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patriotiſchen Liedes endete dann die kurze Feier, und damit wurden die Schüler nach Hauſe entlaſſen. So am 22. VIII., 29. VIII., 3. IX., 27. XI., 3. XII., 18. XII., 13. II. und 17. II.
Auch ſonſt waren alle Lehrer bemüht, im Unterricht, wo ſich die Gelegenheit dazu bot, auf die großen weltbewegenden und entſcheidungsvollen Kriegsereigniſſe Bezug zu nehmen und das Intereſſe daran in der Jugend zu wecken, zu beleben und zu vertiefen. Beſonders eigneten ſich hierzu auch die zahlreichen Briefe aus dem Felde, die von den unter den Waffen ſtehenden Lehrern und Mitſchülern einliefen und durch ihre anſchaulichen, bald erſchütternden, bald erheiternden Einzel⸗ ſchilderungen immer dankbare Zuhörer fanden, wenn ſie in den einzelnen Klaſſen oder in der Aula zur Verleſung kamen.
Den regſten Anteil nahmen natürlich Lehrer und Schüler an dem Ergehen des in dieſer Zeit beſonders ſchmerzlich vermißten Leiters der Anſtalt, des Herrn Direktors Glogau. Er ſtand als Hauptmann im 83. Landwehr⸗Inf. Rgt. bei der Armee des Kronprinzen zur Sicherung der rückwärtigen Verbindung. Bei Gelegenheit eines feindlichen Ausfalls aus Verdun hatte ſein Regiment am Morgen des 25. Auguſt nach anſtrengendem Gewaltmarſch in der Nähe von Longwy in das Gefecht einzugreifen, und dabei war er gegen 9 Uhr durch einen Schuß in die Schulter verwundet worden. Nach kurzem Aufenthalt im Lazarett zu Trier kam er am 29. Auguſt in Caſſel an, wo er dann Dank der häuslichen Pflege nach vier Wochen ſo weit hergeſtellt war, daß er Anfang Oktober wieder zu ſeinem Truppenteil ins Feld rücken konnte. Vorher hatten die Schüler noch zweimal die Freude, ihren Direktor begrüßen zu dürfen. Als am Morgen des 3. September zur Feier des gewaltigen Sieges bei Reims und Verdun der Unterricht ausgeſetzt war und nach einer kurzen ein⸗ drucksvollen Feier in der Aula die ganze Anſtalt geſchloſſen mit fliegenden Fahnen auf den Platz vor dem Regierungsgebäude zu dem Kriegerdenkmal gezogen war und hier nach einer patriotiſchen Anſprache durch Abſingung vaterländiſcher Lieder ihrer Begeiſterung lebhaften Ausdruck verliehen hatte, zogen Lehrer und Schüler in die Parkſtraße vor die Wohnung des Direktors, ſtellten ſich mit ihren Fahnen im Halbkreis auf und brachten ihrem Direktor eine begeiſterte Huldigung dar, die dieſer vom Fenſter aus, den Arm noch in der Binde tragend, tiefgerührt von ſolcher Anhänglichkeit, mit warmen Dankes⸗ worten und einem jubelnd aufgenommenen Hoch auf die Armee und ihren oberſten Kriegsherrn erwiderte. Bald darauf wurde Herrn Direktor Glogau das Eiſerne Kreuz II. Klaſſe verliehen. Es war ein erhebender Augenblick, als am Vormittag des 29. September bei der Schlußandacht ganz unerwartet der Direktor in feldgrauer Uniform, mit dem Eiſernen Kreuz geſchmückt, in der Aula erſchien, um ſich, ehe er wieder ins Feld zog, von Lehrern und Schülern perſönlich zu verabſchieden. Er tat dies in bewegten Worten und reichte zum Schluß noch einmal einem jeden einzelnen die Hand. Von da ab blieb er auch in der Ferne mit der Schule durch einen regen Briefwechſel verbunden. Es verging faſt keine Woche, wo der Unterzeichnete nicht in der Lage war, intereſſante Stellen aus Feldpoſtbriefen zur Verleſung zu bringen. Namentlich als Herr Direktor Glogau die acht Wochen während des November und Dezember mit ſeinem Regiment in dem Argonnenwald im Schützengraben vor dem Feind lag, erregten die anſchaulichen, teils humoriſtiſchen, teils tiefernſten Schilderungen von den Leiden und Freuden dieſes Troglodytenlebens ein ſolches Intereſſe und weckten eine ſolche Teilnahme bei den Schülern, daß, als überall Weihnachtsgaben ins Feld geſchickt wurden, die verſchiedenen Klaſſen einen regen Wetteifer im Sammeln an den Tag legten und in kurzer Zeit 230 ℳ zuſammengebracht hatten, die in Liebesgaben umgeſetzt wurden und natürlich in der Haupt⸗ ſache der Kompagnie ihres verehrten Direktors eine Weihnachtsfreude bereiten ſollten.
Am 27. Dezember erhielt Herr Direktor Glogau von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog von Sachſen⸗Weimar das Ritterkreuz II. Klaſſe mit Schwertern des Herzoglich⸗Sächſiſchen Hausordens der Wachſamkeit oder vom Weißen Falken. Leider hatten die aufregenden und aufreibenden Wochen in dem Argonnenwald und namentlich die kampfreichen Tage kurz vor Weihnachten nachteilig auf ſeinen Geſundheitszuſtand eingewirkt. Ein Herzleiden hatte ſich herausgebildet, das ihn im Anfang des Jahres nötigte, die Front zu verlaſſen und ſich zu einem längeren Kurgebrauch nach Bad Nauheim und dann nach Wiesbaden zu begeben.
Neben ſo manchen herrlichen Zeugniſſen von frohem Kampfesmut und opferfreudiger Hingabe an das Vaterland, wie ſie aus Poſtkarten und Feldbriefen von früheren Lehrern und Schülern ſprachen, traf auch manche erſchütternde Kunde ein von dem allzu frühen Tod jugendlicher Helden, die ihr junges Leben freudig für das Vaterland geopfert und das alte Horaziſche Dulce et decorum est pro patria mori durch die Tat bewährt hatten. Von ehemaligen Lehrern der Anſtalt ſeien hier genannt:.


