Jahrgang 
1882
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zu können, als es nach ihrer augenblicklichen geringen Frequenz möglich ist. Um aber auch Aus- wärtige, wenigstens so weit, als dies ohne die Leistungen der Schüler selbst in Augenschein zu nehmen und innerhalb des Rahmens eines Programms geschehen kann, über die Ziele der Anstalt zu informieren, diese davor möglichst zu schützen, dass ihre Leistungen über- oder unterschätzt werden, sind auf den folgenden Seiten, da wo die in dem jetzigen Schuljahre absolvierten Pensen des Unterrichts in dem oberen Fachkursus angeführt sind, die einzelnen Unterrichtsmaterien mit grösserer Ausführlichkeit angegeben und behandelt, als es für die übrigen Klassen und sonst in diesen Programmen auch für diesen Fachkurs zu geschehen pflegt. Wer sich vergegenwärtigt, dass die Schüler an den ihnen gestellten Aufgaben nicht sowohl Kenntnisse zeigen, als überhaupt lernen sollen, wird hiernach, sofern er selbst Sachverständiger ist, eine wenigstens annähernd rich- tige Vorstellung davon sich bilden können, welche Anforderungen an das Wissen und Können solcher Schüler zu stellen sind, die den Kursus dieser Klasse absolviert haben.

Möge der Anstalt unter dem Einfluss der gegenwärtig günstigeren Zeitverhältnisse ein ihrem Wirkungskreise und ihrer Nützlichkeit entsprechendes Entgegenkommen von Seiten des Publikums zuteil werden; möge das Vertrauen, welches man ihr bezeugt, in höherem Masse, als bisher ge- schehen, auch bethätigt werden!

Auch die Handelsklasse, welche mit Ablauf dieses Schuljahres ihren Kursus zum ersten Mal absolviert haben wird, hatte des erwünschten und von den nächstbeteiligten Kreisen Kassels er- warteten Zuspruchs sich nicht zu erfreuen. Inhaber grösserer Handlungshäuser, welche von vorn- herein ihren Kindern die Wohlthat einer in unserem heutigen Sinne möglichst vollständigen all- gemeinen Bildung wollen angedeihen lassen, damit alle ihre geistigen Anlagen für die Erfassung der verschiedenen Aufgaben ihrer dereinstigen Berufsstellung thunlichst entwickelt, sie auch befähigt seien, im gesellschaftlichen Leben dereinst eine Stellung neben Juristen, Medizinern und Gelehrten einzunehmen schicken ihre Kinder auf humanistische oder Real-Gymnasien, wo sie bis in die obersten Klassen, wo möglich bis zur Erlangung des Zeugnisses der Reife sich emporzu- arbeiten haben. Diese Aspiranten des Kaufmannsstandes bilden aber einen verschwindend kleinen Bruchteil derjenigen Kräfte, welche die Handelswelt überhaupt braucht, und die übrigen sind zum überwiegend grössten Teile so eilig, zu einem Broterwerb zu kommen, dass jeder irgend zu um- gehende Aufenthalt vermieden wird. Wenn man sieht, wie alljjährlich auf den höheren Schulen nicht nur Ober-, sondern auch Unter-Tertianer und Quartaner und solche, welche wenig Aussicht auf erfolgreichen Besuch der oberen Klassen bieten, neben anderen, denen unter Voraussetzung nur einiger moralischen Unterstützung der Schule durch das Elternhaus ein stetiges Fortschreiten und Aufrücken zugesagt werden kann behufs Eintritts in den Kaufmannsstand die Schule ver- lassen; wenn man sieht, wie wenig widerstandsfähig die Angehörigen der einen dem Drängen der Schüler gegenüber, wie erfinderisch die Angehörigen der anderen sind in Besorgnissen oder Aus- sichten, welche den vorzeitigen Schulabschluss rechtfertigen sollen: so begreift man, wie stark die Versuchung sein muss, nach Erlangung der Berechtigung für den einjährigen Militärdienst die Schulbildung demnächst abzuschliessen und den Eintritt in eine Lehrlingsstellung nicht noch durch den Besuch der Handelsklasse um ein Jahr zu verzögern.

Die Frage nach den Ursachen dieses UÜbelstandes, unter welchem die Lehrlinge, deren An- gehörige, der Kaufmannsstand und die allgemeinen Bildungsanstalten zu gleicher Zeit leiden, ist