Jahrgang 
1898
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Deutsch: 3 Std. Prosaische und besonders poetische Lesestücke aus Hopf-Paulsiek-Foſs Lesebuch II. Aus- führliche Auswahl aus Homer in der Übersetzung von Hubatsch. Belehrungen aus der Poetik und Rhetorik. Vortrag von auswendig gelernten Gedichten. Wiederholungen aus der Grammatik. Anleitung zur Bildung von Aufsätzen durch Aufsuchen und Ordnen des Stoffes. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. In a: Sommer: Dr. Otto, Winter: Dr. Frick, in b: Feite!, in c: Dr. Bächt.

Französisch: 6 Std. Gelesen wurde in a und b: Bruno, Francinet, in c: Histoire d'un Conscrit par Erekmann- Chatrian. Sprechübungen, besonders im Anschlufs an das Gelesene. Wiedergabe des Inhalts, Fragen und Antworten. Auswendiglernen einiger Gedichte. Grammatik im Anschlufs an den Lesestoff und die Schulgrammatik von Plötlx. Wortstellung, Syntax des Geschlechtsworts, des Eigenschaftsworts, des Fürworts mit Ausnahme der hinweisenden und unbestimmten Fürwörter. Die schriftlichen Arbeiten bestanden in Diktaten, Inhaltsangaben, Umarbeitungen des Ge- lesenen, in der Beantwortung von Fragen und der Bildung von Fragesätzen und in Übersetzungen aus dem Deutschen. In a: Boekholt, in b: Feitel, in c: Dr. Hasselbaum(1., 3. und 4. Vierteljahr), Dr. Gottschalk(2. Vierteljahr.)

Englisch: 4 Std. Ausgewählte Lesestücke aus Liüidecking, Teil I, und frei vorgetragene Geschichten. Im An- schlufs hieran und an Zmmermann's Lehrbuch viel- fache Sprechübungen und Behandlung des gramma- tischen Stoffes, besonders der Lehre von den Hilfs- verben, vom Infinitiv, Gerundium, Partizip, vom Ge- brauch der Zeiten, vom Konjunktiv und von der Syntax des Artikels. Auswendiglernen und Vortragen von Ge- dichten. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit ins Reinheft. In a: Feitel, in b: Adam, in ce: Dr. Bächt.

Geschichte: 2 Std. Deutsche Geschichte vom Ausgange des Mittelalters bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Grofsen, insbesondere brandenburgisch-preu- ſsische Geschichte(nach Andrä). In a: Boekholt, in b: Bröcking, in c: im 1 Vierteljahr: Boekholt, dann Dr. Schmidt.

Erdkunde: 2. Std. Wiederholung der physischen und politischen Erdkunde Deutschlands. Erdkunde der deutschen Kolonien(nach Daniels Leitfaden). Karten- skizzen. In a: Sommer: Dr. Otto; Winter: Dr. Frick; in b: Seiht, in c: im 1. Vierteljahr: Dr. Otto, dann Boekholt.

Mathematik: 5 Std. Arithmetik: 2 Std: Lehre von den Potenzen und Wurzeln. Gleichungen 1. Grades mit einer und mehreren Unbekannten. Aufgabensamm- lung von Matthiessen. Planimetrie: 3 Std. Khnlich-

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keit der Figuren. Berechnung des Flächeninhalts grad- liniger Figuren und des Kreises. Zahlreiche Konstruk- tionsaufgaben. Leitfaden von Uth. In a: Dr. Merkel- bach, in b: Siegel!, in c: Dr. Wetzell.

Naturbeschreibung: 2 Std. Im Sommer: Beschreibung weiterer Pflanzenarten und Finreihung in das natürliche System. Besprechung der wichtigsten ausländischen Kulturpflanzen. Im Winter: Niedere Tiere. In a: Dr. Merkelbach, in b: Siegel, in c: Dr. Wetzell

Physik: 2 Std. Mechanische Erscheinungen fester, flüs- siger und luftförmiger Körper. Wärmelehre. In a: Dr. Merkelbach, in b: Siegel, in c: Dr. Wetzell.

Zeichnen: 2 Std. Perspektivisches Zeichnen nach Draht- modellen, Vollkörpern, architektonischen und kunst- gewerblichen Gegenständen, Muscheln, Schmetter- lingen, Vögeln und Tieren. In a, b und c: Müller.

Linearzeichnen(wahlfrei): 2 Std. Übungen im Gebrauch von Zirkel, Lineal und Ziehfeder. Zeichnung von regelmäfsigen Vierecken, Eilinien, Kegelschnitten und Radlinien. In a, b und c: Dr. Merkelbach.

Untersekunda.

Klassenlehrer: In a: Oberlehrer Dr. Völker, in b: Oberlehrer Junghans.

Religion: 2 Std. Bibellesen behufs Ergänzung der in Unter- und, Obertertia gelesenen Abschnitte, Erklärung des Lukasevangeliums. Wiederholung des Katechis- mus und Aufzeigung seiner inneren Gliederung. Wiederholung von Sprüchen, Liedern und Psalmen. In a: Bröcking, in b: Junghans.

Deutsch: 3 Std. Gelesen wurde: Wilhelm Tell, Hermann und Dorothea, Minna von Barnhelm. Auswendig wurden gelernt einzelne Gedichte und Stellen aus den Dramen. Vorträge kleiner Ausarbeitungen der Schüler. Anleitung zur Aufsatzbildung durch UÜbungen in der Klasse. Besprechungen über Gegenstände aus der Metrik und Poetik. In a: Dr. Meinhoff, in b: Junghans.

Aufsätze: In a: 1) Inwiefern kann der erste

Auftritt von SchillersWilhelm Tell als Exposition

des ganzen Schauspiels betrachtet werden? 2) Ur-

geschichte der Schweizer(nach Stauffachers Be-

richt). 3) Der Strom, ein Bild des menschlichen

Lebens. 4) Tells Rettung auf dem Vierwaldstätter

See(Klassenaufsatz). 5) An der Küste von Messina

(Gemälde nach SchillersTaucher). 6) Über-

setzung aus dem Französischen. 7) Der Zug der

Vertriebenen(nach Goethes Hermann und Doro- thea). 8) Prüfungsaufsatz.

In b: Inwiefern ist der Mensch der Herr der

Erde? 2) Die Vorfabel zu SchillersWilhelm Tell.

3) Ein Ausflug in den Sommerferien(Klassenaufsatz).

4) Früh übt sich, was ein Meister werden will.