Jahrgang 
1915
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Durch Patent vom 22. Dezember 1914 wurde dem unterzeichneten Direktor der Charakter als Geheimer Studienrat Allerhöchst verliehen.-

H. Prof. Dr. Fennel wurde am 14. Mai 1914 die Rote Kreuz-Medaille 3. Klasse, im September das Eiserne Kreuz 2. Klasse und am 19. Dez. das Ritterkreuz 2. Abt. mit Schwertern des Groß- herzogl. Sächsischen Hausordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken verliehen.

Der regelmäßige Gang des Unterrichts erlitt schon vor dem Ausbruch des Krieges mancherlei Störungen.

Am Beginn des Schuljahres war H. Prof. Dr. Fennel zur Teilnahme an einem mathem.- physikalischen Ferienkursus in Göttingen bis zum 29. April beurlaubt. H. Prof. Hofmann nahm vom 2. bis 10. Juni an einem archäologischen Kursus in Bonn und Trier und H. Gesanglehrer Hesse vom 15. bis 27. Juni an einem Gesanglehrerkursus in Köln teil. Als Geschworene bezw. Schöffen fehlten 2 Lehrer an 2 Tagen. H. Prof. Krüdener mußte vom 22. Juni bis zum 3. Juli, und H. Oberl. Dr. Neumann vom 15. Febr. 1915 an aus Gesundheitsrücksichten beurlaubt werden. Außerdem fehlten im Laufe des Schuljahres 9 Lehrer an zusammen 27 Tagen wegen Krankheit.

Der Unterricht begann während des ganzen Schuljahres um 8 Uhr und wurde fast aus- schließlich am Vormittag in 6 Lehrstunden erteilt. Am 1., 2. und 3. Juli fielen die beiden letzten Vormittagsstunden der Hitze wegen aus. Wenn während des Krieges das Läuten der Kirchen- glocken einen Sieg unserer Waffen verkündete, fiel an demselben oder am folgenden Tag der Unter- richt für einige Stunden aus. Das war der Fall am 22. August, am 1. September, am 27. November, am 3., 8. und 18. Dezember und am 17. und 23. Februar. Die Schüler wurden meist im Saal ver- sammelt und nach einer kurzen Feier mit einer Ansprache entlassen.

An dem in den Osterferien abgehaltenen Oberlehrertag in München beteiligte sich H. Prof. Bröcking, an dem Neuphilologentag in Bremen nahmen in den Pfingstferien H. Prof. Barmeyer und der Unterzeichnete, und gleichzeitig an der Jahresversammlung des Philologenvereins der Provinz in Dillenburg die HH. Prof. Siegel und Prof. Dr. Schaefer teil.

Am 11. Juni 1914 feierte der Vorsitzende des Königl. Provinzialschulkollegiums H. Ober- regierungsrat Dr. Pähler sein 50 jähriges Dienstjubiläum. Am 27. Mai überreichte dazu dem ver- ehrten Herrn Jubilar H. Geh. Studienrat Braun aus Hanau im Auftrage der Direktoren der höheren Schulen der Provinz und im Beisein der acht Direktoren der höheren Schulen Cassels eine künst- lerisch ausgestattete Plakette.

Der Feier des 25 jährigen Bestehens der hies. Oberrealschule II wohnten am 20. Juni die HH. Prof. Beinhauer, Prof. Siegel und der Unterzeichnete bei.

Am Anfang des Schuljahres wurde in allen Klassen auf die Bedeutung des 18. April 1864 hingewiesen. Das vom Herrn Unterrichtsminister übersandte GedenkbuchDüppel und Alsen er- hielt Karl Grandjot(OIIIb). Von einer Feier des Sedantages sah die Schule in diesem Jahre ab. Der Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers wurde am 27. Januar 1915 durch eine öffentliche Feier im Schulsaal festlich begangen, die H. Geh. Regierungs- und Prov.-Schulrat Dr. Kaiser durch seine Anwesenheit beehrte. Nach der Rede des H. Oberl. Dr. Abée überDas deutsche Volk und der Weltkrieg überreichte der Direktor dem Oberprimaner Wilhelm Rennert als Geschenk des Kaisers das WerkDeutschland zur See von E. v. Reventlow. An der ernsten, schlichten Feier des Tages, die der Magistrat der Residenz mittags um 12 Uhr im großen Sitzungssaal der Stadtverordneten veranstaltete, nahmen der Direktor und die HH. Prof. Dr. Bächt, Prof. Beinhauer und Prof. Dr. Schaefer teil.