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29.„ Nau, kath. Religionslehrer. 30.„ Dr. Stein, israel. Religionslehrer. 31. Herr Deiss und 32. Herr Traisbach, beauftragte Turnlehrer.
Neu eingetreten sind von den Vorgenannten die Herren Heuser und Kunze, der erstere als Ersatz für Herrn Dr. Quiehl, letzterer als Probekandidat.
Julius Heuser, geb. am 25. November 1860 zu Rodenberg, Kreis Rinteln, erhielt seine Vor- bildung auf dem Gymnasium au Rinteln, welches er Herbst 1879 mit dem Zeugnisse der Reife verliess:; er widmete sich bis Ostern 1884 dem Studium der neueren Sprachen auf den Universittiten Leipzig, Berlin und Halle und legte im Sommer 1885 die Staafsprüfung ab. Nach Ableistung des Militärdienst- jahres hielt er sich von November 1886 bis Juli 1887 in Paris auf, trat Ostern 1888 sein Probejahr am Realgymnasium zu Kassel an und ging nach Ableistung desselben Ostern 1889 zur Realschule über.
Hermann Kunze, geb. den 2. November 1861 zu Weseram, Kreis Westhavelland, evan- gelischer Konfession, Sohn des dortigen Pfarrers, besuchte das Pädagogium zu Kloster U. L. Frauen zu Magdeburg, sodann das Friedrichsgymnasium zu Kassel. Nach bestandenem Abiturientenexamen widmete er sich zuerst eine Zeit lang dem Apothekerfach und studierte dann auf den Universitäten zu München, Berlin und Marburg Naturwissenschafr und Mathematik. Die Fakultätsprüfung legte er zu Marburg ab. Sein Probejahr trat er am 30. April an.
Aus Anlass des Abgangs von Herrn Dr. Kessler wurde Herr Gally als wissen- schaftlicher Hülfslehrer angestellt. In die Turnstunden der ausgeschiedenen Herrn Dr. Quiehl und Boppenhausen teilten sich die Herren Dr. Fennel und Dr. Völker und die beiden an hiesigen Volksschulen angestellten Herren Deiss und Traisbach.
Durch Bestallungsurkunde vom 6. März 1889, mit Bestätigungsvermerk K. P.-Sch.-K. vom 15. März, wurden die seitherigen Hülfslehrer Herr Dr. Ludwig Fennel und Herr Dr. Karl Völker zu ordentlichen Lehrern, und zwar vom 1. April 1889 ab, befördert. Die Vereidigung erfolgte in der Konferenz vom 11. April..
Kurz nach Beginn des Schuljahres verliess uns Herr Flach, um die Vertretung eines erkrankten Lehrers an der Realschule zu Wiesbaden zu übernehmen und nach den Herbstferien Herr Boekholt, um einen für das Winterhalbjahr beurlaubten Lehrer des hiesigen Realgymnasiums zu vertreten. Mit dem Ausdruck des Dankes sei hier der Bereit- willigkeit gedacht, mit welcher beide Herren vielfach ausgeholfen haben.
Herr Siegel trat zu Michaelis, nachdem er an unserer Anstalt sein Probejahr ab- geleistet hatte, als unbesoldeter wissenschaftlicher Hülfslehrer an die zweite Realschule über, kehrte aber am 20. Januar mit Genehmigung des K. P.-Sch.-K. vom 18. Januar als Aushülfe für einen kranken und beurlaubten Kollegen zu uns zurück.
B) Vaterländische und andere Feierlichkeiten.
Aus dem vorigen Schuljahre tragen wir hier noch nach, dass die Intendantur der Königlichen Schauspiele dahier mit Bewilligung Seiner Majestät des Königs für die hiesige Schuljugend auf den 12. April v. J. eine unentgeltliche Aufführung des Schauspiels„Die Quitzows“ von E. v. Wildenbruch veranstaltet hat. Mittelst Zuschrift des Intendanten Herrn v. Gilsa erhielt die Realschule(einschliesslich der Nebenklassen) zu dieser Vorstellung Eintritts- karten für 151 Schüler, welche sich mit hoher Freude dem künstlerischen Genusse hingaben.
Eine weitere patriotische Anregung wurde den Schülern durch Besichtigung des in dem hiesigen Kunstverein ausgestellt gewesenen Kolossalbildes von Ferd. Keller(Karlsruhe) „Kaiser Wilhelm, der siegreiche Gründer des deutschen Reiches“(Apotheose) gegeben. Klassenweise nahmen fast sämmtliche Schüler unter Begleitung ihrer Ordinarien und unter Belehrung ihres Zeichenlehrers die Besichtigung am 27. und 28. Juni vor.
Die vaterländischen Gedenk- und Erinnerungstage an die in Gott ruhenden Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. wurden gemäss der Ministerialverfügung vom 23. Juli 1888


