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Am 22. Januar Gedenkfeier an den 200. Geburtstag Leſſings, bei der Studienaſſeſſor Jäger einen Ueberblick über Leſſings Leben, Werke und Bedeutung gab.
Am 23. Januar Theaterfahrt nach Kaſſel(„Waffenſchmied“) und Wandertazz
Vom 30. Januar bis 4. Februar ſchriftliche Reifeprüfung.
Am 4. Februar ſtarb im 76. Lebensjahr der um die waldeckiſche Geſchichtsſchreibung hochver⸗ diente Profeſſor Dr. h. c. Leiß, der von 1878— 91 als Lehrer an unſerer Anſtalt tätig geweſen war. Da die Schule wegen der Grippeerkrankungen geſchloſſen war, gab ihm nur eine Abordnung der einzelnen Klaſſen das letzte Geleite. Der Direktor legte im Namen der Anſtalt an ſeinem Grabe einen Kranz nieder und hielt ihm ſpäter vor Leßrer. und Schülerſchaft einen warmen Nachruf.
Vom 4.—13. Februar Schließung der Anſtalt wegen einer Grippeepidemie.
Am 27. Februar Turnreifeprüfung im Geräteturnen.
Am 11. und 12. März wurde unter dem Vorſitz des Direktors die mündliche Reifeprüfung abgehalten, bei der ſämtlichen 18 Prüflingen das Zeugnis der Reife zuerkannt werden konnte.
Am 15. März entließ der Direktor die Abiturienten in Gegenwart ihrer Eltern und der Schülerſchaft mit herzlichen Abſchiedsworten aus dem Verband der Schule.
Am 18. März fand die Aufnahmeprüfung für Sexta ſtatt.
Mit dem 31. März ging das Schuljahr zu Ende.
Am 1. April nahm der Direktor an der feierlichen Uebergabe Waldecks an Preußen in Arol⸗ ſen teil.
Der vorliegende Jahresbericht iſt der letzte des ſtaatlichen Waldecki ſchen Landesgym⸗ naſiums. Mit dem Anſchluß Waldecks an Preußen iſt die Anſtalt vom 1. April des Jahres, in dem ſie auf ein 350 jähriges Beſtehen zurückblicken kann, mit den bisherigen feſt angeſtellten Lehr⸗ kräften als preußiſche Staatsanſtalt übernommen worden. In dieſen 350 Jahren hat ſich das Gymnaſium durch die Gunſt der waldeckiſchen Fürſten und die ſtändige Unterſtützung der Landes⸗ regierung aus kleinen Anfängen erfreulich entwickelt und zahlreiche Generationen von Schülern in humaniſtiſchem Geiſte erzogen. Trotz der in früheren Jahren nicht ſehr großen Schülerzahl ent⸗ hält das Verzeichnis der noch lebenden ehemaligen Schüler über 800 Namen.
Leider ſollte der letzte Landesdirektor, Herr Präſident Dr. Schmiedin g, den von ihm in unermüdlicher Arbeit vorbereiteten Anſchluß und die Uebergabe Waldecks an Preußen nicht mehr erleben. Am 6. Februar wurde er unerwartet durch den Tod aus einem arbeitsreichen Leben ab⸗ berufen und auf ſeinem Lieblingsplatz, dem Homberg bei Corbach, unter den Tannen ſeines Be⸗ ſitztums beigeſetzt. Der tiefen Trauer um dieſen hochherzigen und weitblickenden Mann, der ein ſtets wohlwollender Gönner und allezeit hilfsbereiter Förderer unſerer Anſtalt war, gab der Direktor im Namen der Anſtalt durch Niederlegung eines Kranzes am Grabe und durch tief⸗
empfundene Nachrufe in der Lehrerkonferenz und vor der Schülerſchaft Ausdruck. Sein Name bleibt mit der Geſchichte der Anſtalt verbunden.
Herzlicher Dank gebührt an dieſer Stelle auch dem Waldeckiſchen Landtag und ſeinem Prä⸗ ſidenten, Herrn Amtsgerichtsrat Waldſchmidt,(einem ehemaligen Schüler der Anſtalt) ſowie den Dezernenten der Landesregierung, den Herren Oberregierungsrat Dr. Herberg, Ober⸗ regierungsrat Beermann und Baurat Quehl, die ſich ſämtlich in wohlwollender und weit⸗


