Jahrgang 
1897
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Rhetorik. Vortrag von auswendig gelernten Ge- dichten. Wiederholungen aus der Grammatik. An-

leitung zur Bildung von Aufsätzen durch Aufsuchen und Ordnen des Stoffes. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. In a: Adam, in b: Junghans, in ce: Dr. Meinhoff. Französisch: 6 Std. Gelesen wurde in a: Bruno, Le Tour de la France, in b: Erchmann-Chatrian, Histoire d'un Conscrit de 1813, in c: Bruno, Francinet. Sprechübungen, besonders im Anschlufs an das Gelesene. Wiedergabe des Inhalts, Fragen und Ant- worten. Auswendiglernen einiger Gedichte. Grammatik im Anschlufs an den Lesestoff und die Schulgrammatik von Plötz: Wortstellung, Syntax des Artikels, des Adjektivs, des Fürworts mit Ausnahme der demonstra- tiven und unbestimmten Fürwörter. Die schriftlichen Arbeiten bestanden in Diktaten, Inhaltsangaben, Um- arbeitungen des Gelesenen, in der Beanwortung von Fragen und der Bildung von Fragesätzen und in Obersetzungen aus dem Deutschen. In a: Barmeyer, in b: Junghans, in c: Dr. Meinhoff. Englisch: 4 Std. Gröfsere Stücke aus Lüdecking, Teil I. Sprechübungen im Anschlufs an das Gelesene und an vorerzählte Geschichten. Im Anschlufs hieran und an Zimmermann's Lehrbuch der in Zimmermann S. 1 28 behandelte grammatische Stoff, aufserdem das Wich- tigste vom Infinitiv, Gerundium und Participium. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit ins Reinheft. In a: Direktor. in b: Junghans, in c: Feitel. Geschichte: 2 Std. Deutsche Geschichte vom Ausgange des Mittelalters bis zum Regierungsantritt Friedrichs d. Grofsen, insbesondere brandenburgisch-preufsische Geschichte(nach Andrä). In a, b u. c: Seibt. Erdkunde: 2 Std. Wiederholung der physischen und politischen Erdkunde Deutschlands. Erdkunde der deutschen Kolonien(nach Daniels Leitfaden). Karten-

skizzen. In a und p: Seibt, in c: Gally. Mathematik: 5 Std. Arithmetik: 2 Std. Lehre von

den Potenzen und Wurzeln. Gleichungen ersten und zweiten Grades. Aufgabensammlung von Matthiessen. Planimetrie: 3 Std. Sätze über Flächengleichheit. Ahnlichkeit der Figuren. Berechnung des Flächen- inhalts geradliniger Figuren und des Kreises. Zahl- reiche Konstruktionsaufgaben. Leitfaden von Uh. In a: Dr. Völker, in b: Beinhauer, in c: Gally.

Naturbeschreibung: 2 Std. Im Sommer: Beschreibung einiger schwieriger Pflanzenarten. Besprechung der wichtigsten ausländischen Kulturpflanzen. Einiges über die Verbreitung der Pflanzen. Im Winter: Niedere Tiere. Wiederholung des Systems des Tier- reichs. In a: Dr. Völker, in b: Beinhauer, in c: Dr. Wetzell.

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Physik: 2 Std. Gegenstand und Aufgaben der Physik. Mechanische Erscheinungen fester, flüssiger und gas- förmiger Körper. Wärmelehre. In a: Dr. Christ, in b: Beinhauer, in c: Gally.

Zeichnen: 2 Std. Perspektivisches Zeichnen nach Draht- modellen, Vollkörpern, architektonischen und kunst- gewerblichen Gegenständen, Muscheln, ausgestopften Vögeln und Tieren. In a, b u. c: Müller.

Linearzeichnen(wahlfrei): 2 Std. Ubungen im Gebrauch von Zirkel, Lineal und Ziehfeder. Zeichnung von regelmäſsigen Vielecken, Eilinien, Kegelschnitten und Radlinien. In a. b u. c: Gally.

Untersekunda.

Klassenlehrer: In a: Oberlehrer Dr. Wetzell. b: Oberlehrer Dr. Fennel, in c: Bachmann.

Religion: 2 Std. Bibellesen behufs Ergänzung der in Unter- und Obertertia gelesenen Abschnitte. Erklärung des Lucasevangeliums. Wiederholung des Katechismus und Aufzeigung seiner inneren Gliederung. Wieder- holung von Sprüchen, Liedern, Psalmen. In a: Dr. Hasselbaum, in b u. c: Bachmann.

Deutsch: 3 Std. Gelesen wurde: Wilhelm Tell, Hermann und Dorothea, Minna von Barnhelm. Auswendig wurden gelernt einzelne Gedichte und Stellen aus Dramen. Vorträge kleiner Ausarbeitungen der Schüler. Anleitung zur Aufsatzbildung durch Übungen in der Klasse. Besprechungen über Gegenstände aus der Metrik und Poetik. In a: Dr. Knabe, in b: im 1. Vierteljahr Dr. Lehmann, dann Adam, in c: Bachmann.

Aufsätze: In a: 1) Bericht des Jünglings in Schillers Ballade:»Der Taucher.« 2) Die Errettung Baumgartens durch Tell(Kl.-A.). 3) Reise Stauffachers und Tells zu Walter Fürst. 4) Wohlthätige Folgen von Not und Gefahr. 5) Vergleich des menschlichen Lebens mit einem Baume. 6) Der erste Gesang von Goethes Hermann und Dorothea als Exposition betrachtet(Probe-A.). 7) Die Völkerschlacht bei

in Oberlehrer

Leipzig. 8) Prüfungs-Aufsatz. In b: 1) Das göttliche Walten in Schillers

»Kraniche des Ibykus«,»Gang nach dem Eisen- hammer« und»Bürgschaft.« 2) Formen der Höflich- keit und ihr Wert. 3) Welchen Gang nehmen die Verhandlungen der Schweizer auf dem Rütli?(nach Schillers Wilhelm Tell). 4) Warum tötet Tell den Landvogt Gefsler? 5) Gewitter und Krieg. 6) Wie wird im ersten Akte von Lessings»Minna von Barnhelm« der Charakter Tellheims geschildert? 7) Ein Gesuch. 8) Prüfungs-Aufsatz.

In c: 1) Die Feinde des Waldes. 2) Welche Umstände veranlafsten die Erhebung der Schweiz gegen Osterreich? 3) Der Apfelschufs. Von einem Söldner erzählt(Kl.-A.). 4) Pic Tbat Tells und die