Jahrgang 
1902
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Anſtalt einen ſchönen Armſeſſel. Von den Lehrern des Wilhelms⸗Gymnaſiums, die früher dem Lyceum Fridericianum angehört hatten, erhielt er eine Glückwunſchadreſſe.

Am 1. Oktober trat er dann auf ſeinen Wunſch in den Ruheſtand, nachdem er dem Gymnaſium 36 ½ Jahr treu gedient und ſeines Amtes ſtets mit großer Gewiſſenhaftigkeit gewaltet hatte. Möge ihm noch ein langer und ſchöner Lebensabend beſchieden ſein.

Am 22. Mai beſuchte Herr Geheimrat D. Dr. Lahmeyer den Unterricht der Seminarkandidaten Dr. Amelungk und Paulus, ebenſo den Unterricht des erſtgenannten Kandidaten am 26. September.

Am 23. Mai fanden bei ſehr günſtigem Wetter die üblichen eintägigen Klaſſenausflüge ſtatt unter Führung der Ordinarien oder ihrer Stellvertreter.

Am 6. Juni überbrachte der Direktor Herrn Geheimen Regierungsrat D. Dr. Lahm eyer ſeine und des Lehrerkollegiums Glückwünſche zu ſeiner Ernennung zum Oberregierungsrat und Direktor des Provinzial⸗Schulkollegiums.

Kandidat Paulus wurde zu einer Manöverübung von dem letzten Vierteljahr ſeines Seminar⸗ jahres befreit.

In den erſten Tagen der Juliferien machte der Primanergeſangverein unter Führung des Oberlehrers Dr. Brede und unter Begleitung des wiſſenſchaftlichen Hilfslehrers Otto eine Tour an den Rhein.

Nach den Juliferien fanden in der Zeit vom 14. bis 31. Auguſt in Fachkonferenzen eingehende Beſprechungen über die neuen Lehrpläne ſtatt.

Am 7. Auguſt wurde eine gemeinſame Andacht abgehalten zum Gedächtniſſe der dahingeſchiedenen Kaiſerin Friedrich, der hohen Gönnerin unſeres Gymnaſiums. Auf ein an Se. Majeſtät von dem Direktor im Namen der Anſtalt gerichtetes Beileidſchreiben ging folgendes Telegramm ein:Se. Majeſtät der Kaiſer und König laſſen Ihnen, den Lehrern und Schülern des Friedrichs⸗Gymnaſiums für die treue Beileidskundgebung herzlich danken. Auf allerhöchſten Befehl der Geheime Kabinetsrat i. V. v. Valentini.

Am 20. Auguſt fand ein Freiſchwimmen unter Leitung des Oberlehrers Paulus ſtatt, bei dem ſich 21 Schüler freiſchwammen; am 23. war ein Wettſchwimmen. Bei Gelegenheit der Sedan⸗ feier wurden den Siegern in dieſem die dafür ausgeſetzten Preiſe eingehändigt.

Am 24. Auguſt ſtarb ein braver und hoffnungsvoller Schüler der Anſtalt, der Unterprimaner Erwin Kuhn. Nachdem der Direktor an dieſem Tage in der gemeinſamen Andacht ſeiner in ehrender Weiſe gedacht hatte, geleiteten ihn am 26. ſeine Lehrer und Mitſchüler zur letzten Ruheſtätte.

Am 2. September fand in üblicher Weiſe die Feier des Tages von Sedan ſtatt. Der Direktor hielt einen Vortrag über Anton von Werners Kriegsmalerei unter beſonderer Berückſichtigung der kriegeriſchen Ereigniſſe von 1870 und 71. Am Nachmittag wurde bei günſtigem Wetter unter ſehr zahl⸗ reicher Beteiligung der Angehörigen der Lehrer und Schüler und ſonſtiger Freunde der Anſtalt der übliche Ausflug in den Wald bei Kirchditmold gemacht.

Vom 7. September an übernahm Prof. Hüpeden probeweiſe wieder einige Stunden, während von Anfang des Schuljahres bis zum 1. Oktober der Cand. prob. Rudolf Schlunk mit ſeiner Vertretung beauftragt war. Im Winter gab er dann 10 Stunden Unterricht wöchentlich.

Die ſchriftliche Reifeprüfung für den Michaelistermin war vom 26. bis 30. Auguſt, die mündliche unter dem Vorſitze des Direktors am 18. September.

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