Jahrgang 
1898
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III. Jahresbericht.

Der Aufnahmeprüfung bei Beginn des neuen Schuljahres, welche Montag den 26. April stattfand, unterzogen sich 149 Schüler, von denen 119 für Sexta geprüft wurden.

In der Zusammensetzung des Kuratoriums ist gegen das vorige Jahr keine Anderung eingetreten. Es bestand aus den Herren: Bürgermeister Jochmus, Stadtratsmitglied Kaiser- ling, Bürgerausschufsmitglied Schoppach, Stadtschulrat Bornmann, Privatmann Ruetz, Privatbaumeister Potente, Pfarrer Opper und dem Direktor.

In dem Bestande des Lehrerkollegiums hat sich folgendes geändert.

Herrn Oberlehrer OCredé, der, von schwerer Krankheit heimgesucht, von November 1896 ab der Schule fern bleiben mulste, sollte es nicht mehr beschieden sein, den Unterricht wieder aufzunehmen. Er fiel kurz nach Beginn des neuen Schuljahres, am 27. April 1897, der tückischen Krankheit zum Opfer. Er war ein treuer, wackerer Mann, loffen und ohne Falsch. Die Schule verliert in ihm einen eifrigen und pflichtgetreuen Lehrer, der 25 Jahre lang alle seine Kräfte in den Dienst der Anstalt gestellt hatte; seine Kollegen betrauern in ihm einen treuen, aufopferungs- vollen Freund und einen biederen, jederzeit hilfsbereiten Mitarbeiter. Sein Andenken wird bei uns immer lebendig bleiben! Die Schule begleitete den Verstorbenen am 29. April zur letzten Ruhe und gedachte seiner in einer Trauerandacht, in welcher der Unterzeichnete die Ge- dächtnisrede hielt.

Zur Vertretung des erkrankten Oberlehrers wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer Herr Dr. Heinrich Otto berufen, der bisher am hiesigen Wilhelmsgymnasium beschäftigt worden war. Derselbe gehörte der Oberrealschule bis Herbst 1897 an.

Für Herrn Kaplan Braun, der durch anderweitige Berufsobliegenheiten veranlalst wurde, Ostern 1897 seine Beschäftigung als Religionslehrer für die katholischen Schüler aufzugeben, wurde Herr Kaplan Lammeyer als wissenschaftlicher Hilfslehrer für den katholischen Religions- unterricht gewählt.

Josef Lammeyer, geb. am 13. März 1870 zu Fulda, besuchte das Gymnasium zu Warburg und studierte 6 Semester Philosophie und Theologie zu Fulda. Nach bestandenem Examen pro introitu bezog er die Universitäten Innsbruck und Würzburg und legte dann Ostern 1895 die 2. praktische Prüfung pro cura animarum ab. Im Juni 1895 wurde er zum Stadtkaplan von Hünfeld und durch Dekret des bischöfl. Generalvicariats vom 15. Juli 1896 zum 2. Kaplan in Cassel ernannt.

Herr Dr. Schwerdtfeger, der seit Ostern 1895 als wissenschaftlicher Hilfslehrer an der

Anstalt gewirkt, verliefs uns mit Schlufs des vorigen Schuljahres, um an der Universität Marburg weiteren Studien obzuliegen. An seiner Stelle wurde der Kandidat des höheren Schulamtes Herr Dr. Gottschalk, der am 1. Oktober 1896 der Oberrealschule zur Ableistung seines päda- gogischen Probejahres überwiesen worden war, vom 1. April 1897 an mit voller Stundenzahl als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt.