Jahrgang 
1904
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Am 28. Auguſt waren die drei noch lebenden Lehrer Se. Majeſtät des Kaiſers am Lyceum Fridericianum, der frühere Direktor des Gymnaſiums Geh. Regierungsrat Dr. Vogt, Geh. Regierungs⸗ rat Prof. Dr. Hartwig, Direktor des Kgl. Kaiſer⸗Friedrichs⸗Gymnaſiums zu Frankfurt a. M., und der unterzeichnete Direktor bei Gelegenheit der Anweſenheit Se. Majeſtät des Kaiſers und Königs in unſerer Stadt zur Tafel im Reſidenzpalais befohlen, bei welcher Gelegenheit Se. Majeſtät ſich längere Zeit huldvollſt mit den einzelnen unterhielt. Zugleich erhielt Geheimrat Dr. Vogt den Roten Adler⸗ orden 2. Klaſſe mit Eichenlaub, Geheimrat Dr. Hartwig und Direktor Dr. Heußner die Kgl. Krone zum Roten Adlerorden 3. Klaſſe mit der Schleife.

Am 2. September wurde in üblicher Weiſe der Sedantag gefeiert. Prof. Dr. Heermann hielt einen Vortrag über das Thema:Warum feiern wir noch immer den Tag von Sedan? Das Wald⸗ feſt am Nachmittage verlief wieder bei günſtigem Wetter und unter ſehr zahlreicher Beteiligung ſchön und zu allgemeiner Zufriedenheit.

Am 4. September fand wieder unter Leitung des Profeſſor Paulus ein Wettſchwimmen ſtatt. Den Siegern wurden wieder Preiſe, beſtehend in Büchern, zuerteilt.

Der Seminarkandidat Dr. Erich Müller, der für die Monate Auguſt und September mit der Vertretung eines Lehrers an der hieſigen Realſchule beauftragt war, kehrte am 31. Oktober als Probandus an die Anſtalt zurück. Der Seminarkandidat Otto Barlen, der für die letzten drei Wochen mit der Vertretung eines Lehrers am Realgymnaſium hier beauftragt war, ging zu Michaelis als viſſenſchaft⸗ licher Hilslehrer an die Oberrealſchule zu Marburg über.

Als Seminarkandidaten traten zu Beginn des Winterhalbjahres ein Lic. theol. Ludwig Bach und Wilhelm Mager.

An der allgem. deutſchen Philologenverſammlung in Halle nahmen teil Prof. Püttgen und die Oberlehrer Prätorius und Dr. Brede.

Am 8. November fand unter faſt ausnahmsloſer Beteiligung der konfirmierten Schüler die gemein⸗ ſame Abendmahlsfeier der evangeliſchen Lehrer und Schüler in der St. Martinskirche ſtatt.

Herr Oberregierungsrat D. Dr. Lahmeyer nahm in der Zeit vom 24. bis 30. November eine ein⸗ gehende Reviſion des Gymnaſiums vor und teilte in einer Konferenz am 1. Dezember dem Lehrerkollegium ſeine Beobachtungen und Ausſtellungen mit. Zu unſerer Freude konnte er ſich im allgemeinen recht an⸗ erkennend über den Zuſtand, die Einrichtungen, den Unterricht und die Leiſtungen der Anſtalt ausſprechen.

Am 8. November ſtarb Prof. Dr. Eduard Auth, der früher ſeit Oſtern 1868 Lehrer am Lyceum Fridericianum, ſeit Eröffnung des Wilhelms⸗Gymnaſiums an dieſem als Lehrer tätig war und zuletzt ſeit Oſtern 1900 als Penſionär hier lebte. Die Lehrer des Gymnaſiums geleiteten ihn zu ſeiner letzten Ruheſtätte.

Am 10. Dezember, dem Geburtstage des verſtorbenen Profeſſors Dr. Kius, erhielten nach dem Beſchluß der Lehrerkonferenz Bücher als Prämien aus der Oskar⸗Kius⸗Stiftung: Krüger, Gunde⸗ lach, v. Heyl aus I1, Roſenzweig, Appel, Schaub aus I, Iber, Becker, Kimpel aus III.

Am 18. Dezember als dem hundertjährigen Todestage Herders verſammelten ſich um 10 Uhr die Lehrer und Schüler des Gymnaſiums in der Aula, wo Profeſſor Stoll ihnen ein eingehendes Lebens⸗

bild Herders entwarf. Choralgeſang leitete die Feier ein und beſchloß ſie. 2*