Jahrgang 
1897
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Die Herren von Dorfelden⸗Han au, die Ahnen des Hanauer Grafengeſchlechts, erſcheinen urkund⸗ lich zuerſt mit Conrad von Dorfelden im Jahre 1166. Sie ſtammten vermutlich ſamt den blutsver⸗ wandten Herren von Hainhauſen⸗Eppſtein¹) von den Grafen von Idſtein ab, die ihrerſeits ein Zweig der Grafen von Laurenburg⸗Naſſau waren. Ein Sohn jenes Conrad war Heinrich von Hanau, urkund⸗ lich 1191 zuerſt genannt ²), ein Bruder Reinhard I. von Dorfeldens), mit deſſen Enkeln Reinhard III. von Dorfelden und Hanau) und Heinrich II. von Hanaud) die Geſchichte dieſer Stadt beginnt. In einer Urkunde des Jahres 1234 aus dem Kloſter Eberbach erklärt der Ausſteller, Reinhard von Hanau, er habe aus der gemeinſamen Erbſchaft ſeinem Bruder Heinrich Dorfelden überlaſſen, ſelbſt dagegen Hanau behalten und dem Ciſtercienſer⸗Orden den Ban einer Kirche zu Hanau geſtatteté). Reinhard ſtarb wohl vor 1237), Heinrich, ohne Kinder zu hinterlaſſen, etwa 1243), und es folgte als erſter Herr von Hanau Reinhard I., der Sohn Reinhards III. von Dorfelden und Hanaus). Er und ſein Sohn Ulrich I. begrün⸗ deten die geſchichtliche Stellung des Hauſes, in erſter Linie durch günſtige Familienverbindungen: jener durch die Heirat mit Adelheid von Münzenberg, dieſer mit Eliſabeth von Rieneck.

¹) Daß ſie in naher verwandtſchaftlicher Beziehung zu einander ſtanden, geht aus einer Urkunde des Jahres 1192 hervor, wo Gotfrid II. von Eppſtein, ein Enkel Gerhards I. von Hainhauſen und Ureukel Conrads von Idſtein Gerhards I. Bruder war wohl Beſitzer der Burg Dorfelden und der Vater Conrads und Reinhard I. von Dorfelden von Heinrich von Hanau deſſen Anteil an den Burgen Eppſtein und Homburg und dem Waldbottamt erkauft. Siehe Reimer, H. U. I. No. 120. Die Hälfte der auf einer Nidderinſel gelegenen Burg Dorfelden beſaßen eine Zeitlang(etwa ſeit 1240) die Herren von Falkenſtein; 1288 erwarb Ulrich J. von den Falkenſteinern dieſen Anteil, während der ſonſtige Zubehör dieſes Beſitzes erſt ſpäter zu Hanau kam.

²) In dieſem Jahre befindet ſich alſo das Dorfelder Herrengeſchlecht im(Lehen⸗) Beſitz von Hanau; die Erwerbung geſchah zwiſchen 1168 und 1191.

³) Er wird 1168 erwähnt.

) In einer Urkunde vom 6. Februar 1216 iſt er Reinhardus de Hagenowia und nachher de Dorfelden genannt, in einer andern vom 9. Dezember 1216 Regenhardus de Torveldin. Siehe Reimer, H. U. I. No. 128 u. 129. Er wird 1234 zuletzt genannt.

) Er wird 1234 zuerſt, 12411 zuletzt genannt.

) Reimer, H. U. I. No. 184.

¹) In dieſem Jahre heißt Heinrich, ſonſt nur Henricus de- Hagenowe genannt, nobilis de Hagenowe et de Dorfelden; er ſchenkte den Antonitern von Roßdorf den Wald Mulnloich dicht bei Hanau(das heutige Milch), der nach dem Vertrage von 1234 doch zu dem Beſitz ſeines Bruders gehörte. Siehe Reimer, H. U. I. No. 199.

8) Reimer, H. U. I. No. 226 u. 227. Die Urkunden reichen nur bis 12411. 4) II. Die Herren von Dorfelden Hanan(1166 1243 bez. 1736). ?(NX. N. von Dorfelden, Bruder Gerhards I. von Hainhauſen.) 2 Conrad von Dorfelden(1166). Reinhard I. von Dorfelden(1168). Heinrich I. von Hanau(1191 1209). Reinhard II. von Dorfelden(1191). Heiurich III. von Hanau, Domherr Reinhard III von Dorfel⸗ Heinrich II. von Hanau zu Mainz(1116, 22). den und von Hauau(121631).(123141).

Reinhard I. von Hanau(124381).(Fortſetzung ſiehe Anlage I.)