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richtete ſtädtiſche Gymnaſium zu Memel berufen und verdlieb, zuletzt als 1. ordentlicher Lehrer, an demſel⸗ ben bis Oſtern 1867. Von da nach Berlin an das Gymnaftum zum grauen Kloſter berufen machte er 18%, den deutſch⸗franzöſiſchen Feldzug deim 1. Niederſchleſ. Inf.⸗Reg. 46.(5. Comp.) mit und folgte, geſund zurückgekehrt, im Herbſt 1871 einem ehrenvollen Rufe an das Gymnaſium zu Frankfurt a. M. Nach vier⸗ jähriger Thätigkeit an demſelben erfolgte ſeine Ernennung zum Gymnafialdirector und ſeine Berufung an das hieſige Landesgymnaſium.— An ſelbſtändigen Abhandlungen und Werken hat derſelbe bisher veröffent⸗ licht 1859 de M. Annaei Lucani vita et scriptis.(Diss. inaug.)— 1860 Ueber die Windgottheiten der Indo⸗Germanen.— 1868 Scholia vetera in M. Annaei Lucani Bellum Civile e codice Montepessulano edita et commentario instructa.— Neubearbeitung von Madvigs lateiniſcher Schulgrammatik(3. Auflage 1876).— 1869— 1872 Neubearbeitung des Ellendtſchen Lexicon Sophocleum.— 1873. Ueber den etruskiſchen Tauſchhandel nach dem Norden.(2. erweiterte Bearbeitung 1874.)— Index commentationum Sophoclearum triplex.— Aufgaben zu lateiniſchen Aufſätzen aus Fr. Ellendts Nachlaß.— Derſelbe iſt erwähltes Mitglied der internationalen archäologiſchen Congreſſe, auswärtiges Mitglied der Königl. phpfikaliſch⸗bconomiſchen Geſellſchaft zu Königsberg i. Pr., des Vereins für Geſchichte und Alterthum zu Frankfurt a. M. und des Vorſtandes des Römiſch⸗Germaniſchen Centralmuſeums zu Mainz.
Am 1. Dezember 1875 fiel der Unterricht wegen der allgemeinen Volks⸗ und Gewerbe⸗ zählung aus.
Am 1. Januar 1876 trat der neu ernannte Geſang⸗ und Elementarlehrer Wettſtaedt pro⸗ viſoriſch ſein Amt an.
Dem bisherigen Hilfslehrer Angermann wurde definitiv die 4. ordentliche Lehrerſtelle übertragen.
Guſtav Adolf Angermann geb. den 9. October 1847 zu Triedel, beſuchte das Gymnaſium zu Cott⸗ bus, ſtudirte 1868— 1873 in Berlin Philologie, beſtand ebenda die Prüfung pro facultate docendi, trat Oſtern 1874 als Candidatus probandus am hieſigen Gymnaſium ein und verblieb nach Ablauf ſeines Probe⸗ jahrs an demſelben als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer, bis am 3. Januar ſeine Ernennung zum vierten ordentlichen Lehrer erfolgte.
Am 14. Januar 1876 als am Geburtstage Sr. Durchlaucht des Fürſten fiel der Unterricht aus. Zur Vorfeier veranſtalteten die Schüler am 13. Abends einen Ball. Ein telegraphiſcher Glückwunſch wurde abgeſandt und von Sr. Durchlaucht huldvoll erwidert.
Am 10. März fand in den Vormittagsſtunden von 10—12 Uhr eine Feier des hundertjähri⸗ gen Geburtstags der Königin Luiſe von Preußen Statt. Der Director ſchilderte in einer län⸗ geren Anſprache die Königin in ihren voranleuchtenden Eigenſchaften als Frau und Fürſtin und in ihren Beziehungen zur vaterländiſchen Litteratur.
Am 22. März 1876 wurde unter zahlreichem Beſuch des Publikums der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers durch einen Schulactus feſtlich begangen. Die Feſtrede hielt Herr Sub⸗ conrector König.
Am 5. April 1876 fand die mündliche Prüfung der beiden Abiturienten Buſold und Jo⸗ ſeph unter Vorſitz des zum ſtellvertretenden Königlichen Commiſſarius ernannten Directors und im Beiſein des Herrn Paſtor Seehauſen als Vertreter des Curatoriums ſtatt. Beide Exami⸗ nanden erhielten das Zeugniß der Reife.
Am 7. Auguſt 1876 fand Nachmittags eine Waldpartie des Gymnaſiums nach dem benach⸗ barten Lengefelder Forſte ſtatt. Nach der Rückkehr in die Stadt wurde der Tanz noch einige Stunden in einem öffentlichen Locale fortgeſetzt.


