Jahrgang 
1892
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Tode dem ihn beſuchenden Berichterſtatter zurief. Dieſer Mann iſt Profeſſor Dr. Heinrich Ernſt Bezzenberger, Geheimer Regierungsrat und Schulrat a. D. Geboren den 12. Oktober 1814 zu Mar⸗ burg, bezog er mit 16 Jahren die Univerſität und ſtudirte Philologie, Theologie und Geſchichte. Nach⸗ dem er 1834 das Fakultätsexamen, ſpäter auch die Rektorprüfung abgelegt hatte, wurde er April 1843 als Lehrer der neuen Realſchule angeſtellt. Vier Jahre ſpäter wurde er auf Empfehlung ſeines Lehrers der Geſchichte, des Marburger Profeſſors Dr. Rehm, an den damaligen Kriegsminiſter General Schmidt durch Beſchluß des Kurprinzen⸗-Mitregenten vom 25. Auguſt 1847 mit dem am hieſigen Cadettencorps zu beſetzenden Lehrfach der Geſchichte beauftragt und mittels Kurfürſtlichen Reſcripts vom 7. September 1848 zum Profeſſor bei dieſem Corps ernannt, zugleich mit der Verpflichtung auch den Unterricht in der deutſchen Sprache und der Moral zu übernehmen. Dieſe Stelle bekleidete er bis 1856, in welchem Jahre er zum Oberſchulinſpektor über die hieſigen Volksſchulen ernannt wurde. Auch die Realſchule war ihm unterſtellt, bis ſie 1869 in das Reſſort des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums dahier überging. 1870 wurde er als Regierungs⸗ und Schulrat nach Merſeburg verſetzt. 1883 trat er in den Ruheſtand und erhielt den Charakter als Geheimer Regierungsrat. Am 24. Januar d. J. erlag er einem lang⸗ jährigen Leiden.

Ehre dem Andenken der drei Dahingeſchiedenen! Friede ihrer Aſche!

Ende Juni verließ uns der Hilfslehrer Herr Boekholt, um als Mitglied der Genoſſenſchaft frei⸗ williger Krankenpfleger im Kriege in einem von dieſer zu Tempelhof bei Berlin errichteten Baracken⸗ lazarett ſich praktiſch weiter auszubilden. Er kehrte Herbſt zurück, um den ord. Lehrer Herrn Dr. Meinhoff, welchem durch Verf. Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 3. September ein halb⸗ jähriger Urlaub zu einer Studienreiſe nach Paris und London bewilligt war, zu vertreten.

Mit dem Jahresſchluß trat Herr Bethge aus dem Lehrerkollegium aus. Er übernahm eine Stelle als Hilfsarbeiter bei der hieſigen ſtändiſchen Landesbibliothek.

B. Vaterländiſche und andere Feſtlichkeiten.

Die Gedenktage der Geburt und des Todes der verewigten Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich III. wurden in der von Allerhöchſter Stelle angeordneten Weiſe in der letzten Vormittagsſtunde gefeiert. Ebenſo wie in den Vorjahren wurde der Sedantag auch diesmal durch einen Ausflug der ganzen Schule nach dem Walde hinter Kirchditmold feſtlich begangen, nachdem am Morgen ein Schulaktus mit folgendem Programm abgehalten worden war: 1. Chorgeſang:Herr deine Güte reicht ſo weit von E. Groll. 2. Feſtrede des ordentlichen Lehrers Herrn Zimmermann über die Kämpfe um Metz. 3. Geſang:Es brauſt ein Ruf von Wilhelm. 4. Deklamationen:Hoch, Deutſchland, hoch! von Karl Conrad, vorgetragen von Heinrich Rohde(Ila). Ein Heldentod, von Dietrich, vorgetr. von Louis Hauff(IIIb). Deutſchlands Siegesdank, von E. Rittershaus, vorgetr. von Ernſt Wolf(1Vb). Das Lied vom deutſchen Kaiſer, von E. Geibel, vorgetr. von Jakob Kohlhaas(Vb). 5. Chorgeſang:Mein Vaterland, du ſchönes Land, von C. Wilhelm. 6. Deklamationen: Am 3. September 1870, von E. Geibel, vorgetr. von Auguſt Bachfeld(IIb). Deutſchlands erſter Sieg, von Evers, vorgetr. von Auguſt Landmann(Vc). Mein Vaterland, von Hofmann v. Fallersleben, vorgetr. von Hans Kochen dörffer (VIb). 7. Chorgeſang: Es murmeln die Wellen, von C. M. v. Weber.

Am 23. September, dem Tage, an welchem vor 100 Jahren Theodor Körner geboren wurde, fand gemäß Allerhöchſter Anordnung(vergl. oben II, Nr. 13), welche am Abend des 22. hier eintraf, eine Gedenkfeier für den Sänger und Freiheitskämpfer ſtatt.

Obgleich uns zu den Vorbereitungen zu dieſer Feier nur die drei erſten Morgenſtunden zu Gebote ſtanden, konnte ſie doch von 10 Uhr ab in würdigſter Weiſe durch einen Geſang- und Deklamationsaktus, deſſen Ordnung hier folgt, begangen werden.

1. Kurze Anſprache des Direktors. 2. Chorgeſang: Hör' uns, Allmächtiger. 3. Feſtrede des Herrn Zimmer⸗ mann über Körners Leben. 4. Deklamationen:Friſch auf, mein Volk, vorgetr. von Püſter(U Ia). Der preußiſche