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geschieht. In dem Betrage für die Anleihe, welche die Stadt Cassel für die Bedürfnisse der nächsten Jahre aufgenommen hat, ist für den Neubau der Neuen Realschule die Summe von 450000 Mark eingestellt worden. Wir würden es mit grosser Freude begrüssen, wenn möglichst bald mit dem Bau begonnen werden könnte.—
Die Geburts- und Todestage der in Gott ruhenden Kaiser Wilhelm I. und Friedrich wurden in der durch den Ministerialerlass vom 27. Juli vorgeschriebenen Weise begangen. Am Sedantage veranstaltete die Anstalt vormittags eine Schulfeier, deren Ordnung die folgende war:
1. Choral: Lobe den Herren, Str. 1 u. 2.— 2. Vorträge: a) Kriegslied von Rudolf Gottschall(Konrad
Göpfert, UI); b) Das Lied vom Schill von Ernst Moritz Arndt(Georg Cöster, II); c) Der Schmied von Sedan von Rübel(Alfred Fischer und Richard Ziegler, V).— 3. Chorgesang: Stimmt an mit hellem hohen Klang von Sturm.— 4. Vorträge: a) Dem Enkel Wilhelms I. von E. Zergiebel(Karl Thöring, III); b) Des deutschen Knaben Tischgebet von Karl Gerok(Georg Winter, VI); c)„Sedan“ von Curtius(Wilhelm Rudolph, O).— 5. Chorgesang:„Zu dem Orte zieht's mich wieder“ von F. E. Fesca.— 6. a) Festrede von Herrn Oberlehrer Förtsch. b) Vortrag: Seliger Soldatentod von Karl Gerok(Haus Neumann, IV).— 7. Gesang: Es braust ein Ruf wie Donnerhall, Str. 1—5.
Nachmittags zog die Schule mit Musik und Fahnen nach dem Festplatz an der Rasenallee, wo die Stunden unter Wettturnen und Spielen schnell dahin schwanden. Bei einbrechender Dunkelheit kehrte die fröhliche Schaar bei dem Lichte von Stocklaternen, welche von freundlichen Gönnern gestiftet worden waren, bis zum Schulhofe zurück, wo die Feier mit einer Schluss- ansprache des Direktors und dem Gesange von„Deutschland, Deutschland über Alles“ ihr Ende erreichte.— Beim Wettturnen waren die Schüler ihrer Grösse entsprechend in drei Abteilungen eingeteilt; in der I. Abteilung errangen Gustav Claus(O J) und Julius Göbel(UI) die Preise, in der II. Abteilung Franz Degenhardt(III) und Rudolph Höch(UI) und in der III. Fritz Leonhard(UI) und Christian Grebe(II).
Mittwoch den 23. September 1891 vormittags 11 Uhr fand zur Feier des 100. Geburts- tages Theodor Körners eine Gedenkfeier statt, die folgenden Verlauf nahm:
1. Gesang:„Unsere Zuversicht“ von Th. Körner, Str. 1 u. 6.— 2. Vorträge: a)„Theodor Körner“ von Fr. Förster(Karl Töleke, VI); b)„Körners Geist“ von Fr. Rückert(Wilhelm Pütz, IV); c) Zum 100. Geburts- tage Körners von Zergiebel(Fritz Fiege, UI).— 3. Chorgesang: Was glänzt dort vom Walde von Th. Körner.— 4. Vortrüge: a) Jägerlied von Th. Körner(Wilhelm Leinweber, V); b) Aufruf von Th. Körner(Fritz Avenarius, III); c) Letzter Trost von Th. Körner(Karl Otto, IID).— 5. Aufführung von„Zriny“ III, 6—10 von Th. Körner(SOberprimaner).— 6) Chorgesang:„Gebet während der Schlacht“ von Th. Körner, Str. 1— 3.— 7. Fest rede, gehalten von Herra Emil Hermann Zergiebel.— 8. Gemeinschaftlicher Gesang: Deutschland, Deutschland uber Alles, Str. 1—3.
Mit Rücksicht auf die dicht bei Cassel stattfindende Kaiserparade wurde am 12. Sep- tember der Unterricht ausgesetzt. Am Nachmittage desselben Tages nahm die Schule mit den andern Schulen der Stadt Aufstellung in der Kaiserstrasse, um den Kaiser und die Kaiserin bei der Fahrt von Wilhelmshöhe nach der Stadt zu begrüssen.
Der Geburtstag Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs wurde am 27. Januar Morgens im festlich geschmückten Saale der Anstalt durch eine öffentliche, sehr zahlreich besuchte Schulfeier begangen, von welcher die Behörden, Eltern und Freunde der Schule durch gedruckte Einladungen in Kenntuis gesetzt worden waren. Die Festrede hielt der ordentliche Lehrer, Herr Dr. Rudolf Schreiber; er sprach über die kolonialen Bestrebungen des Grossen Kur- fürsten.


