährig-freiwilligen

Militärdienst(Fortsetzung von S. 18 des Jahresberichtes von 1891):

18. Wilhelm Römmer. 21. Philipp Siebert. 24. Gustav Claus.

19. Ludwig Ziehe. 22. Karl Ochs. 25. Bartholomäus Schäfer.

20. Konrad Schunck. 23. Richard Wendt. 26. Karl Scheyhing.