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G.⸗L. Angermann die Feſtrede hielt über die Bedeutung des Sedanfeſtes als einer nationalen und religiöſen Feier. An dieſe Feier ſchloß ſich die Entlaſſung der Abiturienten durch den Direktor. Mittags fand unter zahlreicher Beteiligung des Publikums ein Ausflug nach der Marke ſtatt.
Mit dem Schluſſe des Sommerſemeſters ſchied der Hilfslehrer Michel aus unſerer Anſtalt, um eine Stelle als ordentlicher Lehrer an dem Realprogymnaſium zu Limburg a. L. zu übernehmen. Auch der ſeit Oſtern 1885 an unſerer Anſtalt als Probekandidat beſchäftigte Julius Menkel aus Homberg verließ uns, um eine Hilfslehrerſtelle am Gymnaſium zu Hersfeld proviſoriſch zu verſehen. Beiden Herren danken wir für ihre der Schule geleiſteten Dienſte und wünſchen ihrer weiteren Lehrthätigkeit den beſten Erfolg.
Nach den Herbſtferien, welche vom 27. Sept. bis 11. Okt. dauerten, begannen an Stelle der Genannten als wiſſenſchaftlicher Hülfslehrer Dr. Ferdinand Heymach aus Idſtein und als Probe⸗ kandidat Ludwig Zobel aus Sachſenberg ihre Thätigkeit an unſerer Anſtalt.
Ferdinand Heymach, geb. den 10. April 1856 in Idſtein, Prov. Heſſen⸗Naſſau, vorgebildet auf dem Gym⸗ naſium zu Weilburg, beſuchte von Michaelis 1876 bis Oſtern 1880 die Univerſitäten Göttingen und Straßburg, um Geſchichte und Germaniſtik zu ſtudieren, promovierte an letzterer Univerſität im Februar 1880 mit einer Diſſer⸗ tation: Gerhard von Eppenſtein, Erzbiſchof von Mainz(Straßburg, Trübner, 1880), ging Oſtern 1881 nach der franzöſiſchen Schweiz, beſtand Juli 1883 in Straßburg das Examen pro fac. doc. und trat zu Michaelis 1883 an der Oberrealſchule zu Wiesbaden das pädagogiſche Probejahr an. Von Michaelis 18%, war er Hülſslehrer an derſelben Anſtalt.
Vom 8. bis 11. Dez. wurden von den Primanern die üblichen Probearbeiten geſchrieben.
Am 23. Dez. wurde mit Geſangvorträgen und Gebet das Quartal geſchloſſen und am 7. Januar der Unterricht wieder aufgenommen.
Zur Vorfeier des Geburtstages Sr. Durchlaucht des Fürſten fand am 13. Januar ein Schülerball ſtatt, auf welchem der Direktor ein Hoch auf Se. Durchlaucht ausbrachte.
Die ſchriftliche Maturitätsprüfung wurde vom 8. bis 12. März vorgenommen, die mündli che iſt auf den 8. April angeſetzt. Die Namen der Abiturienten können darum erſt im nächſten Programm aufgeführt werden.
Die Aufgaben für die ſchriftliche Prüfung lauteten: Deutſcher Aufſatz: Warum wird Rom die ewige Stadt genannt? Lateiniſcher Aufſatz: Quibus causis apud Romanos fracta sit et deminuta eloquentia. Überſetzung aus dem Griechiſchen ins Deutſche: Demosth. pro cor.§. 18— 20.
Mathematik: 1)+† y+ Xvy=— 1
X²+ y“— Xy= 22
2) Ein Sehnenviereck zu konſtruieren aus den Radien g und g a des inneren und eines äußeren Berührungs⸗ kreiſes des von den Seiten a und b und der Diagonale e des Vierecks gebildeten Dreiecks, dem von b und e gebildeten Winkel und der Differenz der Quadrate der Diagonale f und der Seite d des Vierecks t— d= 38.
3) Zwei Körper fallen gleichzeitig von demſelben Punkte aus, der eine frei, der andere auf einer unter dem Winkel«xα gegen den Horizont geneigten ſchiefen Ebene. Wie groß iſt, wenn vom Widerſtand der Luft und von der Reibung abgeſehen werden kann, die gegenſeitige Entfernung beider Körper nach t Sekunden?
%= 9° 51, t= 3,— 9,808 m
4) Ein leuchtender Punkt liegt vom Mittelpunkte einer Kugel, deren Radiuser iſt, um mir entfernt; wie groß iſt der beleuchtete Teil der Kugelfläche und wie groß iſt der außerhalb der Kugel liegende Teil des Beleuchtungs⸗ kegels?
ge r= 36 cm; n= 10.
Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers wurde am 22. März durch einen Redeakt mit Ge⸗ ſängen und Deklamationen in ſolenner Weiſe gefeiert. Die Feſtrede hielt G.⸗L. Leiß über die deutſche Kaiſerſage.
Der Geſundheitszuſtand war in dem verfloſſenen Schuljahre im allgemeinen ein guter zu nennen.


