Jahrgang 
1902
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. anwalt Dr. Jouvenal, Landgerichtsrat Klepper und Regierungsrat Dr. Schmid aus Kaſſel, Staatsanwalt⸗ ſchaftsrat Ganslandt aus Marburg, Landgerichtsrat Sommer aus Frankfurt a. M., Regierungsrat Blanckenhorn aus Hildesheim, Geheimer Bergrat Lengemann aus Aachen, Landgerichtsrat Heyer aus Neuwied, Regierungsrat Ziemann aus Königsberg i. Pr. und Oberlehrer Dr. Brauneck vom Wilhelms⸗Gymnaſium in Hamburg. Am 25. Januar mittags 1 Uhr wurden die genannten Lehrer und Mitſchüler Sr. Majeſtät von Allerhöchſtdemſelben im Sternenſaal des Königlichen Schloſſes empfangen. Der Kaiſer unterhielt ſich mit jedem einzelnen in freundlichſter Weiſe und friſchte Erinnerungen der gemeinſamen Gymnaſialzeit auf. Am Abend des Tages vereinigten ſich die Teilnehmer an dem Empfang zu einem Feſteſſen imKaiſerhof, zu dem eigens künſtleriſch ausgeſtattete Karten angefertigt waren, die auf der Vorderſeite in Lichtdruck das Bild des Kaiſers als des damaligen Prinzen Wilhelm, des betreffenden Klaſſenzimmers und der Aula des Gymnaſiums zeigten. Das Feſtmahl verlief, ebenſo wie eine am Abend vorher veranſtaltete gemütliche Zuſammenkunft im Hotel des Offizier⸗ und Beamten⸗ vereins zur größten Befriedigung aller, und die Feier wurde noch dadurch erhöht, daß die Gemahlinnen von fünf ehemaligen Mitſchülern des Kaiſers zugegen waren. Sie wird allen Teilnehmern eine ſchöne Erinnerung bleiben.

Am 27. Januar wurde durch eine Feſtfeier in der Aula der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers begangen. Es wechſelten Chorgeſänge und Deklamationen. Die Feſtrede hielt Prof. Stoll über die politiſchen Beziehungen Englands zu Deutſchland in den letzten drei Jahrhunderten. Zu dem Geburtsfeſte waren der Anſtalt im Auftrage des Kaiſers farbige Reproduktionen von Bildern des Kaiſerpaares Friedrich von Angeli aus dem Verlage von Troitſch überſandt worden, die der Feſt⸗ verſammlung gezeigt werden konnten. Herr Oberregierungsrat D. Dr. Lahmeyer wohnte der Feier bei.

In einem Schreiben an Se. Majeſtät brachte der Direktor ſeine und der Anſtalt Glückwünſche zu Allerhöchſt deſſen Geburtsfeſte dar. Darauf ging folgendes Telegramm ein:Ihnen wie Lehrern und Schülern des Friedrichs⸗Gymnaſiums herzlichen Dank für die treuen Segenswünſche. Wilhelm R.

Die ſchriftliche Reifeprüfung für den Oſtertermin war vom 3. bis 7. Februar, die mündliche unter dem Vorſitze des Herrn Oberregierungsrat D. Dr. Lahmeyer am 19. Februar.

Am 256. Februar fand die feierliche Entlaſſung der Abiturienten durch den Direktor ſtatt.

Der Geburts⸗ und Todestage der Kaiſer Wilhelms I. und Friedrichs III. wurde in üblicher Weiſe gedacht.

Im Herbſt und Frühjahr war Oberlehrer Dr. Brede wieder mehrere Tage zur Teilnahme an der Einjährigenprüfung beurlaubt.

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