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deklamirt, die zwei Chöre„Ich bete an die Macht der Liebe“ von Bortniansky und„Heil'ge Nacht, du kehrest wieder“ von W. Heiser gesungen wurde und Herr Bachmann eine Ansprache hielt.
Der Geburtstag unseres Kaisers Wilhelm II. wurde in der festlich geschmückten Aula mit Gesang und Deklamationen begangen. Die Festrede hielt Herr Dr. Bächt über E. M. Arndt. Zu dieser Feier ist durch ein besonderes Programm eingeladen worden.
C) Schulzeit und Unterbrechungen des regelmässigen Unterrichtganges u. A.
Montag den 14. April fand in acht Abteilungen die Prüfung der 124 angemeldeten Schüler statt.
Dienstag den 15. April wurde das Schuljahr mit Choralgesang, geistlicher Ansprache und Gebet eröffnet. Hierauf begrüſste der Direktor den neueingetreteneu Lehrer Herrn Bethge und verpflichtete die Schüler zu gewissenhafter Befolgung der Schulordnung, indem er ihnen die wichtigsten Bestimmungen derselben erläuterte und einschärfte.
Die Ferien hatten die vorgeschriebene Dauer: Pfingstferien vom 24. bis 28. Mai, Sommerferien vom 5. Juli bis 2. August, Herbstferien vom 27. September bis 11. Oktober und endlich die Weihnachtsferien vom Nachmittag des 23. Dezember bis zum 6. Januar.
Der Nachmittagsunterricht fiel aus am 18. August wegen grosser Hitze und am
20. Januar, um den Schülern das Vergnügen des Eislaufes zu gewähren. 1 Beurlaubungen von Mitgliedern des Lehrerkollegiums mussten auch diesmal wieder mehrfach eintreten. Zunächst sah sich Herr Dr. Lehmann genötigt, auf Andringen seines Arztes einen halbjährigen Urlaub zu erbitten. Er wurde ihm am 26. März von dem Kgl. Pr.-Sch. gewährt, und zugleich genehmigt, dass Herr Boekholt die Vertretung übernehme; dasselbe Verhältnis dauerte auch für den Winter fort, welchen Herr Lehmann auf ärztlichen Rat in Davos verbrachte.
Beurlaubungen auf kürzere und längere Frist wegen Teilnahme an militärischen Uebungen verursachten wiederum recht bedauerliche Störungen. So weilte Herr Knabe gleich von Beginn des Schuljahres ab zu einer 50 tägigen Uebung in Leipzig, Herr Bethge war vom 9. Juni ab, Herr Fennel vom 24. Juli zu je einer Swöchigen Uebung beurlaubt, und end- lich wurde noch einmal, ganz unerwartet, Herr Knabe vom 28. Januar ab auf 13 Tage zu einer abermaligen Uebung nach Leipzig einberufen. Auch die Herren Meinhoff, Heuser und Siegel waren zu je einer Swöchigen Uebung beordert worden, doch wurden sie auf diesseitige Reklamation vom Generalkommando von den vorjährigen Uebungen befreit.
Aus militärischem Anlass muſsten weiterhin noch für den Vormittag des 5. November vier Herren, und für die beiden letzten Vormittagsstunden des 20. Dezember drei Herren beurlaubt werden.
Nur die Vertretung des Herrn Lehmann wurde durch eine besondere Lehrkraft geleistet, alle übrigen, wie aus dem Gesagten ersichtlich, sehr lange andauernden Ver- tretungen leistete das Lehrerkollegium aus seiner Mitte.
Verhältnismäſsig unerhebliche Störungen wurden durch Erkrankungen einiger Lehrer hervorgerufen. Einer mufste eine Woche hindurch, zwei während 5 Tage, drei je 1 Tag ver- treten werden. Auf längere Zeit war der Unterzeichnete erkrankt und hat sich gezwungen gesehen, zur Kräftigung seiner Gesundheit im Anschluss an die Sommerferien einen 14 tägigen Urlaub zu erbitten.
In Gemäſsheit der oben unter 5. angeführten Verfügung der Königlichen Aufsichts- behörde fielen am 14. Mai behufs Teilnahme von 8 Lehrern an der in Hofgeismar tagenden Lehrerversammlung die betr. Unterrichtsstunden für einzelne Klassen aus.


