Jahrgang 
1876
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14. Dezember 1875. Verf. d. K. P. S. C., daß bei Ausſtellung der Zeugniſſe über die wiſ⸗ ſenſchaftliche Befähigung für den einjährig freiwilligen Militairdienſt für die Folge genau nach dem in der deutſchen Wehrordnung zu§. 90 der Erſatz⸗Ordnung vorge⸗ ſchriebenen Schema zu verfahren ſei.

Mittheilung einer Miniſterialverf.(6093 U. II) und Aufforderung zu gutachtlicher Aeuße⸗ rung über event. Einführung eines einheitlichen Schulgeldſatzes von 90 reſp. 100 Mark für alle Klaſſen und Anſtalten.

13. Januar 1876. Abſchrift einer Miniſterialverf. an den Landesdirector vom 30. Dezember 1875, durch welche 2285 Mark Beſoldungserſparniſſe dem Baufonds des Gymnaſiums zugewieſen werden.

Verf. d. K. P. S. C. der Hilfslehrer G. Angermann wird als vierter ordentlicher Lehrer vom 1. Januar d. J. an definitiv angeſtellt.

26. Januar 1876. Verf. d. K. P. S. C.: Zum Schulgelderlaß dürfen künftig auch dritte Brüder vorgeſchlagen werden, wenn ſie ſich durch Betragen, Fleiß und Leiſtungen dieſes Beneficiums würdig machen.

17. Februar 1876. Mittheilung eines Miniſterialerlaſſes vom 10. Februar mit der Veran⸗ laſſung, am 10. März den hundertjährigen Geburtstag der Königin Luiſe von Preußen angemeſſen zu feiern.

4 Juli 1876. Verf. d. K. P. S. C. nebſt Mittheilung eines Miniſterialerlaſſes, betreffend Behandlung der von einer gleichberechtigten Anſtalt unmittelbar auf eine andere über⸗ gehenden Schüler.

III. Chronik der Anſtaſt.

Wegen des Wechſels im Directorat wurden im Jahr 1875 die Herbſtferien vom 29. Sep⸗ tember bis zum 21. October ausgedehnt.

Am 21. October 1875 trat der bisherige Director aus Geſundheitsrückſichten auf ſeinen perſönlichen Wunſch von der Leitung der Anſtalt in die Stellung des erſten Oberlehrers zurück, um frei von den zahlreichen mit dem Directorat verbundenen Amtsgeſchäften ganz und voll ſeine erfolgreiche Thätigkeit als Lehrer fortzuſetzen. In Anerkennung ſeiner langjährigen Wirk⸗ ſamkeit wurde ihm der TitelProfeſſor verliehen. Am gleichen Tage führte Herr Pro⸗ vinzial⸗Schulrath Dr. Rumpel den unterzeichneten Director in ſein Amt ein. In ſeiner An⸗ ſprache wies er auf die Stellung und Aufgabe der Gymnaſien der Gegenwart im Gegenſatz zu früheren Zeiten und mit Rückſicht auf den Kampf zwiſchen Realſchulen und Gymnaſien hin. Der Director verſuchte in ſeiner Entgegnung auf die gewichtige Rede die erzieheriſche Aufgabe des Gymnaſiums in ihren Umriſſen zu zeichnen.

Franz Hermann Genthe geb. den 2. April 1838 zu Eisleben und auf dem Gymnafium ebendaſelbſt vorgebildet, ſtudirte 1855 1857 in Halle Theologie, deutſche und claſſiſche Pyilologie, 18571859 in Ber⸗ lin claſſiſche Philologie und Archäologie, erwarb ſich in Berlin die philoſophiſche Doctorwürde und die Facultas docendi, bekleidete von 1859 1860 an dem neugegründeten Realgymnaſium in Landsberg i. W. eine commiſſariſche Hilfslehrerſtelle, wurde am 1. October 1860 als 2. ordentlicher Lehrer an das neuer⸗