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aufserdem die Einstellung eines Turnhilfslehrers mit halber Stundenzahl notwendig; und es wurden die neuen Stellen durch die beiden Kandidaten des höheren Schulamtes H. August Grund ¹), H. Dr. Walter Schultz ²) und durch H. Lehrer Wilhelm Schreier ³) besetzt. H. Grund wurde zugleich durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 5. März 1903 der Anstalt zur Ab- leistung seines Probejahres überwiesen. H. Dr. Schultz beendete Herbst 1903 sein Seminarjahr und trat mit Beginn des Winterhalbjahres in sein Probejahr ein(Verfügung des Königl. Provinzial- Schulkollegiums vom 29. Sept. 1903).
H. Oberl. Dr. Knatz ging Ostern 1903 wieder an das hiesige Realgymnasium über, und an seiner Stelle wurde H. Prof. Dr. Ulrici 4) vom Realgymnasium an die Oberrealschule versetzt.
Von schwerem Geschick wurde die Schule im Sommer betroffen. Am Anfange des zweiten Vierteljahres kam aus England, wohin H. Prof. Junghans mit einem neusprachlichen Stipendium, das ihm die Stadt in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte, zu Studienzwecken gereist war, die traurige Kunde, dafs er am letzten Abende seines dortigen Aufenthaltes in Oxford von einem Radfahrer zu Boden geworfen und von einem Schlaganfalle befallen worden sei. An den Folgen dieses Anfalles leidet der Kollege noch immer. Die Mitglieder des Lehrerkollegiums übernahmen im zweiten Vierteljahre seine Stunden; vom 1. Oktober ab erteilte der Kandidat des höheren Schulamtes H. Dr. Jürgens ⁵), der durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 21. Sept. 1903 zugleich zur Ableistung seines Probejahres der Anstalt überwiesen wurde, mit den auf S. 4 und 5 angegebenen Anderungen die betreffenden Stunden.
Noch eine zweite Trauerbotschaft traf am Schlusse der Juliferien ein. Während der Ferien hatte sich bei H. Laus schweres Ohrenleiden eingestellt, das einen operativen Eingriff notwendig machte. Zur Zeit, als man eine Besserung erhoffte, trat ein Rückfall ein, der den Kollegen am 22. Aug. im Alter von 53 Jahren jäh dahinraffte. Wir betrauern in dem Entschlafenen den Verlust eines tüchtigen Mannes, eines treuen Kollegen und gewissenhaften, liebevollen Lehrers, der seinem Berufe von Herzen zugetan war. Er war in seiner besten Zeit an Körper und Geist das Ur- bild eines frischen deutschen Turners, der weit über die Grenzen der Schule und seiner Heimat hinaus für die Sache der Turnerei erfolgreich und vorbildlich gewirkt hat. Die Schule wird
¹) August Grund wurde am 9. November 1877 zu Kreiensen geboren. Er besuchte das Realprogymnasium zu Gandersheim und das Realgymnasium zu Goslar, studierte darauf von Ostern 1898 in Marburg und Göttingen Neuere Sprachen und Erdkunde. Die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen bestand er am 10. Mai 1902 vor der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Göttingen. Zur Ableistung des Seminarjahres wurde er für das Schuljahr 1902/03 der Klinger-Oberrealschule zu Frankfurt a/M. überwiesen.
²) Dr. phil. Walter Schultz, evangelischen Bekenntnisses, wurde am 27. November 1874 zu Lautenburg (Westpreussen) geboren. Er besuchte die Gymnasien zu Löbau, Danzig, Königsberg und Mannheim und bestand in letzterem Ort im Sommer 1894 die Reifeprüfung. Hierauf widmete er sich der militärischen Laufbahn und wurde Leutnant im Pionier-Bataillon No. 19. Im Winter 1897 trat er zu den Reserveoffizieren über und studierte zuerst in Leipzig, dann in Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Am 18. Dezember 1901 bestand er das Examen rigorosum, am 2. Mai 1902 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen vor der Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg.
³) Wilhelm Schreier wurde geboren am 4. Juni 1873 zu Steele a. d. Ruhr, besuchte die Präparanden- Anstalt zu Quedlinburg und das Seminar zu Halberstadt, war 1893— 96 Lehrer in Thale aHarz, 1896— 1900 zu Halle a/S. und 1900— 1903 an der Bürgerschule 11 zu Cassel.. 1881 ⁴) Prof. Dr. Ulrici's Lebenslauf findet sich im Jahresberichte des hiesigen Realgymnasiums, Ostern
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⁵) Dr. Georg Jürgens, geboren den 25. Dezember 1876 zu Cassel, besuchte das Realgymnasium zu Cassel und bestand die Reifeprüfung Ostern 1895. Er studierte dann auf den Universitäten Marburg und München neuere Sprachen und Germanistik. Am 24. Oktober 1900 promovierte er in Marburg zum Dr. phil. Den Sommer 1901 verbrachte er studienhalber in Frankreich(Grenoble, Paris). Am 8. November 1901 bestand er in Marburg die Prüfung pro facultate docendi. Das Seminarjahr leistete er am hiesigen Realgymnasium ab und genügte vom 1. Oktober 1902 bis 1. Oktober 1903 seiner Militärdienstpflicht. 4


