Jahrgang 
1893
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Das neue Schuljahr wurde am 25. April 1892 nachmittags 3 Uhr eröffnet; der Unterricht begann am Dienſtage den 26. April vormittags 7 Uhr.

Am 25. Mai fiel der Unterricht aus, weil ſämtliche Lehrer an der in Caſſel tagenden Verſammlung von Lehrern der höheren Lehranſtalten der Provinz Heſſen⸗Naſſau und des Fürſtentums Waldeck teil nahmen.

Am 27. Mai wurde der Nachmittagsunterricht wegen der großen Hitze ausgeſetzt.

Am 14. Juni unternahmen mit Ausnahme von I und II ſämtliche Claſſen einzeln unter Führung ihrer Hauptlehrer Ausflüge in die Umgegend; Ii und II führten in derſelben Weiſe dieſe Klaſſenſpazier⸗ gänge am 21. Juni aus.

Am 15. Juni wurde eine Trauerandacht zum Gedächtniſſe Sr. hochſeligen Majeſtät des Kaiſers und Königs Friedrich gehalten.

Die Sommerferien dauerten vom 3. Juli bis zum 1. Auguſt. In den erſten Tagen derſelben unternahm der Geſangverein der Primaner unter Führung des Direktors, der Oberlehrer Paulus und Dr. Brede und des Hülfslehrers Bode einen dreitägigen Ausflug nach Cöln, dem Drachenfels, St. Goar und Rheinfels, Rüdesheim, dem Niederwald, Aßmannshauſen, Wiesbaden und Frankfurt a. M.

Dem Anſuchen des Direktors, ihn mit Rückſicht auf ſeinen geſchwächten Geſundheitszuſtand zum 1. Juli in den Ruheſtand zu verſetzen, glaubte Königliches Provinzial⸗Schulkollegium(unterm 16. Mai v. J.) noch keine Folge geben zu können, erteilte demſelben vielmehr einen ſechsmonatlichen Urlaub vom 1. Auguſt an, damit derſelbe durch dieſe längere Befreiung von Amtsgeſchäften eine nachhaltige Kräftigung ſeiner Geſundheit gewinnen könne.

Für die Zeit der Beurlaubung des Direktors wurde der Prorektor Profeſſor Dr. Zuſchlag mit der Leitung der Anſtalt beauftragt. Um dieſem letzteren andererſeits eine Arbeitserleichterung zu gewähren, wurde der Kandidat des höheren Schulamtes Auguſt Brandes(vogl. über denſelben den Jahresbericht von 1891, Seite 14) dem Gymnaſium als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer für 5 bezw. 7 mathematiſche und naturwiſſenſchaftliche Lehrſtunden überwieſen und Kandidat Dr. Schwarzentraub mit einigen Lehrſtunden betraut. Die Verteilung der Lehrſtunden des Direktors unter die älteren Lehrer wurde durch die weitere Heranziehung des Kandidaten des höheren Schulamtes Bode zur Erteilung einiger Lehrſtunden in den mittleren und unteren Klaſſen ermöglicht.

Leider iſt, wie das gleich an dieſer Stelle bemerkt werden mag, die von Königlichem Provinzial⸗ Schulkollegium damals ausgeſprochene Hoffnung, daß die Beurlaubung zu der gewünſchten Kräftigung der Geſundheit des Direktors führen werde, nicht in Erfüllung gegangen. Derſelbe hat vielmehr aufs Neue ſeine Verſetzung in den Ruheſtand und zwar zum 1. Februar 1893 beantragen zu müſſen geglaubt. Dieſem wiederholten Anſuchen entſprechend hat Königliches Provinzial⸗Schulkollegium zwar nicht für den 1. Februar, wohl aber für den 1. April d. J. die Verſetzung des Direktors in den Ruheſtand ein⸗ geleitet und demſelben bis dahin eine Verlängerung des Urlaubs gewährt. Zugleich iſt beſtimmt worden, daß die Vertretung des Direktors in der bis zum 1. Februar d. J. angeordneten Weiſe weiter beſtehen ſolle.

Die Feier des Sedantages wurde am 2. September durch einen Schulakt in der Aula begangen. Der Oberlehrer Dr. Kius hielt dabei die Feſtrede, in welcher er einen kurzen Überblick über die Geſchichte Lothringens gab. Der übliche Ausflug am Nachmittage wurde aus Beſorgnis vor der drohenden Cholera aufgegeben.

Am 15. September beſuchte der Königliche Provinzial⸗Schulrat Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lahmeyer die Anſtalt, um dem Unterrichte der Kandidaten Auth und Dr. Schwarzentraub beizuwohnen.