9— Danke verpflichtet für die moralische Unterstützung, die Sie durch das bekundete Wohlwollen ihr gewährt, und für den Vorschub, den Sie dem Besuch der Handelsklasse dadurch geleistet haben. Denn wenn, wie es scheint, angehende Kaufleute nach Erlangung der Berechtigung für den ein- jährigen Militärdienst der Mehrzahl nach sich nicht oder ungern dazu verstehen, den Eintritt in die Lehre noch weiter hinauszuschieben, so wird der von jenen Firmen in sichere Aussicht ge- stellte Erlass eines gleichen Teiles der Lehrzeit, eine Anrechnung des Besuchs der Handelsschule auf die Lehrxeit, diese Bedenken, welche das Zeitopfer verursacht, beseitigen. Möge das Entgegen- kommen der Prinzipale im Publikum Anerkennung und Erwiederung finden, möge der in der Er-
schaften von seiten berufener Vertreter des Kaufmannsstandes empfohlen wird, das Publikum über die Anforderungen aufklären, welche an die Kenntnisse und das Urteilsvermögen eines angehenden Kaufmanns zu stellen sind; möge es endlich der Schule gelingen, ihr Ziel, welches durch jene Er- klärung in ein schärferes Licht gesetzt ist, mit derselben Sicherheit zu erreichen, zu welcher lang- jährige Erfahrungen die Schwesterklassen in der gewerblichen Fachschule befähigen; möge es ihr nunmehr unter dem Schutze des Kaufmannsstandes, der hoffentlich auch sonst, wenn er notwendig werden sollte, nicht fehlen wird, beschieden sein, an ihrem Teile zur Hebung der Lehrlingsverhält- nisse unseres Kaufmannsstandes beizutragen und so die Bestimmung zu erfüllen, welcher sie ihre
In Betreff der Erklärung ist nachzutragen, dass die Einladung zum Beitritte mittels Cir- kulars innerhalb der durch anderweitige Rücksichten eingeengten Zeit nicht allen Geschäften zu- gesandt werden konnte, deren Bereitwilligkeit hierzu vorausgesetzt werden durfte. Es versteht sich wohl von selbst, dass nachträgliche Erklärungen zum Beitritt seitens der Anstalt durch den Endesunterzeichneten gern angenommen werden.
Lehrplan der Anstalt.
Die in den einzelnen Klassen im Schuljahre 1881— 82 durchgenommenen Pensen waren folgende:
Sexta.
Religion. Biblische Geschichten Alten Testaments bis zur Zeit der Könige, sowie vor den Hauptfesten die bezüglichen neutestamentlichen Geschichten nach der„Biblischen Geschichte von mehren Lehrern in Kassel“. Das 1. Hauptstück mit Luthers Erklärung und passenden Bibel- sprüchen nach der Auswahl des Katechismus von Spangenberg. Einprägung des Textes vom 2. und 3. Hauptstück und von 6 leichten und kurzen Kirchenliedern. 2 St. Im Sommer Ame- lungk, im Winter Fischer.
Deulsche Sprache. Lesen und mündliches, teils auch schriftliches Wiedererzählen von Lese- stücken aus Hopf und Paulsiek für VI. Lernen und Vortragen von Gedichten. Grammatik: der einfache Satz, die wichtigsten Wortarten mit besonderer Berücksichtigung der, Debination und


