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Freund und wohlwollender Berater geweſen iſt, zu dauerndem Dank verpflichtet. Hat er doch auch nach ſeiner Penſionierung unſerer Anſtalt ſtets ſein warmes Intereſſe bewahrt und bei jeder ſich bietenden Gelegenheit zum Ausdruck gebracht. In dieſem Sinne richtete der derzeitige Leiter der Anſtalt im Namen des Lehrerkollegiums ein Beileidſchreiben an die Familie des Verſtorbenen, und dir Serae der Anſtalt gaben ihrem hochverdienten und hochgeſchätzten ehemaligen Vorgeſetzten das etzte Geleite.
8 Beiden trefflichen Männern iſt ein bleibendes und ehrenvolles Andenken ſicher.
Am 23. Dezember fand nach Schluß des Unterrichtes in der Aula bei brennendem Chriſtbaum die übliche liturgiſche Weihnachtsfeier ſtatt.
Von einer Feier des Sedantages hatte man in dieſem Jahre abgeſehen. Dagegen wurde am 27. Januar der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs in erhebender Weiſe durch einen Feſtaktus in der Aula gefeiert, der mit dem gemeinſamen Geſang„Wir treten zum Beten“ eröffnet wurde. Vaterländiſche Chorgeſänge wechſelten mit Deklamationen. Die Feſtrede hielt Herr Profeſſor Hebel über die drei Gelübde des Rütliſchwures aus Wilhelm Tell:
„Wir wollen ſein ein einzig Volk von Brüdern, In keiner Not uns trennen und Gefahr.
Wir wollen frei ſein, wie die Väter waren, Eher den Tod, als in der Knechtſchaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchſten Gott Und uns nicht fürchten vor der Macht der Menſchen.“
Das von Sr. Majeſtät dem Kaiſer als Prämie für dieſen Tag beſtimmte und dem Friedrichs⸗ Gymnaſium überwieſene Werk„Deutſchland zur See“, ein Buch von der deutſchen Kriegsflotte von Graf Ernſt zu Reventlow, erhielt der Oberſekundaner Rudolf Hooß. Herr Provinzialſchulrat Albers beehrte die Feier mit ſeiner Anweſenheit.
Mehrfach wohnten auch im vergangenen Jahre Herren vom Königlichen Provinzial⸗ ſchulkollegium dem Unterricht bei. So beſuchte der Leiter des hieſigen pädagogiſchen Seminars, Herr Provinzialſchulrat Kanzow, am 31. Auguſt, 18. und 21. September den Unterricht der Herren Kandidaten Bachmann und Kleeberg, und ebenſo am 1. Dezember den Unterricht des Herrn Kandidaten Dr. Kuhring.— Herr Provinzialſchulrat Unruh beſuchte am 26. September den Unterricht der Herren Kandidaten Stern und Dr. Ries und wohnte am 5. Februar mehreren Stunden des Herrn Kandidaten Groß bei. An dem gleichen Tage unterzog er auch den fran⸗ zöſiſchen Unterricht in den Klaſſen Quarta bis Oberſekunda einer eingehenden Reviſion. Im Anſchluß daran fand eine Fachkonferenz ſtatt, in der der Herr Reviſor die von ihm gemachten Wahrnehmungen im einzelnen beſprach und wertvolle methodiſche und didaktiſche Winke für den Unterricht gab.
Die Reifeprüfung zum Oſtertermin fand in ihrem ſchriftlichen Teil vom 2.—5. Februar ſtatt; die mündliche Prüfung unter dem Vorſitz des ſtellvertr. Direktors, Profeſſors Hüpeden, am 23. Februar. Die Abiturienten wurden am 1. März bei der Morgenandacht in der Aula mit einer feierlichen Anſprache entlaſſen.
Wie in früheren Jahren, war auch in dem abgelaufenen Schuljahr wieder ein Kurſus für Stenographie eingerichtet, den Herr Lehrer Blumenſtengel leitete und an dem ſich im Sommer 25 und im Winter 13 Schüler beteiligten..
Während das Schuljahr zu Ende geht, ſteht das deutſche Volk im Weſten wie im Oſten trotz unvergleichlicher Waffenerfolge immer noch in hartem Ringen um ſeine Exiſtenz. Wir hoffen aber zuverſichtlich, daß der nächſte Jahresbericht von einem endgültigen Sieg der deutſchen Waffen und von dem Abſchluß eines ehrenvollen, dauernden Friedens berichten kann!


