Jahrgang 
1893
Einzelbild herunterladen

Das Kuratorium bestand am Anfange des Schuljahrs aus a. den ständigen Mitgliedern: den Herren 1. Oberbürgermeister Weise, 2. Stadtschulrat Bornman n, 3. Direktor Dr. Quiehl; b. den gewählten Mitgliedern: den Herren 4. Stadtratsmitglied Wentzell, 5. Bürgerausschuss- mitglied Geh. Kommerzienrat Henschel, 6. Bankier Aug. Ludw. Pfeiffer, 7. Privatbaumeister Potente, 8. Pfarrer Wagner.

Einen grossen Verlust erlitt das Kuratorium durch das am 23. September 1892 erfolgte Hinscheiden des Herrn August Ludwig Pfeiffer; für denselben wurde Herr Rudolf Scholl gewählt. Ferner trat infolge seiner Pensionierung der Vorsitzende des Kuratoriums, der Geh. Regierungsrat Herr Oberbürgermeister Weise am 1. November 1892 aus, worauf der Vorsitz bis zur ÜUbernahme desselben durch den neugewählten Oberbürgermeister, Herrn Westerburg, an Herrn Wentzell überging, so dass das Kuratorium am Schlusse des Schul- jahres folgende Herren zu Mitgliedern hatte:

a) Ständige Mitglieder: 1. Oberbürgermeister Westerburg, 2. Stadtschulrat Bornman n, 3. Direktor Dr. Quiehl; b) Gewählte Mitglieder: 4. Stadtrat Wentzell, 5. Geh. Kommerzien- rat Henschel, 6. Weinhändler Rudolf Scholl, 7. Baumeister Potente, 8. Pfarrer Wagner.

Das Lehrerkollegium setzte sich beim Eintritt in das neue Schuljahr wie folgt zusammen: 1. Direktor Dr. Quiehl; 2. Oberlehrer: Förtsch, Dr. Höbel, Dr. Kressner, Dr. Pohler, Dr. Schreiber(zugleich Turnlehrer), Zergiebel, Beinhauer(zugleich Turnlehrer); 3. wissen- schaftlicher Hilfslehrer: Theisen; 4. Elementar- und Zeichenlehrer Allwohl; 5. katholische Religionslehrer: Kaplan Jestädt, Nau; 6. israelitischer Religionslehrer: Dr. Stein.

Durch den Wegfall der siebenten Klasse wurden 1 ½ Lehrkräfte überflüssig; infolge des- selben schieden der wissenschaftliche Hilfslehrer Herr Theisen und Herr Gesanglehrer Klein aus dem Kollegium aus. Ersterer blieb jedoch der Anstalt als Lehrer erhalten, indem er den Unterricht des wegen andauernder Krankheit das ganze Jahr hindurch beurlaubten Oberlehrers Herrn Rich. Förtsch übernahm. Den katholischen Religionsunterricht übernahm im Winter- halbjahr Herr Kaplan Lins.

Herr Zergiebel erhielt auf den Vorschlag des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums ein Stipendium zum Aufenthalt in Ländern französischer Zunge und wurde daher für das ganze Winterhalbjahr beurlaubt. Er nahm während dieser Zeit in Genf, Macon und Paris Aufenthalt. Mit seiner Vertretung wurde Herr Dr. Schwarzentraub betraut, welcher der Anstalt zur Ableistung des Probejahrs überwiesen worden war.

Christian Schwarzentraub, geboren am 12. Dezember 1863 zu Hof-Strupbach, Kreis Biedenkopf, evang. Bekenntnisses, besuchte bis Michaelis 1883 das Realgymnasium zu Giessen und studierte darauf in Marburg und München neuere Sprachen. Am 31. März 1890 erwarb er sich auf Grund der wissenschaftlichen Abhandlung:Die Pflanzenwelt in den altfranzösischen Karlsepen zu Marburg den Doktortitel und bestand am 29. Mai 1891 die Staatsprüfung. Michaelis 1891 bis Michaelis 1892 legte er an dem hiesigen Friedrichs- gymnasium das Seminarjahr ab..

Das Lehrerkollegium bestand demnach im Winterhalbjahr aus dem Direktor, den Herren Oberlehrer Förtsch(das ganze Jahr beurlaubt), Oberlehrer Dr. Höbel, Oberlehrer Dr. Kressner, Oberlehrer Dr. Pohl er, Oberlehrer Dr. Schreiber(zugleich Turnlehrer), Oberlehrer Z ergiebel (im Winterhalbjahr beurlaubt), Oberlehrer Beinhauer(zugleich Turnlehrer), dem wissenschaft- lichen Hilfslehrer Herrn Theisen, dem Probekandidat Herrn Dr. Schwarzentraub, dem Elementar- und Zeichenlehrer Herrn Allwohl und den Religionslehrern Herrn Kaplan Lins, Herrn Nau und Herrn Dr. Stein.