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begangen; am 15. Juni, an welchem Tage die Lehrer mit den Schülern der unteren Klassen
zu der Feier vereinigt waren, hielt die Gedächtnisrede Herr Credé, an den Geburtstagen
der verstorbenen Herrscher, am 18. Oktober 1889 und 22. März 1890 vor den versammelten Schülern der oberen Klassen die Herren Dr. Lehmann und Dr. Hasselbaum.
Der Tag der Schlacht bei Sedan wurde zunächst am Vormittag im engeren Kreise
der Schule durch Gesang, Rede und Deklamationen gefeiert. Das Programm dieser Feier war:
1. Chorgesang:„Herr unser Gott!“ 2. Festrede von Herrn Oberlehrer Junghans über die
Kümpfe des Generals von Werder gegen die französische Ostarmee unter Bourbaki. 3.„Es braust ein
Ruf“(allg. Gesang). 4. Vorträge: Meister Erwins Heerschau von Hirth, vorgetr. von Wagner(01).
— Am Kriegerdenkmal von G. Weck, vorgetr. von Kochendörffer(UIb).— Der Spaziergang nach
Berlin von Benedix, vorgetr. von Sauer(IIIa).— Am 3. September 1870 von Geibel, vorgetr. von
Nolte(III b). 5. Chorgesang: Vaterlandsgruss. 6. Vortrüge: iber die Wahlstatt(Kladd), vorgetr. von
Rohde(IVa).— Deutschland von Stelter, vorgetr. von Bachfeld(IVc).— Kaiser Rotbart von Meyer,
vorgetr. von Stremme und Seelig(VI b).— Heimkehr von Frankreich von Hoffmann von Fallers- leben, vorgetr. von Wollstäüdter(VIe). 7. Chorgesang: Am schönsten klingt ein frohes Lied (Marschner).
Am Nachmittage vergnügten sich die Schüler, drei auch vier Klassen zu einer Gruppe vereinigt, unter Begleitung aller Lehrer an verschiedenen Orten der näheren oder weiteren Umgebung.
Am 23. Dezember wurde die Hora für die neun unteren Klassen(Sexta bis Quarta) zugleich als Jahresschlussfeier unter dem Lichterglanz eines Christbaumes abgehalten. Die Ansprache hielt Herr Bach.
Am 27. Januar wurde das hohe Geburtsfest Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II. in der festlich geschmückten Aula mit der Aufführung des Thouretschen Festspieles„Am Kyffhäuser“ und zwar in der Weise begangen, dass dasselbe zunächst von einem Chor- und Choralgesang, sowie einer Ansprache des Herrn Bachmann eingeleitet wurde, sodann nach folgendem Programm zur Darstellung gelangte.
I. Personen. Prolog: Rudolph Feitel(UTa).— Ein Herold: Max Hitzeroth(UI b).— Ein Seydlitzscher
Reiter: Heinrich Lotz(UTa).— Ein Schleswig-Holsteiner: J. Katz(UIb).— Ein Preusse: Bern. Gornelius(UIa).— Ein Bayer: Karl Lipprandt(II b).— Ein Bote: Heinrich Sauer(III a).— Erster Schüler: Fritz Stremme(VI b).— Zweiter Schüler: Georg Hansmann(IIIc).— Dritter
Schüler: Heinrich Gerland(III c).— Vierter Schüler: Karl Schmoll(IV c). II. Gesünge, welche eingelegt waren.
Chorgesang:„Der alte Barbarossa“ von Gersbach.—„O Strassburg, du wunderschöne Stadt“ (Volksweise).—„Der Hohenfriedberger Marsch“.— Gesang:„Was blasen die Trompeten“.—„Die Wacht am Rhein“.— Chorgesang:„Welch' eine Wendung“ von Mendelsohn-B.—„Hoch!“—„Hoch den Farben: Schwarz-weiss-rot!“— Gesang:„Hab Dank, o Gott!“— Allgemeiner Gesang:„Heil dir im Siegerkranz!“
C) Unterbrechungen des regelmässigen Unterrichtsganges u. A.
Die Ferien hatten die vorgeschriebene Dauer: Pfingstferien 8. bis 12. Juni, Sommer- ferien 7. Juli bis 4. August, Herbstferien 29. September bis 13. Oktober und Weihnachts- ferien 23. Dezember Nachmittags bis 6. Januar. Wegen grosser Hitze fiel der Unterricht an einem Nachmittag, am 3. Juni, aus.
Der Unterrichtsbetrieb hatte, insbesondere im Sommer, mit nicht unerheblichen Schwierig- keiten zu kümpfen dadurch, dass drei Lehrer zur Ableistung je einer achtwöchentlichen militärischen Iibung eingezogen waren, zunächst wie schon im Schuljahre 1888/89 die Herren 3a


