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III. Schulgeſchichte.
Das neue Schuljahr 1903/04 wurde am Montag den 20. April 3 ½ Uhr nachm. mit einer gemein⸗ ſamen Andacht eröffnet und 42 neu aufgenommene Schüler auf die Schulgeſetze verpflichtet.
Am 11. April ſtarb in einer Heilanſtalt zu Marburg der Profeſſor am hieſigen Wilhelms⸗Gymnaſium Karl Wagner, vor der Trennung der beiden Gymnaſien von M. 1874 bis O. 1886 ein treuer und ſehr verdienter Lehrer am Lyceum Fridericianum. Die hier anweſenden Lehrer der Anſtalt geleiteten ihn am 15. April zu ſeiner letzten Ruheſtätte.
Der Hilfslehrer Wilhelm Fechner, ſeit Beginn des Schuljahres am Friedrichs⸗Gymnaſium, wurde zum Oberlehrer befördert und ihm die neu errichtete Oberlehrerſtelle, zurückdatiert auf den 1. April, übertragen.
Wilhelm Fechner, geboren am 6. September 1873 in Eſſen a/Ruhr, evang. Konfeſſion, beſuchte von 1880— 1891 die Muſterſchule und das ſtädtiſche Gymnaſium zu Frankfurt a,Main, ſtudierte in Bonn, München und Marburg klaſſiſche Philologie und beſtand am 5. März 1897 in Marburg die Prüfung pro fac. doc. Nach Ablegung des Seminarjahres am Gymnaſium in Wiesbaden und des Probejahres am Leſſing⸗Gymnaſium in Frankfurt war er als Hilfslehrer tätig an dem Leſſing⸗Gymnaſium in Frankfurt, dem Kgl. Wilhelms⸗Gymnaſium in Caſſel und dem Kgl. Gymnaſium in Marburg.
Gleichzeitig wurde der Lic. theol. Kaplan Weber, Lehrer für katholiſche Religion an den beiden Gymnaſien, zum Oberlehrer ernannt.
Herr Provinzialſchulrat Geheimrat Dr. Pähler beſuchte als Direktor des pädagogiſchen Seminars den Unterricht der Seminarkandidaten am 25. Mai, ebenſo am 17. Juni; Herr Provinzialſchulrat Dr. Kaiſer am 11. Februar.
Am 10. Juni fanden bei günſtigem Wetter die üblichen Klaſſenausflüge ſtatt.
Am 3. Juli feierte der frühere, ſeit Ende September 1889 penſionierte Lehrer des Gymnaſiums Oberlehrer Julius Riedel ſeinen 80. Geburtstag. Herr Oberregierungsrat D. Dr. Lahmeyer, der Direktor und Prof. Püttgen überbrachten ihm ihre und der Anſtalt Glückwünſche, Herr Oberregierungs⸗ rat überreichte ihm den von Sr. Majeſtät dem Kaiſer ihm verliehenen Kgl. Kronenorden 3. Kl., das Lehrerkollegium aber erfreute ihn durch eine Ehrengabe, beſtehend in einer Sendung alten Weines. Doch ſollte er dieſen Tag nicht lange überleben. Vierzehn Tage danach erkrankte er, am 1. Auguſt ſchied er dahin und wurde am 4. Auguſt von dem Lehrerkollegium und der Prima unſeres Gymnaſiums zu Grabe geleitet.
Zwei uns überwieſene Exemplare der„Urkunde über die Einweihung der Erlöſerkirche in Jeru⸗ ſalem“ wurden den Primanern Krüger und Schafft, die beabſichtigen Theologie zu ſtudieren, übergeben.
Se. Excellenz der wirkliche Geheime Rat Dr. Adolf Stölzel in Berlin vermachte der Anſtalt bei Gelegenheit ſeines fünfzigjährigen Amtsjubiläums am 13. Juni ein Kapital von 1000 Mark in„dank⸗ barſter Erinnerung an die ihm im Lyceum Fridericianum vom Herbſt 1840 bis Herbſt 1849 ge⸗ wordene Ausbildung“. Von den Jahreszinſen ſollen nach der Beſtimmung desſelben in fortlaufender Nummerfolge als Ergänzung der Anſtaltsbibliothek für Schüler geeignete Lebensbeſchreibungen, Lebens⸗ erinnerungen oder Sammlungen von Briefen hervorragender Perſönlichkeiten angeſchafft werden.— Das Königliche Provinzialſchulkollegium genehmigte durch Verfügung vom 11. Juli die Annahme dieſer Schenkung.— Dem hochherzigen Geber aber ſei auch an dieſer Stelle nochmals herzlich Dank geſagt.
In den erſten Tagen der Juliferien machte Oberlehrer Dr. Brede mit dem Primaner⸗Geſang⸗ verein einen Ausflug an den Rhein.
Durch Verfügung vom 22. Juli wurde dem Oberlehrer Dr. Heermann der Profeſſortitel und danach der Rang eines Rates IV. Klaſſe verliehen.


