Jahrgang 
1927
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f) Zahl der Schüler, die in den einzelnen Klassen vom künstlerischen und technischen Unterricht sowie vom Religionsunterricht befreit waren (auf Grund des Erlasses vom 1. April 1919 UIIIA 423 UII usw. Zentralblatt S. 427):

künstlerischen Unterricht: 0, technischen Unterricht: siehe I g 4, Religionsunterricht: 2.

g) Teilnahme am freiwilligen Unterricht.

Hebräãisch: siehe Ie l, Arbeitsgemeinschaft: siehe Ie 2 a ff.

h) Schülerselbstverwaltung usw.

Die Schülerselbstverwaltung mit Sprechern und Klassenordnern zeitigte gute Erfolge. An der Schule blühten der Turn- und Ruderverein, die Vorturnerstunde, die Theatergruppe, das Schülerorchester(25 Schüler stark), eine fast die ganze Schülerzahl umfassende Gruppe des V. D. A., der Wandervogel E. V., im Winter auch der Deutsche Ski-Verband. Die Ver- waltung der Hilfs- und Unterstützungsbücherei lag in den Händen hilfsbereiter Schüler, die betreffende Kasse verwaltete Studienrat Lau. Die Sammlung der Anschauungsmittel wurde gleichfalls durch Schüler verwaltet. Ein Nachmittag der Woche blieb aufgabenfrei. Die monatlichen Wanderungen führten die Schüler ins Freie zu näheren und weiteren Zielen, eine 3 ½ tägige Studienfahrt brachte die Schüler der UI und der beiden OII unter Führung von Studienrat Groß, Lau und Oberschullehrer Kneip nach Düsseldorf zur Gesolei. Auf der Heimfahrt am 3. 9. 1926 führte Studienrat Groß über Köln (Dombesteigung) mit OII A und B, Studienrat Lau über Hattingen(Befahren des Henschelschen Steinkohlenbergwerks). Der sparsamste Schüler kam mit 17.85 RM. aus. Die Frage des Schularztes wurde dadurch geregelt, daß nach Versetzung des Herrn Medizinalassessors Dr. Gundelach Herr Geh. Medizinalrat Dr. Rockwitz den Gesundheitsdienst in der Schule übernahm. Die Milchversorgung, auch unter Schüleraufsicht,(⁰¼ l täglich zum Wochenpreis von 50 Pfg.), bewährte sich. Der Gesundheitsstand der Schüler in allem war gut. Auffallend und dem Schularzt bedenklich erscheint die in der Jugend weitverbreitete, auf die kümmerlichen Nachkriegsjahre zurückzuführende leichte Empfindlichkeit der Drüsen, die ihre starke Krankheitsabwehr nicht erfüllen können und bei Eltern und Erziehern eine dauernde Beobachtung der jugendlichen Körper erfordern. Erstrebt wird, dem Ubel auf den Grund zu gehen, 1928 ein zweimonatlicher Aufenthalt mit der ganzen Schule im Salzkammergut: Solbäder, Unterricht im Landheim(Heim ins Reich zu Aussee), Abhärtung im Zeltlager. Die Erfüll- barkeit wird davon abhängen, ob es der Elternschaft gelingt, 100 RM. für den Schüler für diesen Zweck aufzubringen. 7 Schüler der Anstalt befanden sich im Erholungsaufenthalt von 48 Wochen durch Vermittlung des Gesundheitsamtes Kassel in den verschiedensten Kurgegenden. Eine kleine Gruppe von Schülern aus den Klassen Ol-IV begann mit einem Kursus in Einheitskurzschrift. Die große Abendunterhaltung des Turn- und Rudervereins am F.-G. am 25. 11. 1926 nahm infolge zahlreicher Beteiligung unserer Freunde einen sehr schönen Verlauf. Hervorgehoben werden dürften Boehnke O IIA, Vortrag: Stefan George(Sänger in Zeiten der Wirren), Friedrich UI(Geigensolo), Barrenriege (Studienrat Lau) und Theaterstück: Geibel, Meister Andrea(Studienassessor Sierig). Reingewinn: 200 RM. für die Turn- und Ruderkasse. Eine gut gelungene Abendunterhaltung der UI am 23. 3. 1927 gewann die Mittel für Klassen- wanderungen 1927.

i) Schulgeldsatz usw.

Das Schulgeld betrug 200 RM. im Jahr und wurde in Monatsraten von 16 und 17 RM. eingezogen, die verfügbaren Freistellen wurden völlig vergeben. Die Schulgeldfreien erhielten unentgeltlich Bücher aus der Unterstützungsbibliothek. Eine Erziehungsbeihilfe in Höhe von 200 RM. konnte gegeben werden. Die Geschwisterermäßigung(25, 50 und 100%) verbrauchte von den für Elternhilfen angesetzten 20% des Schulgeldaufkommens über 12% und steigt seitdem, sodaß für Schulgeldbefreiung, Erziehungsbeihilfen und Unterstützungsbücherei nur 8 und weniger Prozent übrig bleiben. Es wäre zu wünschen, daß begüterte Eltern zu Gunsten befreiungswürdiger Schüler auf die Geschwisterermäßigung ver- zichteten. Aus dieser Gedankenverbindung heraus hat der Herr Minister die Hergabe der Geschwisterermäßigung von einem Antrag abhängig gemacht.

k) Berufsberatung.

In der Berufsberatung beschränkten wir uns auf Weitergabe der Anregungen und Warnungen durch die Behörde und auf private Beratung im Einzelfalle. Auf berufsberatende Vorträge wurden die Schüler der oberen Klassen hingewiesen. Folgender Erlaß wurde den Abiturienten bekannt gegeben: