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1. Der Oberlehrer am Realgymnaſium in Magdeburg Friedrich Ballauf, der in dem Schuljahr 1908/9 ſein Probejahr mit einzelnen Unterbrechungen am Friedrichsgymnaſium abgelegt hatte. Er fiel am 14. Dezember in den Kämpfen an der Weichſel; er war Leutnant der Reſerve und im Beſitz des Eiſernen Kreuzes. Als er am 15. März in ſeiner Vaterſtadt Caſſel beigeſetzt wurde, erwieſen ihm ſeine Amtsgenoſſen in großer Zahl die letzte Ehre.
2. Der Oberlehrer an der Caſſeler Studienanſtalt Georg Hofmann, der vom Herbſt 1909 ab am Friedrichsgymnaſium ſein Probejahr abgelegt hatte. Er fiel am 8. September in Frankreich als Reſerveleutnant des Garde⸗Grenadier⸗Regiments Nr. 3 bei einem nächtlichen Sturmangriff.
3. Der Kandidat des höheren Lehramtes Hans Appel, der von 1896—1905 die Anſtalt als Schüler beſucht und von Oſtern 1913 ab ſein Probejahr am Friedrichsgymnaſium abgelegt hatte und daher auch noch den meiſten Schülern bekannt war. Er fiel als einer der erſten am 6. Auguſt beim Sturm auf Lüttich. Er war Leutnant der Reſerve im Infanterie⸗Regiment 83.
Von ehemaligen Schülern, die 1914 noch auf der Schulbank geſeſſen hatten und erſt im Laufe des Jahres abgegangen waren, haben vier ihr junges Leben für das Vaterland geopfert.
1. Kurt Hütterott, der Oſtern 1914 die Reifeprüfung beſtanden hatte und dann als Fahnenjunker in das 2. Thüringiſche Infanterie⸗Regiment 32 eingetreten war. Er fiel als Fahnen⸗ junker Unteroffizier am 10. September 1914 bei Tarputſchen(Oſtpr.).
2. Georg Scheel; er war am 19. September aus Unterprima abgegangen mit der Reife für Oberprima und als Kriegsfreiwilliger in das Infanterie⸗Regiment 167 eingetreten. Bald nachdem er ins Feld gerückt war, fiel er am 15. Dezember, 18 Jahre alt, bei einem Sturmangriff in Polen.
3. Otto Spengler; er hatte am 7. Auguſt die Notreifeprüfung abgelegt und war als Kriegsfreiwilliger in das Infanterie⸗Regiment 167 eingetreten. Anfang November rückte er aus nach Polen, Ende November ſchrieb er noch launige Karten aus dem Schützengraben. Mitte Dezember wurde er in den Kämpfen um Lodz verwundet; er wurde in das Lazarett nach Zeitz geſchafft, hier bekam er Nervenfieber und Lungenentzündung und ſtarb am 26. Januar. Er wurde in der Heimat, in Wahlershauſen beerdigt; ſeine Lehrer und Klaſſenkameraden gaben ihm das letzte Geleite.
4. Albrecht Kleb; er war Oſtern aus Obertertia abgegangen und bei Ausbruch des Krieges als Kriegsfreiwilliger in das Infanterie⸗Regiment 167 eingetreten. Am 23. Februar fiel er im Schützengraben bei Rawa in Polen, erſt 17 ¼ Jahr alt.
Dieſer Schüler wurde jedesmal bei der nächſten gemeinſamen Morgenandacht in der Aula in warmen Worten gedacht.
Außerdem hatte das Friedrichs⸗Gymnaſium in dem abgelaufenen Schuljahr noch den Verluſt zweier Männer zu beklagen, die ihm in früheren Jahren als Leiter und Berater beſonders nahe⸗ geſtanden hatten und denen die Anſtalt auch über das Grab hinaus zu lebhaftem Danke verpflichtet bleibt.
Am 6. November verſchied ganz unerwartet zu Münſter i. W. im Alter von 59 Jahren Herr Provinzialſchulrat Dr. Baltzer. Er hatte das Friedrichs⸗Gymnaſium von Oſtern 1909 bis zum Herbſt 1913 geleitet und die Verdienſte, die er ſich um die Anſtalt erworben hat, haben im vorigen Jahresbericht(S. 11) ihre gebührende Würdigung gefunden.(Uber ſeinen Lebensgang vgl. Jahresbericht 1910, S. 12.) Obwohl er ſchon lange als Hauptmann der Landwehr verabſchiedet war, trat er doch am 28. September in das Heer ein und wurde Kompagnieführer im Erſatzbataillon des Landwehr⸗Infanterie⸗Regiments Nr. 53 in Weſel. Den dienſtlichen Anſtrengungen, die er ſich in ſeinem Pflichteifer zumutete, war aber ſein Körper, da er von einem eben erſt überwundenen rheumatiſchen Leiden noch geſchwächt war, nicht gewachſen, und ſo führte ein Schlaganfall, den er Ende Oktober erlitt, nach kurzem, aber ſchwerem Leiden ſeinen Tod herbei. Der ſtellvertretende Direktor ſprach der Familie im Namen des Lehrerkollegiums das wärmſte Beileid aus und gedachte in ehrenden Worten des Verſtorbenen bei der Morgenandacht des 23. November und ſuchte Lehrern und Schülern noch einmal ein Bild ihres ehemaligen Direktors in ſeinen charakteriſtiſchen Zügen vor Augen zu führen und der Erinnerung einzuprägen..
Am 8. Januar 1915 verſchied nach längerem Leiden im Alter von 87 Jahren das Ehren⸗ mitglied des Provinzialſchulkollegiums, Herr Oberregierungsrat a. D. Geheimer Regierungsrat D. Dr. Lahmeyer, der von Oſtern 1883 bis zum Herbſt 1904, wo er in den Ruheſtand trat, dem hieſigen Prooinzialſchulkollegium angehört hat und während dieſer Zeit faſt 32 Jahre mit der beſonderen Leitung des Friedrichs⸗Gymnaſiums betraut geweſen iſt. Wie er ſich um die Förderung des höheren Schulweſens unſerer Provinz hervorragende und dauernde Verdienſte erworben hat, ſo bleibt ihm auch insbeſondere das Friedrichs⸗Gymnaſium, deſſen Lehrern er allezeit ein väterlicher


