Jahrgang 
1882
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wachsen sind, somit für ihren Lebensweg sich Bahn brechen. Dass aber solche, die dem Unter- richt auf den Hochschulen nicht mit dem gehörigen Verständnis und darum auch nicht mit dem erwünschten Nutzen gefolgt sind, schon in solchen Stellungen eine recht traurige Rolle spielen, lehrt die Erfahrung an leider zahlreichen Beispielen. Und was wird aus den Überresten der müh- sam angequälten Gelehrsamkeit von der Hochschule her, wenn Jahre vergangen sind, ehe sich die Letztgenannten durch die untergeordneten Stellungen bis zur Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten durch- gearbeitet haben?

Diejenigen dagegen, welche auf den technischen Mittelschulen ausgebildet sind, treten mit ihrem Ubergange in ein technisches Büreau hinsichtlich der an ihr Können zu stellenden Anfor- derungen auf ein, wenn überhaupt niedrigeres, jedenfalls unwesentlich niederes Niveau. Sie haben Aufgaben zu lösen, in denen sie zwei Jahre lang fortgesetzt geübt worden sind, in denen Sicher- heit und Fertigkeit erlangt werden kann, auch ohne dass der ganze Apparat, dessen die Hoch- schule für ihre Zwecke bedarf, hierzu in Bewegung gesetzt werden müsste.

Der Unterschied in der Ausbildung für einen technischen Beruf auf dem Wege durch die Hoch- schulen gegen denjenigen durch eine Gewerbeschule kann hiernach bildlich dahin angegeben werden, dass die einenvon der Pike auf dienen, die anderen von vorn herein für höhere Stellungen erzogen und ausgebildet werden. Man wird unbeschadet aller Anerkennung, die man der Aufgabe der technischen Hochschulen entgegenbringt, zugeben, dass es dem Wesen und Wirken eines jungen Mannes, der aus irgend welchen persönlichen Ursachen nicht in voller Ausrüstung und mit ganzer Kraft der Lösung dieser Aufgabe sich unterziehen kann, eine grössere Sicherheit, eine höhere Sta- bilität verleiht, wenn er den ersteren von den beiden letztgenannten Wegen wählt, den Weg, welcher noch vor 50 Jahren der einzige für die technische Laufbahn war, der immerhin doch einer Empfehlung wird würdig erachtet werden dadurch, dass ihn diejenigen gegangen sind, welche die deutsche Grossindustrie geschaffen haben. Gewiss ist es wahr, dass es schon damals einer ausser- ordentlichen Willenskraft bedurft hat, um auf diesem Wege den Aufgaben unserer Zeit gegenüber nicht zu ermüden; gewiss ist es wahr, dass unsere Zeit mehr bedeutende Kräfte für ihre Industrie nötig hat, als sie heute jener Weg liefern würde: aber niemand kann behaupten, dass er heute überhaupt nicht mehr gangbar wäre. Dafür dass diejenigen, die ihn wühlen, über den Anfang hinauskommen, werden die Schulen angemessen Vorsorge treffen, wenn sie ihre Schüler zu selb- ständigem Denken anregen und gewöhnen und diese hierdurch befähigen, auf einem völlig ge- sicherten Fundamente von Wissen und Können ihre weitere Ausbildung an der Hand der eigenen Erfahrung selbst zu fördern; wenn sie hierzu, was gar nicht stark genug betont werden kann, alles entbehrliche Wissen, da jede Uberladung die Kusserung der eigenen Kraft behindert, von ihren Schülern fernhält, das aber, was sie bietet, an möglichst vielen Fäden unter einander ver- knüpft und zu einheitlichem Wirken verbindet.

Was die praktischen Erfolge der Anstalt betrifft, so war bereits im vorigen Programm be- merkt worden, dass unseres Wissens die auf der Anstalt ausgebildeten Schüler keine Mühe gehabt haben, in technischen Büreaus Stellung zu finden, und dass sie sich dort bewährt haben. Wir sind, das Vorstehende wenigstens nach einer Richtung hin ergänzend, von dem Chef der Maschinenbau- Anstalt Henschel& Sohn in Kassel ausdrücklich ermächtigt zu erklären, dass sie in dem Kon- struktions-Büreau desselben wegen der den praktischen Anforderungen gut entsprechenden Ausbildung gern beschäftigt werden, und dass man bedauert, nicht mehr Eleven von der Anstalt bekommen