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Das Sommerhalbjahr wurde am 24. September mit einer Andacht geſchloſſen.
Mit dem Schluſſe des Sommerhalbjahres verließen die Kandidaten Auth und Dr. Schwarzen⸗ traub nach Beendigung ihres praktiſchen Übungsjahres die Anſtalt.
„ Das Winterhalbjahr begann am Montag den 10. Oktober. Mit dem Beginn desſelben traten die Kandidaten des höheren Schulamts Dr. Ludwig Mahlinger und Juſtus Führer ihr praktiſches übungsjahr am Friedrichs⸗Gymnaſium an..
Dr. Ludwig Mahlinger, geb. zu Wiesbaden am 25. Dezember 1868, beſuchte das dortige Realgymnaſium bis Oſtern 1887, ſtudierte in München, Marburg und Straßburg neuere Sprachen und Naturwiſſenſchaften, erlangte am 23. Juli 1891 die philoſophiſche Doktorwürde zu Tübingen auf Grund einer Abhandlung:„Der Conjunktiv in den ſogenannten unächten Dichtungen des Angelſachſen Cynewulf“ und beſtand am 15. Juli 1892 zu Marburg die Lehramtsprüfung.
Juſtus Führer, geb. zu Wolfhagen am 10. April 1863, ev. Confeſſion, beſuchte das Gymnaſium zu Gütersloh bis Oſtern 1883, ſtudierte in Marburg zunächſt Mediein, darauf klaſſiſche Philologie und Geſchichte. Nachdem er letzterem Studium auch noch auf den Univerſitäten zu Halle und Berlin und ſchließlich wieder in Marburg ob⸗ gelegen, beſtand er an letzterem Orte am 29. Juli 1892 die Prüfung für das höhere Lehramt.
Am 18. Oktober wurde eine Trauerfeier zum Gedächtniſſe Sr. Majeſtät des hochſeligen Kaiſers und Königs Friedrich gehalten. Am 3. November 1892 ſtarb in Paris Herr Dr. Ernſt Kornemann, der Stifter unſeres Kornemannſchen Stipendiums(ſ. u. S. 21). Üüber den Lebensgang dieſes Herrn ſei Folgendes in der Chronik unſerer Anſtalt verzeichnet. Ernſt Kornemann, geboren am 24. Oktober 1829 zu Volkmarſen, als Sohn des dortigen Amtsaktuars K., beſuchte von Mich. 1843 bis Mich. 1847 das hieſige Gymnaſium in den Klaſſen III2 bis II darauf von Oſtern 1848 bis Michaelis 1849 das Gymnaſium zu Fulda. Seit Michaelis 1849 ſtudierte er in Marburg Philologie und neuere Sprachen. Nachdem er an dieſer Univerſität die Würde eines Doktors der Philoſophie erworben hatte, begab er ſich 1853 nach Genf und wirkte daſelbſt als Lehrer an der Erziehungsanſtalt des Dr. Gräfe. Im Jahre 1855 wurde er Erzieher der Söhne des damals berühmten Arztes Monod in Paris. Im Jahre 1859 gründete er in Paris eine internationale Erziehungsanſtalt, die ſich bald des beſten Rufes und großen Zuſpruches erfreute und noch heute beſteht. Während des deutſch⸗franzöſiſchen Krieges war er genötigt, dieſelbe nach Coburg zu verlegen, kehrte aber
im Herbſt 1871 mit ſeinen Lehrern und Schülern nach Paris zurück und bezog hier 1872 ein von ihm für ſeine
Anſtalt neu errichtetes umfangreiches Gebäude. Alljährlich brachte er mit einer Anzahl ſeiner Zöglinge einige
Sommermonate auf ſeiner Beſitzung in Coburg zu. Bei einer ſolchen Gelegenheit führte ihn im Jahre 1879 ſe in
Weg über Caſſel, gerade in jenen glänzenden Auguſttagen, in denen das Lyceum Fridericianum die Jubelfeier
ſeines hundertjährigen Beſtandes beging. Da gab ihm die dankbare Liebe zu der Anſtalt, der er einen Teil ſeiner
Jugendbildung verdankte, den hochherzigen Entſchluß ein, zum Beſten dieſes Gymnaſiums eine Stiftung von 18000 ℳ
zur Förderung des Unterrichtes in den neueren Sprachen zu machen. Se. Majeſtät der Kaiſer und König Wilhelm I.
zeichnete ihn im Jahre 1880 durch Verleihung des Kronenordens aus. Im Jahre 1880 verband ſich Kornemann
mit einem Lehrer als Gehülfen in der Leitung und übergab demſelben 1886 ſeine ganze Erziehungsanſtalt. Seitdem lebte er in der Stille, nur der Erziehung weniger Penſionaire gewidmet in Paris oder Coburg, bis er ſeit dem
Sommer 1889 infolge eines Schlaganfalles von ſchweren Körperleiden heimgeſucht wurde. Er ertrug dieſelben
3 ½ Jahre lang mit großer Geduld und Ergebung. Am 3. November v. J. brachte ihm der Tod Erlöſung.
Dr. Kornemann verband mit einer feinen Bildung große Energie, unermüdlichen Fleiß und eine große Liebe
und Begabung für die Jugenderziehung. Sein großer Wohlthätigkeitsſinn ließ ihn gar manchen jungen Mann, einerlei welcher Nationalität, jahrelang in ſeinem Hauſe unentgeltlich erhalten und erziehen; in den letzten fünf Jahren ſandte er auf ſeine Koſten jährlich einen jungen Franzoſen zum Studium der deutſchen Sprache nach Deutſch⸗ land. Die Mittel zur Bethätigung ſeines Wohlthätigkeitsſinnes hatte er ſich durch Fleiß und Sparſamkeit erworben.
Das Andenken an dieſen hochherzigen Wohlthäter unſeres Gymnaſiums wird ſtets in Ehren gehalten werden.
Die herkömmliche gemeinſchaftliche Feier des heiligen Abendmahles wurde von den evangeliſchen Lehrern und Schülern des Gymnaſiums am Sonntage den 13. November in der St. Martinskirche
begangen.
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