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Dr. Amelungk verließ nach Vollendung ſeines Seminarjahres das Friedrichs⸗Gymnaſium, um eine Lehrſtelle am Gymnaſium zu Fulda zu verſehen.
Von Michaelis an konnte der neuaufgebaute Zeichenſaal in Benutzung genommen werden. Das ganze Schulgebäude war im Laufe des Sommers innen und außen ſorgfältig renoviert worden, ſo daß es nun einen ſehr freundlichen Anblick bietet.
Kaplan Weber war für das Winterhalbjahr, bis zum 13. Februar, zu weiteren Univerſitäts⸗ ſtudien beurlaubt. Den katholiſchen Religionsunterricht erteilte für ihn den Schülern beider Gymnaſien der Militärpfarrer Hellinger.
Da außer Prof. Hüpeden auch Prof. Stoll für das Winterhalbjahr in ſeinem Unterrichte er⸗ leichtert werden mußte, ſo wurde der Seminarkandidat vom Wilhelms⸗Gymnaſium past. extr. Karl Möhl mit der Erteilung von 16 Unterrichtsſtunden beauftragt. Vom 16. Dezember an wurde er dem Friedrichs⸗Gymnaſium als Seminarkandidat überwieſen.
Am 10. November fand unter faſt ausnahmsloſer Beteiligung der konfirmierten Schüler die gemein⸗ ſame Abendmahlsfeier der evangeliſchen Lehrer und Schüler in der St. Martinskirche ſtatt.
Vom 13. November bis zum 16. Februar begann der Vormittagsunterricht erſt um halb 9 Uhr.
Am 9. Dezember trat Dr. Franz Schlüter als Seminarkandidat bei der Anſtalt ein.
Am 20. Dezember beſuchte Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Kaiſer den Unterricht des Kandi⸗ daten Möhl.
Zum 31. Dezember wurde der Zeichenlehrer der beiden Gymnaſien, Karl Wenzel, auf ſein Nachſuchen penſioniert, nachdem er von Oſtern 1886 an den Zeichenunterricht an den beiden genannten Anſtalten ertheilt hatte. An ſeine Stelle tritt mit dem 1. April 1902 der Zeichenlehrer Friedrich Schaper von der Realſchule zu Emden.
Am 18. und 19. November wohnte der Direktor als Gaſt den Verhandlungen der hier tagenden Verſammlung von Direktoren deutſcher Reformſchulen bei.
Am 23. Dezember fand in der üblichen Weiſe bei brennenden Weihnachtsbäumen eine liturgiſche Weihnachtsandacht ſtatt. Zwei der Anſtalt im Namen Sr. Majeſtät des Kaiſers überwieſene Exemplare von Wislicenus„SDeutſchlands Seemacht ſonſt und jetzt“ wurden nach Beendigung der Andacht von dem Direktor den Schülern Iber III und Spohr IIle eingehändigt.
An demſelben Tage wurde Prof. Dr. Kius von einem Schlaganfalle betroffen, und obgleich ſich ſein Befinden bald in ſehr erfreulicher Weiſe wieder beſſerte, ſo mußte doch Vertretung desſelben für das ganze letzte Quartal angeordnet werden. Es geſchah das ſo, daß der Direktor zu ſeinen 10 Stunden noch 2 hinzunahm, Prof. Stoll zu ſeinen 14 Stunden noch 2, Prof. Hüpeden zu ſeinen 10 noch 3, Kandidat Möhl zu ſeinen 16 noch 7 und Kandidat Dr. Schlüter mit der Erteilung von 5 Unterrichtsſtunden beauftragt wurde.
Am 17. Januar erkrankte auch Prof. Püttgen und mußte 4 Wochen vertreten werden.
Am 24. und 25. Januar weilte der Direktor in Berlin, indem er einer Einladung der Mit⸗ abiturienten Sr. Majeſtät des Kaiſers gefolgt war, die mit dem Kaiſer am 25. Januar vor 25 Jahren von der Anſtalt entlaſſen worden waren. Von den drei noch lebenden Lehrern der Klaſſe nahm an der Zuſammenkunft außer ihm noch Geheimrat Prof. Dr. Hartwig von Frankfurt teil. Geheimrat Dr. Vogt hier hatte wegen ſeines Alters die Teilnahme abgelehnt. Von den 16 Mitabiturienten des Kaiſers waren 10 erſchienen. Zwei ſind tot, einer iſt krank und drei weilen im Ausland. Erſchienen waren Rechts⸗


