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Min.⸗Erl. v. 24. VIII. Exemplariſche Schulſtrafen ſind über Schüler zu verhängen, die den Automobilverkehr abſichtlich ſtören und die Fahrer beläſtigen—
Min.⸗Erl. v. 14. XII. Es iſt darauf hinzuwirken, daß bei der Beſchaffung von Stahl⸗ federn inländiſche Erzeugniſſe bevorzugt werden.
Min.⸗Erl. v. 5. XI. Die Schüler ſind hinzuweiſen auf die wichtige Bedeutung der vom Bundesrat zur Regelung der Brotverſorgung Deutſchlands getroffenen Verordnungen. Es gilt, der Bevölkerung einzuprägen, daß es vaterländiſche Pflicht iſt, ſie zu befolgen.— 17. XII. Der Verbrauch von Weizenmehl iſt einzuſchränken, Kriegsbrot zu bevorzugen.
Min.⸗Erl. v. 21. XI. Die Bevölkerung iſt darüber aufzuklären, wie ſehr es im Intereſſe des Vaterlandes liegt, die unnütz im Schrank zurückgehaltenen Goldſtücke der Reichsbank zur weiteren Stärkung ihres Goldvorrates zuzuführen.
Min.⸗Erl. v. 28. II. 15. Durch Belehrung iſt dafür zu ſorgen, daß die Beteiligung an der zweiten Kriegsanleihe in weiteſten Kreiſen als patriotiſche Pflicht empfunden werde. Begüterte Perſonen, die über nur geringe Barmittel verfügen, können ſich durch Lombardierung von Wert⸗ papieren bei den Kriegsdarlehnskaſſen an der Kriegsanleihe beteiligen.
Min.⸗Erl. v. 17. XII. 14 betrifft die Herausgabe eines gedruckten Jahresberichtes für das Schuljahr 1914/15.„Gerade im laufenden Schuljahr iſt es beſonders wertvoll, die Teilnahme des Elternhauſes an dem Schulleben zu beleben und über die Beteiligung der höheren Schulen an den kriegeriſchen Ereigniſſen, ſowie über die vielfachen Schwierigkeiten, durch die der Unterricht infolge des Krieges beeinflußt worden iſt, eingehend zu berichten.“
Min.⸗Erl. v. 29. I. 15. Bei der Oſterverſetzung iſt auf die mancherlei Hemmungen, die der Unterricht durch die Zeitverhältniſſe erfahren hat, gebührend Rückſicht zu nehmen, beſonders wo es ſich um Schüler handelt, die ſonſt den Anforderungen der Schule entſprochen haben. Die Ver⸗ ſetzungsfähigkeit wird unter den gegenwärtigen Verhältniſſen ganz beſonders nach dem Geſichtspunkt: zu beurteilen ſein, ob der Schüler imſtande ſein wird, mit Erfolg an dem Unterricht der nächſthöheren Klaſſe teilzunehmen.
III. Schulgeſchichte
Das neue Schuljahr 1914/15 wurde Dienstag, den 21. April, vormittags 8 Uhr, mit einer gemeinſamen Andacht eröffnet. Von 9 Uhr ab fand die Prüfung der neu aufzunehmenden Schüler ſtatt.
Herr Kandidat Wilhelm Vilmar hatte mit Schluß des Winterhalbjahres die Anſtalt verlaſſen, um eine Oberlehrerſtelle am Realgymnaſium in Berlin⸗Tempelhof anzunehmen. Dagegen war Herr Kandidat Paul Wagner als wiſeenſchaftlicher Hilfslehrer an der Anſtalt verblieben. Er wurde während einer achtwöchigen militäriſchen Übung in ſeinen Unterrichtsſtunden vertreten von Herrn Kandidaten Wilhelm Stück, der dann am 5. Juni zu weiterer Beſchäftigung an das Königl. Gymnaſium in Wiesbaden überging. Außerdem war von Oſtern ab zur Ableiſtung ſeines Probe⸗ jahres der Anſtalt überwieſen Herr Kandidat Dr. Ludwig Spohr, vom 11. Juni ab zur Fortſetzung ſeines Michaelis 1913 begonnenen Probejahres Herr Kandidat Heinrich Fenner. Die ſeit Michaelis 1913 als Seminarkandidaten an der Anſtalt beſchäftigten Herren Heinrich Bachmann und Ludwig Kleeberg blieben auch während des Sommerhalbjahrs am Gymnaſium tätig.
Durch Min.⸗Erl. v. 3. April war auf die am 10. Mai beginnende Jubiläumsſammlung zum Beſten der vor 50 Jahren ins Leben getretenen Rote⸗Kreuz⸗Vereinigung hingewieſen und auch die Schule aufgefordert, an ihrem Teil die Sammlung dadurch vorbereiten zu helfen, daß ſie die Schüler über die Bedeutung des Roten Kreuzes und über die Aufgaben der freiwilligen Kranken⸗ pflege im Kriege aufkläre und ihr Intereſſe dafür erwecke. Demgemäß ſprach am 4. Mai Profeſſor Hüpeden im Anſchluß an die Morgenandacht über die Entſtehung, Entwickelung und Organiſation des Roten Kreuzes, ſowie über die erhöhten Anforderungen, die jetzt bei einer Mobil⸗ machung an die Vereine vom Roten Kreuz geſtellt werden würden, und von der Notwendigkeit, auch in dieſer Beziehung für den Kriegsfall gerüſtet und vorbereitet zu ſein. Noch dachte aber niemand daran, daß ein Weltkrieg ſo nahe bevorſtünde.
Die Sommerferien nahmen am 3. Juli ihren Anfang und endigten am 3. Auguſt. Bereits während der letzten Ferienwoche hatte ſich der politiſche Himmel in ſteigendem Maße umdunkelt. Am Abend des 1. Auguſt kam der entſcheidende Befehl zur Mobilmachung. Herr Direktor


