8
3. Auf einem Schiff wurde unter der geographischen Breite= 56,80 nachm. eine Sonnenhöhe h= 47,20 gemessen, als das Schiffschronometer 3h 40m nachm. Hamburger Hafenzeit anzeigte. Die Tafeln lieferten die Deklination der Sonne d= 17,40 und die Zeitgleichung=— 3,8m. Hamburg liegt 100 östl. von Greenwich. Unter welcher Länge befand sich das Schiff.(Sphärische Trig.).
g) Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts. Sommerhalbjahr 1926. 1. Zeichenunterricht.
Der Unterricht wurde bis zu seinem Weggang vom Unterzeichneten erteilt. Das vorgelegte Ziel wurde weiter ver- folgt. Liebe zur Farbe und genauestes Beobachten der Natur standen im Mittelpunkt; die schöpferische Kraft und Tätig- keit der Fantasie wurden angeregt und reichlich Querverbindungen mit anderen Unterrichtsfächern fortgesetzt. Bei günstiger Witterung wurde der Unterricht ins Freie verlegt, auch wenn nicht nach dem Gegenstand gearbeitet wurde.
In der Kunstbetrachtung wurde stets, ausgehend von der jeweiligen Eigentätigkeit der Schüler, entsprechend ihrer Aufnahmefähigkeit unterwiesen und dabei namentlich in der Oberstufe im Hinblick auf Tagesereignisse und Probleme aus dem Gebiete der bildenden Kunst diskutiert, um so das Eigenurteil des Schülers zu formen.— Die Kasseler Altstadt war der Ausgangspunkt mancher Tätigkeit.— Das Interesse der Schüler, namentlich der Unter- und Mittelstufe, am Fach war derart lebhaft, daß der begonnene Weg sich als richtig erwies. Aus der Zahl der wirklich guten Schüler ragten einige nennenswert hervor: Böhnke OlI, sein Bruder Böhnke OII, der Schüler der UII: Jung, der UIII: Velleuer und Wörner, die IV. er: Schmincke und Muhl.
2. Werkunterricht.
Im Werkunterricht wurde ebenso fleißig und mit Interesse gearbeitet, wodurch recht beachtliche Leistungen in der kurzen Zeit seines Bestehens erreicht wurden. Die Auswahl der Schüler erfolgte aus OII-IV. Im Mittelpunkte der Arbeit stand die technische und geschmackliche Gestaltung des Bucheinbandes(auch im allgemeinen Zeichenunterricht wurden Gebiete des Werkunterrichts behandelt).— Besonders ausgezeichnet haben sich durch teilweise sogar Hilfstätigkeit: Schesmer UII, Meyer und Adamek Oll.
Ich wünsche dem Kunstunterricht an der Anstalt, wie der Schule überhaupt, auch weiteres gutes Gedeihen.
Düsseldorf, Mai 1927. Kneip, Studienrat. Winterhalbjahr 1926/27. I. Zeichenunterricht.
VI-IV: Vollkommen freies Gestalten aus dem Gesichtskreis der Schüler in allen Techniken. Allmähliches Hinführen zur Naturbeobachtung uud Wiedergabe aus dem Gedächtnis. Bilderbücher, farbige Spiele und Zeichnungen zu Ge- schenken. Anschauliches Zeichnen, Malen und Modellieren in Zusammenarbeit mit anderen Unterrichtsfächern.
UIII-OII: Bewußtes Gestalten aus der Vorstellung und genaue Naturstudie. Der Raum und die Farben. Modellieren von Relief und Plastik. Freie Wahl für größere Arbeiten, zu denen Einzelstudien zusammengetragen werden. Starker Hinweis auf angewandte Kunst. Eingehende Besprechung aller Techniken. Schrift.
UI-Ol: Reine Naturstudien als Verständigungszeichnen. Tiere, Menschen, Architektur u. a. Große Arbeiten in allen Techniken, selbst in Stein und Holz. Vorträge mit Lichtbildern(auch von Schülery) über Künstler und deren Werke aus allen Zeiten. Besuch der Ausstellungen und Museen.
Auf allen Stufen entsprechende Skizzierübungen aus dem Gedächtnis. Schnelles Skizzieren genannter Gegenstände oder Begebenheiten, korrigiert nach der Tafelzeichnung des Lehrers. Zeichenlehrer Haarberg.
2. Werkunterricht. IV-Ol: Wahlfrei. Holz: Leichte Arbeiten zum Fügen und aus dem Block, z. B. Briefkasten, Schachbretter, Büchergestelle, Futterkästen für Vögel, Stiefelknecht, allerlei Tiere, Schiffe, Autos. Bootsbau.. Pappe: Kästen, Büchermappen, Schreibmappen. Buchbinderei: Vom Heften bis zum fertigen Buch. Metall: Treibarbeiten in Vorbereitung. Teilnehmerzahl: 45 Schüler. Zeichenlehrer Haarberg.
3. Gesangunterricht.
Unter Benutzung des Chorbuches„Sängerhain“ wurden Chöre von Beethoven, Mendelssohn, Weber, Silcher, Heinrichs usw. gesungen. Außerdem in IV-I: Homophone und polyphone Lieder, die Formen der Vokal- und


